22.09.2011 - Die Erfindung von Kunststoffen war ein großer Fortschritt. Doch aus dem ursprünglichen Segen ist inzwischen ein Fluch geworden. Auf die Unmengen Plastikmüll macht der Fotowettbewerb "Sommer, Sonne - Plastikmüll?" vom Umweltbundesamt aufmerksam.
Das Meer ist riesengroß und tief, man könnte meinen: "Was man hineinwirft, ist weg". Doch Plastikflaschen, Folien, Zahnbürsten und Luftmatratzen verschwinden nicht sondern tauchen eines Tages wieder auf: Etwa 15 Prozent des dem Meer überlassenen Wohlstandsmülls werden an Stränden angespült. An der Nordseeküste werden durchschnittlich 700 Abfallteile pro 100 Meter gefunden, drei Viertel davon sind aus Plastik.
Weitere 15 Prozent des Plastikmülls rotten sich zusammen und treiben in großen Strudeln über die Weltmeere. Das Fatale dabei: Seevögel und Meeresbewohner wie Delphine und Wasserschildkröten verletzen sich an spitzen Gegenständen oder halten die Teile für Nahrung, schlucken sie und verhungern mit vollem Magen.
70 Prozent des Plastikmülls sinken zum Meeresboden und richten dort zusätzliche Schäden an: Folien beispielsweise, die sich auf Korallenriffe legen, behindern den lebensnotwendigen Lichteinfall.
Fotos können das Müllproblem auf überraschende, eindrucksvolle oder auch traurige Weise darstellen. Das Umweltbundesamt veranstaltet einen Fotowettbewerb zum Thema Plastikmüll. Teilnahmeschluss ist der 30. September 2011. Die besten Fotos werden im Internet veröffentlicht.
Näheres unter www.fuer-mensch-und-umwelt.de
Manche Kunststoffe wie Plastiktüten bauen sich erst im Laufe von 150 bis 500 Jahren ab. Der größte Teil wird aber nicht biologisch abgebaut sondern mechanisch in immer kleinere Stückchen zerrieben, bis diese schließlich kleiner sind als der Durchmesser eines Haares ("Mikroplastik"). In manchen Gebieten übertrifft die Zahl der winzigen Plastikteilchen die des Planktons bereits um das Sechsfache oder noch mehr.
Auch der Zerfall des Plastikmaterials bringt Probleme mit sich. Im Kunststoff enthaltene Chemikalien gehen ins Wasser über, werden von den Meerestieren mit der Nahrung aufgenommen und reichern sich in der Nahrungskette an, an deren Ende der Mensch steht.
Die Energiebilanz von Behältern aus Glas und Plastik ist sehr schlecht, wenn diese nach nur einmaligem Gebrauch verschrottet werden.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Hamburger Meeresschutzorganisation DEEPWAVE, beim NABU, in natur+kosmos 06/2010 sowie in den Beratungsstellen des VerbraucherService Bayern im KDFB e.V.
Empfehlen Sie diese Seite weiter!
© VerbraucherService Bayern im Katholischen Deutschen Frauenbund e.V. 2010