Ernährung

25.11.2015

Kokoswasser – neues Trendgetränk oder idealer Durstlöscher für Sportler?

Kokoswasser wird als natürliche, mineralstoffreiche kalorienarme Erfrischung für Gesundheitsbewusste beworben. Die klare, leicht süßlich schmeckende Flüssigkeit im Innern der jungen Kokosnüsse ist als Sportgetränk dennoch nur eingeschränkt empfehlenswert.

In den Anbauländern der Kokospalme gilt das Kokoswasser als beliebtes Erfrischungsgetränk, was hygienisch unbedenklich direkt aus der unreifen, noch grünen Kokosnuss mit Trinkhalm gesaugt wird. In einer jungen Nuss, 6-8 Monate alt, befinden sich im Hohlraum 250 bis 500 ml dieser leicht süßlich-nussig schmeckenden Flüssigkeit, manchmal sogar bis zu 800 ml. Nach der Gewinnung auf Plantagen in Ländern wie Sri Lanka oder Costa Rica wird der „Saft“ (unter Vakuum) schonend gewonnen, pasteurisiert und vorwiegend in Tetrapacks für den Export abgefüllt.

Für Sportler bedingt geeignet

Kokoswasser besteht größtenteils aus Wasser, enthält kaum Eiweiß und Fett, aber reichlich Mineralstoffe, vor allem Kalium, Magnesium, Natrium und Phosphor. Der natürliche Zuckergehalt, eine Mischung aus Fruktose, Glucose und Saccharose, ist vergleichbar mit dem von Apfelschorle mit 50 % Wasseranteil. Er liegt bei 40-50 g Zucker pro Liter Kokoswasser. Auch einige B-Vitamine und Spurenelemente sind in geringer Menge enthalten.

Im Leistungssport

Kokoswasser ist gerade wegen seines hohen Mineralstoffgehalts nicht uneingeschränkt für Leistungssportler während und nach dem Sport zu empfehlen. Denn bei höherer Beanspruchung und starkem Schwitzen ist der Natriumgehalt zu gering, so dass der hohe Kaliumgehalt von rund 2500 Milligramm pro Liter zu Herzproblemen führen kann. Der Magnesiumgehalt ist mit bis zu 250 Milligramm pro Liter für ein Sportgetränk ebenfalls zu hoch und kann Darmkrämpfe oder Durchfall hervorrufen.

Im Breitensport

Auch Breitensportler decken ihren Flüssigkeitsverlust laut Experten besser mit einem isotonen Getränk wie einer Fruchtsaftschorle.

Ob Kokoswasser die Nieren-, Leber- und Herzfunktion sowie die Ausscheidung von Giftstoffen und Harnsäure fördert, ist durch Studien nicht ausreichend belegt. Auch enthält Kokoswasser zwar vergleichbare Mengen Calcium wie Kuhmilch, der Gehalt an Eiweiß und den Vitaminen B2 und B12 ist aber deutlich niedriger, so dass Kokoswasser keinen adäquaten Milchersatz bei Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie darstellt.

Teurer Durstlöscher

Ganz billig ist die exotische Erfrischung ohnehin nicht: Rechnet man auf einen Liter um, ergeben sich Preise von 3,50 Euro bis ca. 8 Euro. In Deutschland wird das Kokoswasser meist in Tetrapacks mit 330 ml Inhalt angeboten. Neben dem natürlichen Geschmack ohne weitere Zusätze gibt es auch Varianten mit Fruchtgeschmack. Hier werden meist Fruchtpürees aus Pfirsich, Mango oder Ananas, Kokosnusspüree oder auch Vitamin C zugesetzt. Im Bio-Bereich gibt es auch Angebote mit Holunderblüte, Aronia oder Granatapfel.

Unter ökologischen Aspekten ist das Produkt eher fragwürdig. Schließlich wird vor allen Dingen Wasser über sehr weite Strecken transportiert. Immerhin kommen Bio-Kokosnüsse aus Mischkultur-Plantagen mit umwelt- und sozialverträglichen Standards.

Nicht verwechseln mit Kokosmilch
Wird hingegen das Fruchtfleisch der reifen Kokosnuss mit Wasser püriert und dann ausgepresst, entsteht Kokosmilch. Sie enthält reichlich Fett, nämlich ca. 15 bis 25 %, je nach verwendeter Wassermenge. Kokosmilch wird in Dosen oder als ultrahocherhitzte Kokosmilch in Tetrapacks exportiert. Sie kann anders als Kuhmilch wegen ihres hohen Fettgehalts nicht dauerhaft homogenisiert werden. Fett- und Wasseranteil trennen sich daher in der Verpackung natürlicherweise voneinander. Teilweise werden deshalb Emulgatoren und/oder Verdickungsmittel zugesetzt, um dieser Trennung entgegenzuwirken. Kokosmilch ist eine beliebte Grundzutat für asiatische Suppen und Soßen, zudem vegan, da komplett pflanzlichen Ursprungs.

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