Fruchtzucker - eine umstrittene Süße

12.01.2012 - Viele Verbraucher verbinden mit dem Wort Fruchtzucker einen höheren Gesundheitswert. Die Industrie setzt ihn deshalb nicht nur in Diabetikerprodukten sondern auch in Kindernahrungsmitteln und Süßigkeiten immer häufiger ein.

Leider haben inzwischen zahlreiche Studien unerwünschte Nebenwirkungen bei hohem Fructoseverzehr nachgewiesen:

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Fructosekonsum und Übergewicht, der nicht auf erhöhter Kalorienaufnahme beruht, sondern auf einer Beeinflussung des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels. Das wurde vor allem bei männlichen Testpersonen nachgewiesen.

Beim Abbau der Fructose in der Leber entstehen außerdem Triglyzeride, die mit dem Botenstoff Insulin im Gehirn zusammenwirken. Insulin beeinflusst den Aufbau von Gehirnzellen und die Fähigkeit von Hirnarealen sich zu verändern, also auch zu lernen. Auch ein Anstieg von Cholesterin durch Fructose konnte in einer Studie nachgewiesen werden.

In einer Langzeitstudie in Florida wurde der Zusammenhang von Fruchtzuckerverzehr und erhöhter Harnsäurekonzentration belegt. Auch der Blutdruck kann negativ beeinflusst werden.

Wer nach dem Verzehr von Obst oder Fruchtsäften Blähungen, Durchfall oder Übelkeit hat, sollte an eine Fruchtzuckerunverträglichkeit denken. Schätzungsweise 30 % der Europäischen Bevölkerung sind davon betroffen und leiden unter dem so genannten Reizdarmsyndrom. Ausgelöst wird es dadurch, dass Fruchtzucker nie ganz vollständig aus der Nahrung aufgenommen wird und es deshalb bei hohen Fructosemenge (z. B. 100 g Rosinen oder 2 Gläser Apfelsaft) zu Koliken kommen kann. Die Folge ist ein Ungleichgewicht der natürlichen Darmflora zugunsten von Fäulnis- und Gärungsbakterien Nur eine ausgewogene, fructosearme Ernährung kann die Beschwerden reduzieren.

Herkunft und Gewinnung

Fruchtzucker ist ein Einfachzucker, der in der Natur vor allem in Früchten und Honig vorkommt. Er ist neben Traubenzucker auch Bestandteil des  Haushaltszuckers (Saccharose).

Gewonnen wird er meistens aus Mais, genauer gesagt aus Fructosan, z. B. Inulin, einem Speicherkohlenhydrat von Pflanzen.

Fructosesirup hat eine höhere Süßkraft (120 %) als Saccharose, lässt sich leichter in Tankwagen transportieren als Tafelzucker und ist vor allem billiger.

Auf der Zutatenliste erkennt man ihn an der Bezeichnung Fruchtzucker, Fructose oder high-fructose-sirup.

Tipps

Lassen Sie sich nicht verführen von Werbesprüchen wie "mit der Süße von Früchten" oder "ohne Kristallzucker". Obst und Säfte sind zwar erwünscht in einer vollwertigen Ernährung, aber 250 g am Tag sind ausreichend, da in Obst und Obstsäften von Natur aus Fruchtzucker enthalten ist.

Smoothies, Wellnessgetränke und Erfrischungsgetränke können hochkonzentriert Fruchtzucker enthalten, deshalb nicht mehr als ein Glas täglich. Joghurtzubereitungen -  vor allem mit probiotischen Kulturen - enthalten häufig Fruchtzucker; ein Naturjoghurt ist deshalb zu bevorzugen.

Fruchtzucker enthält ebenso viele Kalorien wie Haushaltszucker.

Vieles schmeckt auch gut, wenn es nicht so stark gesüßt ist.

 

Aktualisiert am 12.01.2012

 

Empfehlen Sie diese Seite weiter!