Wissenswertes zu Energiesparlampen
und deren Entsorgung
24.09.2009 - Das Thema "Beleuchtung" ist derzeit in aller Munde, denn von 1. September 2009 an verschwinden herkömmliche Glühbirnen schrittweise aus dem Handel. Als effizientere Alternative stehen unter anderem Kompaktleuchtstofflampen zur Verfügung. Die Palette an Energiesparlampen ist groß. Allerdings sind neben großen Preisspannen auch deutliche Qualitätsunterschiede zu erkennen, weshalb nicht jede Lampe für jeden Einsatzbereich geeignet ist.
Worauf sollte man beim Kauf einer Energiesparlampe achten?
Bei der Auswahl einer Energiesparlampe sind nicht nur Form und Größe wichtige Kriterien sondern insbesondere auch Merkmale wie Lebensdauer, Schaltfestigkeit, Aufhellzeit und Farbtemperatur. Qualität zahlt sich aus! Hochwertige Energiesparlampen sind günstiger als Billigprodukte, die vorzeitig in ihrer Leuchtkraft nachlassen. Testberichte von Stiftung Warentest und Ökotest sowie die Verbraucherinformationskampagne Ecotopten sind hilfreich, um für den jeweiligen Einsatzzweck die passende Lampe zu finden:
- Lebensdauer: Mit fortschreitender Brenndauer verlieren Energiesparlampen an Helligkeit und erreichen nach der auf der Packung angegebenen Lebensdauer in der Regel nur noch 80 Prozent ihrer Anfangsleistung. Auch im Test von Stiftung Warentest (1/2009) wurde die Lebensdauer auf diese Weise bestimmt, und es konnten deutliche Unterschiede festgestellt werden: So wurden Spitzenwerte von bis zu 15.000 Stunden Brenndauer erreicht, während andere Produkte bereits nach weniger als 6.000 Stunden ihre Leuchtkraft verloren.
- Schaltfestigkeit: Beim Test von Stiftung Warentest überlebten gute Energiesparlampen bis zu 210.000 Schaltzyklen. Doch auch hier gibt es starke Abweichungen. Insbesondere so genannte Kaltstartlampen ohne Vorheizung sind nicht schaltfest.
- Aufhellzeit: Energiesparlampen benötigen meist eine Vorheizphase, das heißt sie starten nicht sofort und leuchten erst nach kurzer Zeit mit voller Kraft. Im Test von Stiftung Warentest (3/2008) vergingen zum Teil bis zu 60 Sekunden und mehr, ehe 80 Prozent der Helligkeit erreicht wurden. Einige Geräte schafften dies allerdings bereits in weniger als 20 Sekunden.
- Farbtemperatur: Während das Licht von Energiesparlampen bei Markteinführung eher kühl wirkte, gibt es mittlerweile Energiesparlampen in unterschiedlichen Farbtönen. „Warmweiße“ Lampen beispielsweise mit einer Farbtemperatur von 2700 Kelvin werden als relativ gemütlich empfunden und eignen sich für den Einsatz im Wohnbereich. Allerdings können warm-weiße Lampen Rottöne etwas verfälschen. "Tageslichtweiße" Lampen mit einer Farbtemperatur von mehr als 5000 Kelvin dagegen geben Farben natürlicher wieder und sind für Arbeitsplätze empfehlenswert. Verbraucher sollten entsprechende Angaben auf der Verpackung beachten.
- Lichtstrom und Lichtausbeute müssen ab September 2009 auf der Verpackung deklariert sein (gilt nicht für Reflektor- und Niedervoltlampen). Der Lichtstrom (gemessen in Lumen) gibt die Helligkeit wieder. Eine 40-Watt-Glühbirne sowie eine 7-Watt-Energiesparlampe beispielsweise liefern etwa 400 Lumen. Die Lichtausbeute (Lumen pro Watt) zeigt, wie effizient eine Lampe Strom in Licht umwandelt. Hierzu wird der Lichtstrom ins Verhältnis zur aufgenommen Leistung gesetzt. Für die genannte Glühbirne ergibt sich eine Lichtausbeute von 10 Lumen pro Watt, für die Energiesparlampe sind es 57 Lumen pro Watt.
Tipps für Verbraucher:
- Insbesondere Lampen, die häufig ein- und ausgeschaltet und nur kurz benötigt werden, sollten "schaltfest" sein und schnell ihre Helligkeit erreichen. Dies ist beispielsweise für Toilette, Treppenhaus und Diele besonders wichtig.
- Für den Außenbereich ist zu beachten, dass das gewählte Modell niedrige Temperaturen gut verträgt.
- Soll eine Energiesparlampe dimmbar sein, muss dies auf der Verpackung stehen.
- Wer warm-weißes Licht für den Wohnbereich sucht, sollte auf Bezeichnungen wie „warm white“ und "ww" oder auf die Nummern 827 oder 927 achten.
Tageslichtlampen erzeugen ein kaltweißes Licht und sind zu erkennen an den Nummern 860, 865, 960 und 965.
Energiesparlampen in der Kritik
In letzter Zeit sind Energiesparlampen zunehmend in die Kritik geraten. Als gesundheitlich bedenklich werden insbesondere folgende Aspekte diskutiert:
- Das eingebaute Vorschaltgerät erzeugt ein elektromagnetisches Feld (ebenso wie Trafos von Niedervolt-Halogenlampen). Bisher gibt es allerdings keinen wissenschaftlichen Nachweis für gesundheitliche Schäden durch die elektromagnetische Strahlung der Lampen. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte einen Abstand von einem halben Meter einhalten. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat aktuelle Informationen zu den von den Lampen abgegebenen elektromagnetischen Feldern sowie den UV-Strahlen im Internet veröffentlicht.
- Das Lichtspektrum von Energiesparlampen verläuft nicht kontinuierlich und unterscheidet sich von dem gewohnten Licht der Glühbirne. Intensives Kunstlicht mit einem hohen Blauanteil kann abends den natürlichen Rhythmus stören. Allerdings haben die Messungen der Stiftung Warentest ergeben, dass der Blauanteil des Lichts der meistverkauften warmweißen Energiesparlampen oft sogar niedriger ist als bei Glühbirnen. Demzufolge eignen sich warmweiße Energiesparlampen besser für das Schlafzimmer als viele andere Lampenarten. Weitere Infos bei Stiftung Warentest.
- Energiesparbirnen enthalten ebenso wie Leuchtstoffröhren giftiges Quecksilber. Bei Normalbetrieb ist dies für Verbraucher nicht gefährlich. Wenn aber eine quecksilberhaltige Lampe zerbrechen sollte, ist Vorsicht geboten. Auf keinen Fall sollte man zur Beseitigung der Scherben einen Staubsauger verwenden; dies würde das leicht flüchtige Quecksilber in der Raumluft verteilen. Es wird empfohlen, Handschuhe zu tragen und die Bruchstücke vorsichtig mit einem Stück Pappe auf ein Blatt Papier zu kehren. Anschließend mit einem feuchten Lappen wischen. Alle Bruchstücke sowie die zur Reinigung verwendeten Hilfsmittel sollten in ein Glas mit Schraubverschluss oder eine luftdichte Plastiktüte gepackt und gut verschlossen bei der Sammelstelle abgegeben werden. Das Zimmer sollte man etwa 20 bis 30 Minuten gut lüften.
Für Kompaktleuchtstofflampen (sog. Energiesparlampen) ist in der EU eine Höchstmenge von fünf Milligramm zulässig. Doch die Menge des Schwermetalls kann von Modell zu Modell stark variieren. Auch hier zahlt sich in der Regel Qualität aus, denn hochwertige Lampen kommen mit etwa zwei Milligramm und weniger aus. Zudem binden einige Hersteller das leicht flüchtige Quecksilber in Form von Amalgam, so dass nur wenig Quecksilber bei Bruch einer ausgeschalteten Lampe in die Luft gelangen kann (ist dagegen eine Lampe in Betrieb, liegt das Quecksilber im Innern gasförmig vor). Wer die Gefahr eines Glasbruchs reduzieren will, wählt eine Lampe mit Splitterschutz.
Derzeit können Verbraucher nicht erkennen, wie viel Quecksilber und in welcher Form es in einer Lampe steckt. Dies soll sich in Zukunft ändern: Ab dem 1. September 2010 muss der Quecksilbergehalt auf der Verpackung angegeben werden.
Übrigens: Auch bei der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken gelangt Quecksilber in die Umwelt. Aufgrund der Stromersparnis ist somit bei Energiesparlampen die Quecksilberemission in die Umwelt insgesamt sogar geringer als bei Glühbirnen – vorausgesetzt, die Leuchtstofflampen werden richtig entsorgt.
Wohin mit ausgedienten Energiesparlampen?
Damit kein Quecksilber in die Umwelt gelangt, dürfen ausgediente Leuchtstofflampen nicht in die Restmülltonne oder Glascontainer gegeben werden. Die Lampen werden getrennt gesammelt und anschließend recycelt. Unter www.lightcycle.de/ sind die nächstgelegenen Sammelstellen vor Ort zu finden. Der VerbraucherService Bayern im KDFB will zudem Verbrauchern die Entsorgung erleichtern und bietet bis 31. Dezember 2009 eine Rücknahme-Aktion an. Verbraucher können zu den gewohnten Öffnungszeiten ihre alten Lampen kostenlos in den Umweltberatungsstellen Bamberg, Forchheim, Passau und Regensburg sowie in einigen weiteren Beratungsstellen des VerbraucherService Bayern im KDFB abgeben.
Weitere Informationen zum Thema Beleuchtung bieten das Umweltbundesamt und das Bayerische Landesamt für Umwelt.