Zöliakie – Wenn Getreide krank macht

15.03.2010 - Getreide gilt Ernährungsexperten als eines der gesündesten Lebensmittel schlechthin. Trotzdem sind Getreideprodukte nicht für Jeden geeignet. Im Gegenteil: Menschen, die an Zöliakie leiden, müssen Getreide meiden. Es enthält den Eiweißbestandteil Gluten, der von Menschen mit dieser erblichen Krankheit nicht vertragen wird. Abhilfe schafft eine glutenfreie Diät.

Die Zöliakie ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, die auf Grund einer Überempfindlichkeit gegenüber Gluten ausgelöst wird. Zöliakie ist genetisch bedingt und kommt in weiten Teilen der Erde vor. Die Krankheit tritt in den meisten Fällen bereits im Säuglingsalter auf, in Ausnahmefällen erst im Jugend oder Erwachsenenalter. Gluten, ein Klebereiweiß das in vielen Getreidesorten vorkommt löst eine Entzündung der Darmschleimhaut aus. Als Folge bilden sich die Darmzotten zurück, die für die Aufnahme der Nährstoffe aus dem Darm verantwortlich sind.

Diese Erkrankung ist nicht heilbar und kann nur diätetisch behandelt werden. Aus diesem Grund muss eine streng glutenfreie Diät lebenslang eingehalten werden. Wird dem Körper kein Gluten mehr zugeführt, regenerieren sich die Darmzotten wieder und die Symptome verschwinden.

Symptome

Typische Symptome bei Kindern sind Gedeihstörungen, Leibblähungen, Durchfälle, Blässe, Erbrechen, Wesensveränderungen, Appetitlosigkeit und Muskelschwäche.

Erwachsene leiden unter Krankheitsgefühl und Leistungsschwäche, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit oder ständigem Hungergefühl und Gewichtsabnahme.Der Magen-Darm-Trakt rebelliert und reagiert mit  Durchfall oder Verstopfungen, Blähungen und Übelkeit.Des Weiteren treten auch untypische Beschwerden wie Knochenschmerzen, Krämpfe, Zahnschäden, Migräneanfälle, fahle Haut oder Zyklusstörungen auf.

Eine zuverlässige Diagnose kann jedoch nur nach einer Darmspiegelung von einem Facharzt gestellt werden.

Welche Lebensmittel sind glutenfrei

Absolut glutenfrei sind alle Lebensmittel, die nicht zu den glutenhaltigen Getreidearten zählen und weder zubereitet noch verarbeitet sind. Dazu gehören Frischfleisch, Frischfisch, Obst, Gemüse oder Nüsse.

Bei der Verarbeitung von Bohnenkaffee, Tee, Wein und Fetten wird ebenfalls kein Gluten zugesetzt.

Kartoffeln, Buchweizen, Hirse, Reis- und Wildreis, Mais, Quinoa, Amaranth, Soja, Kastanien und Tapioka sind glutenfrei. Beim Mahlen und Verpacken ist jedoch eine Verunreinigung mit Gluten möglich. 

Glutenfreie Wurst- und Wurstwaren, Brot, Gebäck und Teigwaren sind im Handel als glutenfrei gekennzeichnet erhältlich. Inzwischen gibt es jedoch auch Metzgereien und Bäckereien die ausschließlich glutenfreie Produkte anbieten.

Ungeeignete Lebensmittel

Die glutenhaltigen Getreidesorten Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel, Kamut, Einkorn, Emmer, Urkorn, Grünkern, Triticale sind strikt zu meiden.

Hafer, eigentlich glutenfrei, ist aufgrund von möglichen Verunreinigungen mit Gluten ebenfalls ungeeignet.

Da Gluten häufig als Lebensmittelzusatz verwendet wird, müssen alle verarbeiteten Lebensmittel aufmerksam überprüft werden. Wurst- und Wurstwaren, Süßstoffe, Gelierzucker, Kaffeepads, Getränkepulver, Obst- und Gemüsekonserven oder Gewürze werden oft mit Gluten versetzt.

Die Kennzeichnung

Seit dem 25.11.2005 müssen zwar glutenhaltige Zutaten auf der Zutatenliste verpackter Produkte angegeben werden, dennoch ist Vorsicht geboten:

Eine gute Hilfestellung bietet hier die Deutsche Zöliakie Gesellschaft, die Kataloge mit garantiert glutenfreien Lebensmitteln anbietet. (www.dzg-online.de)

Ab 1.Januar 2012 gilt verbindlich eine neue EU-Verordnung, die eine Kennzeichnung für Lebensmittel regelt. Bei weniger als 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm darf das Erzeugnis als „glutenfrei“ bezeichnet werden.

Bei maximal 100 Milligramm Glutengehalt pro Kilogramm Erzeugnis darf es mit „sehr geringer Glutengehalt“ gekennzeichnet werden.Diese Grenzen liegen derzeit noch höher.

In der Küche

Beim VerbraucherService Bayern können Menschen die an Zöliakie leiden, lernen wie Sie mit der Krankheit umgehen können. In Einzel- und Gruppenberatungen sowie in Kochkursen werden wichtige Informationen dazu vermittelt.

 

Stand: März 2010

 

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