Ernährung

02.03.2015

Fisch - am besten mit Umweltsiegel

Fisch liegt im Trend. Gilt er doch als wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. Doch viele Fischarten gelten als überfischt. Ist Fisch dennoch immer eine gute Wahl?

Verbraucher können durch bewusstes Einkaufen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Fischerei nachhaltig gestaltet wird und die Bestände der begehrten Fische nicht unter rücksichtsloser Fischerei leiden.

Siegel für umweltgerechte und nachhaltige Fischerei
Zusammen mit Wissenschaftlern und Umweltorganisationen sowie Fischereiexperten hat das Marine Stewardship Council (MSC) ein Umweltsiegel für Fisch entwickelt, mit dem Ziel einer langfristigen Sicherung der Fischbestände sowie einer gesunden maritimen Umwelt. Umweltgerechtes Fischereimanagement wird vom MSC mit einem blauen Logo ausgezeichnet. Das Siegel steht für nachhaltige und umweltgerechte Fischerei bei Wildfang. (Mehr Infos zum MSC-Label unter www.label-online.de)

Da Zuchtfisch für unseren Fischkonsum mehr und mehr an Bedeutung gewinnt, hat die Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) nach dem Vorbild des MSC die Einführung eines Siegels für Fisch aus nachhaltiger Aquakultur initiiert. Das sogenannte Aquaculture Stewardship Council (ASC) achtet bei der Vergabe seines ASC-Siegels auf ökologische und soziale Standards.Bisher sind Tilapia, Pangasius Lachs, Forelle und Garnelen mit dem ASC-Siegel in Deutschland erhältlich.

Aquakultur gewinnt an Bedeutung
Laut der Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) gelten 80 % der Fischbestände als bis an die Grenzen befischt oder sogar überfischt. Besonders wegen der Überfischung gewinnt neben dem klassischen Fischfang in öffentlichen Gewässern die Aquakultur an Bedeutung. Aquakultur ist die kontrollierte Aufzucht von Fischen, Krebstieren, Muscheln und Algen. Bei Meeresfischen basiert sie oft auf Netzgehegen, die frei im Meer oder in Buchten schwimmen. Auf dem europäischen Festland sind Aquakulturen in fließenden oder stehenden Gewässern unter freiem Himmel am meisten verbreitet. Der Anteil von Speisefisch aus Aquakulturen am gesamten Fischangebot heute fast 50 Prozent.

Allerdings bringen Aquakulturen auch Probleme mit sich. Diese ergeben sich aus der Überdüngung von Gewässern, aufgrund nicht vollständig verwerteter Nahrung, Ausscheidungen der Fische und toten Fischen. Zusätzlich sind die in unnatürlich großen und dichten Verbänden gehaltenen Tiere krankheitsanfälliger als Wildfische. Sie benötigen deshalb Antibiotika, die ebenfalls das Ökosystem der Umgebung und die menschliche Gesundheit gefährden. Fische können auch aus Aquakulturen ausbrechen und sich in Meeresgegenden ausbreiten, die nicht ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet entsprechen.

Kennzeichnung - Produktionsmethode und Fanggebiet muss angegeben werden
Ob ein Speisefisch aus einer Aquakultur stammt, können Verbraucher an der Kennzeichnung erkennen. Seit dem 01.01.2002 gilt nach der Verordnung Nr. 104/2000 für alle EU-Mitgliedstaaten die Kennzeichnungspflicht von frischen, gefrorenen und gerächerten Fischen oder Krebs- und Weichtieren. Händler müssen neben der Handelsbezeichnung der jeweiligen Fischart auch die Produktionsmethode ("gefangen in ...", "aus Binnenfischerei", "aus Aquakultur" oder "gezüchtet") und das Fanggebiet ausweisen.

In der ökologischen Fischerei werden Futterstandards und Bestandsdichte wesentlich strenger gehandhabt als es bei MSC und ASC der Fall ist.

Verbraucher, denen Umwelt- und Tierschutz besonders am Herzen liegen, sollten nur Fisch mit einem der anerkannten Siegel kaufen.


Einkaufsführer Fisch
Der WWF veröffentlicht regelmäßig einen Einkaufsführer Fisch mit leicht nachvollziehbaren EntscheidungskriterienDer "Fischführer" ist hier erhältlich. Auch von Greenpeace gibt es einen Ratgeber für den nachhaltigen Fischkauf.

Hintergrundinformationen:
Der Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch betrug nach Auskunft des Fischinformationszentrums e.V. in Hamburg im Jahre 2013 ca. 13,7 kg. Damit blieb der Absatz an Fisch und Meeresfrüchten in den letzten Jahren weitgehend konstant. Das Gesamtfanggewicht an Fisch und Fischerzeugnissen in Deutschland betrug im Jahr 2013 rund 2 Millionen Tonnen.

Die Deutschen bereichern ihren Speiseplan am liebsten mit Alaska-Seelachs, Hering, Lachs und Thunfisch. Diese vier machten 2013 zusammen ca. 69 % des Fischverzehrs aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt mindestens einmal wöchentlich eine Seefischmahlzeit einzuplanen. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist ein hoher Fischverzehr wegen seiner zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffe empfehlenswert. Dabei sind neben den Vitaminen A und D auch B-Vitamine und vor allem das Spurenelement Jod und die lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren bedeutend.

Jod ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone und kommt besonders in Seefisch reichlich vor. Bekommt die Schilddrüse nicht genügend Jod, gleicht sie den Mangel mit Wachstum aus. Das Resultat ist ein Kropf. Regelmäßiger Fischverzehr kann den Jodbedarf decken.

Das Fett der Fische enthält lebenswichtige Omega-3-Fettsäuren die unser Körper nicht selber bilden kann. Diese Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die ebenfalls hauptsächlich in Seefisch vorkommen. Im menschlichen Körper werden aus den Omega-3-Fettsäuren Gewebshormone gebildet, die positiv auf die Blutfettwerte und den Blutdruck wirken. Sie verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, wirken entzündungshemmend, beugen Ablagerungen in den Blutgefäßen vor und tragen so zur Verringerung des Arterioskleroserisikos bei.

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