Vorsicht vor Abzock-E-Mails!

20.05.2011 - In den meisten Fällen lässt sich E-Mail-Betrug leicht erkennen oder wandert schon von selbst und vollautomatisch in den Spam-Ordner. Doch nach wie vor fallen einige Internetnutzer auf Betrugs-E-Mails herein. Mitunter ist es auch gar nicht so einfach Betrugsversuche von seriöser Post zu unterscheiden.

"Nigeria-Connection"

Ein „alter Hut“ ist beispielsweise die Masche der sogenannten „Nigeria-Connection“. Hier werden E-Mails versendet, in denen den Empfängern erhebliche Geldsummen von mehrere Millionen Dollar versprochen werden. Sie sollen dafür ausländischen, meist afrikanischen, Geschäftsleuten behilflich sein, riesige Dollarbeträge außer Landes zu schaffen. Als Belohnung winkt eine „Provision“, die häufig ebenfalls in sechsstelliger Höhe liegt. Bevor die Transaktion stattfindet, soll der Empfänger aber erst einen Vorschuss bezahlen. Teils wird dies mit anfallenden Transaktionskosten begründet, teilweise soll es sich nur um einen Nachweis der Zuverlässigkeit des Empfängers handeln. Geht der Empfänger auf den Vorschlag ein, ist das Geld unwiederbringlich verloren. Die versprochene Provision fließt natürlich nicht und ganz nebenbei hat sich der Empfänger unter Umständen sogar der versuchten Geldwäsche strafbar gemacht.

Bettel-E-Mails für notleidende Familien

Auf eine ähnliche Art und Weise funktionieren Bettel-E-Mails, bei denen die Empfänger aufgefordert werden, Geldbeträge an angeblich notleidende Familien zu bezahlen. Mitleiderregende Geschichten sollen die Empfänger dazu bewegen, Geld zu spenden. Tatsächlich sind sämtliche bislang bekannt gewordenen Geschichten frei erfunden.

Falscher Hilferuf - Betrüger knacken E-Mail-Adressen von Freunden und Bekannten

Es gibt aber auch Betrugs-E-Mails, die auf den ersten Blick nicht so einfach zu erkennen sind. So kommt es immer öfter vor, dass Betrüger nicht einen anonymen E-Mail-Account nutzen, sondern den geknackten E-Mail-Account eines anderen Nutzers. Unter dessen echtem Namen werden dann sämtliche in dessen Adressbuch verzeichnete E-Mail-Adressen angeschrieben und um Geld gebeten.

Der Empfänger einer solchen E-Mail sieht als Absender also jemanden, mit dem er in der Vergangenheit schon E-Mail-Verkehr hatte, beispielsweise einen guten Bekannten oder Freund. Dieser „scheinbare“ Bekannte bittet dann via E-Mail aus einer angeblichen Notsituation heraus dringend um Geld, das er sich leihen und später zurückzahlen möchte. Geht der Empfänger auf das Anschreiben ein, erhält er in einer zweiten E-Mail Informationen, wie die Zahlung erfolgen soll. Ist das Geld dann erst überwiesen, besteht praktisch keine Chance mehr, den verlorenen Geldbetrag wiederzuerlangen. Der VerbraucherService Bayern geht davon aus, dass Betrugsversuche dieser Art, insbesondere solche in „personalisierter“ Form, künftig stark zunehmen werden.

Der VSB rät daher:

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