Ernährung

10.02.2017, Getränke-Ratgeber

Energydrinks sind nichts für Kinder

Energydrinks erfreuen sich seit Jahren ungebrochener Beliebtheit. Hersteller werben mit Trendsportarten und Popkultur und sprechen so vor allem Jugendliche und junge Erwachsene an. Der versprochene „Energiekick“ ist den Inhaltsstoffen Koffein und Zucker geschuldet. Problematisch ist, dass auch Kinder zu Energydrinks greifen. Für diese sind koffeinhaltige Getränke jedoch nicht geeignet.


Foto: © beermedia - Fotolia.com

Immer noch wächst der Markt für Energydrinks. Laut einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Mintel stieg im Jahr 2015 der weltweite Verbrauch von Energydrinks um 10 % auf 8,8 Milliarden Liter. In Deutschland erreichte der Absatz im Jahr 2015 ganze 328 Millionen Liter. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlichte im Jahr 2013 Daten zum Konsum von Energydrinks in der europäischen Bevölkerung. Demnach sind Energydrinks in allen Altersgruppen beliebt.
In Deutschland konsumieren ungefähr 30 % der Erwachsenen (18-65 Jahre) Energydrinks. Bei den Jugendlichen (10-18 Jahre) sind es rund 60 %. Und immerhin 13 % der Kinder (3-10 Jahre) tranken mindestens einmal im Jahr Energydrinks. Unter den Kindern und Jugendlichen gibt es auch Gruppen mit riskant hohem Konsum. Etwa 12 % der europäischen Jugendlichen, die Energydrinks konsumieren, trinken durchschnittlich 7 Liter im Monat und unter den Kindern kommen rund 16 % auf 4 Liter im Monat.

Wie viel Koffein darf es sein?

Die EFSA hat Obergrenzen für die Koffeinaufnahme herausgegeben. Sie hält eine über den gesamten Tag verteilte Koffeinaufnahme von bis zu 400 Milligramm für gesunde Erwachsene für unbedenklich. Ebenso unbedenklich sei eine Einzeldosis bis zu 200 Milligramm Koffein, das entspricht ungefähr 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Diese Menge von 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht hält die EFSA auch für Kinder und Jugendliche für ungefährlich.

Zum Vergleich:

Eine Tasse (200 ml) Filterkaffee enthält 90 Milligramm Koffein,

eine Dose (250 ml) Energydrink 80 Milligramm Koffein.

Bei einem Kind von 8 Jahren, das ungefähr 30 Kilogramm wiegt, ist mit einer Dose Energydrink die Obergrenze erreicht. Bedenklich ist hier der Trend zur Halbliterdose (www.lebensmittelpraxis.de; 2014), auch Flaschen mit bis zu 1,5 Liter Inhalt sind erhältlich.

Besteht ein Risiko für die Gesundheit?

Typische Inhaltsstoffe von Energydrinks sind neben Koffein noch Taurin, Glucuronolacton und Inosit, die ebenfalls als Wachmacher gelten. Das ist jedoch nicht bewiesen. Unerwünschte Wirkungen von Energydrinks auf die Gesundheit werden vermutlich in erster Linie durch Koffein verursacht. Koffein wirkt auf das zentrale Nervensystem und kann in mäßiger Dosierung die Konzentrationsfähigkeit erhöhen, Müdigkeit entgegenwirken und die körperliche Leistungsfähigkeit steigern. Bei überhöhter Koffeinaufnahme können Nebenwirkungen wie Nervosität, erhöhte Erregbarkeit, Schweißausbrüche, Herzrasen oder Schlaflosigkeit auftreten. Eine chronisch hohe Koffeinzufuhr wird mit Herz-Kreislaufproblemen in Verbindung gebracht.

Für Kinder sind koffeinhaltige Getränke deshalb grundsätzlich nicht geeignet, das gilt insbesondere für unruhige Kinder mit ohnehin gestörter Aufmerksamkeit.

Jugendliche mischen Energydrinks häufig mit Alkohol oder trinken sie zum Sport, um ihre Leistung zu steigern (EFSA 2013). Die EFSA hält Mischungen aus Energy und Alkohol bis zu einer Promillegrenze von 0,8 für nicht gefährlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beurteilt die Situation kritischer: Bei einem hohen Energydrink Konsum könne sich die gleichzeitige Aufnahme größerer Mengen Alkohol und/oder ausgiebige körperliche Betätigung zusätzlich negativ auf das Herzkreislaufsystem auswirken.

Was bringt der Warnhinweis?

Die gesetzliche Obergrenze für Koffein liegt für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke bei 320 Milligramm pro Liter. Hersteller müssen die genaue Menge an zugegebenem Koffein pro 100 Milliliter Getränk angeben, wenn der Koffeingehalt über 150 Milliliter pro Liter liegt. Dann ist für Energydrinks auch der Warnhinweis „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ verpflichtend. Nachdem die Veröffentlichung der EFSA den Konsum von Energydrinks bei Kindern offengelegt hat, sind starke Zweifel angebracht, ob der Warnhinweis seine gewünschte Wirkung erzielt.

Auch die freiwilligen Hinweise einiger Hersteller wie „Nur eine begrenzte Menge konsumieren“, „Nicht in Verbindung mit Alkohol konsumieren“, „Nicht in Verbindung mit erhöhter sportlicher Aktivität konsumieren“ scheinen wenig Beachtung zu finden.

Damit der Warnhinweis überhaupt beachtet wird, muss er, entweder größer, farbig oder an einer besser sichtbaren Stelle platziert werden.

Wie viel Zucker ist drin?

Energydrinks enthalten beträchtliche Mengen an Zucker. Dieser liefert Energie in Form von Kalorien. Manche Dosen enthalten bis zu 16 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Hochgerechnet auf eine kleine 250 Milliliter Dose sind das 40 Gramm Zucker, das entspricht mehr als 13 Stück Würfelzucker. Gerade wenn Energydrinks regelmäßig oder mehrere Dosen am Tag getrunken werden, kann das zur Gewichtszunahme beitragen und die Zähne schädigen. Der süße Geschmack ist wohl auch der Grund warum bereits Kinder gerne Energydrinks trinken. Der Zucker überdeckt den bitteren Geschmack des Koffeins.

Es gibt auch Energydrinks bei denen der Zucker durch Süßstoff ersetzt wurde. Diese haben keine Kalorien und sind nicht kariogen. Vom häufigen Verzehr ist trotzdem abzuraten, weil süße Getränke eine Geschmacksvorliebe für Süßigkeiten begünstigen können.

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