07.11.2011 - Kartoffeln werden häufig mit dem Hinweis „nach der Ernte behandelt“ versehen. Dabei bleibt für den Verbraucher unklar, welche Wirkstoffe bei der Behandlung zum Einsatz gekommen sind und ob diese gesundheitlich bedenklich sind.
Damit Kartoffeln das ganze Jahr über als Lebensmittel auf dem Markt zur Verfügung stehen, werden sie teilweise nach der Ernte haltbar gemacht. Während der oft monatelangen Lagerdauer beginnen die Kartoffeln je nach Sorte mehr oder weniger schnell zu keimen. Eine Keimung kann entweder durch Kaltlagerung verhindert werden oder es können Keimhemmungsmittel mit dem Wirkstoff Chlorpropham zum Einsatz kommen. Chlorpropham unterdrückt die Zellteilung in den Augen der Kartoffeln und verhindert dadurch das Auskeimen.
Oberflächenbehandelte Kartoffeln müssen mit der Angabe „nach der Ernte behandelt“ gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung findet sich bei verpackten Kartoffeln auf dem Etikett, bei lose verkauften Kartoffeln muss sie auf einem Schild oder Aushang ausgewiesen werden. Eine Nennung des verwendeten Stoffes ist nicht vorgeschrieben.
Verbraucher, die es vermeiden möchten mit Chlorpropham behandelte Kartoffeln zu verzehren, sollten darauf achten, dass die Kartoffeln nicht mit dem Vermerk „nach der Ernte behandelt“ gekennzeichnet sind.
Bei Frühkartoffeln werden selten oder nur wenig Keimhemmungsmittel eingesetzt, da sie für den baldigen Verzehr bestimmt sind und sie sich für eine längere Lagerung ohnehin nicht eignen.
Für Bio-Kartoffeln ist eine Keimhemmung mit Chlorpropham nicht erlaubt.
Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung ist bei Aufnahme von Chlorpropham über Kartoffeln nicht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen, wenn die zulässigen Rückstandshöchstgehalte eingehalten werden.
Kartoffeln enthalten natürlicherweise den Giftstoff Solanin. Es findet sich vor allem in der Schale, den Keimen und im Bereich der Augen. Unreife oder durch Lichteinwirkung grün gefärbte Kartoffeln enthalten ebenfalls Solanin. Laut Information der Deutschen Gesellschaft für Ernährung können Vergiftungssymptome bereits ab 1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht auftreten. Aufgrund ihres geringeren Körpergewichts sind insbesondere Kinder gefährdet.
Die Kartoffel trägt als hochwertiges Grundnahrungsmittel erheblich zur Versorgung der Menschen mit wichtigen Nährstoffen bei. Sie ist Vitamin C-reich, enthält viel Stärke und hochwertiges Eiweiß. Sie ist für eine gesunde Ernährung bestens geeignet.
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