Umwelt

02.05.2017, Umwelttipp

Duftstoffe sparsam einsetzen

Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel sollen Kleidung, Körper und Wohnung säubern. Obwohl Duftstoffe keine reinigende Wirkung haben, spielen sie bei der Entscheidung für ein Produkt eine wichtige Rolle. Doch ein übermäßiger Einsatz von Duftstoffen kann Probleme mit sich bringen.


Foto: © boeselhack - Fotolia.com

Duftstoffe können unser Verhalten beeinflussen. Im Tier- und Pflanzenreich dienen sie zur Kommunikation, z.B. um Insekten anzulocken oder Feinde abzuwehren. Auch beim Menschen können Düfte Gefühle und Erinnerungen wecken und werden deshalb gezielt Produkten zugesetzt.

Ob Wäsche, Haut oder Haar: Gerade, wenn es um Sauberkeit und Hygiene geht, spielt der Duft eine wichtige Rolle. Frisch, anregend oder blumig – die Produkte sollen auch über den Geruch Sauberkeit signalisieren und zur Produkterkennung beitragen. Andere Präparate wie Raumsprays, Deos oder Duftkerzen wiederum haben keine reinigende Funktion sondern dienen lediglich dazu, unangenehme Gerüche zu überdecken. Selbst für Mülleimer gibt es entsprechende Deo-Produkte.

Doch die Allgegenwart von Duftstoffen und ihr zunehmender Einsatz können zum Problem werden. Duftstoffe gehören zu den leicht flüchtigen organischen Verbindungen. Sie können natürlichen Ursprungs, z.B. aus Pflanzen gewonnen, oder künstlich im Labor hergestellt sein. Natürliche Duftstoffe sind nicht automatisch unbedenklich: Auch sie können sich auf Mensch und Umwelt auswirken. Etwa 3000 verschiedene Stoffe werden zur Parfümierung von Produkten genutzt, meistens kommt eine Kombination aus wenigen oder bis zu 100 Einzelsubstanzen in unterschiedlichen Konzentrationen zum Einsatz.

Angenehmer Duft, unangenehme Folgen

Mit dem „Duft“ gelangen viele verschiedene Chemikalien in die Umgebungsluft, die über die Atmung in den Körper gelangen und sich über die Blutbahn verteilen können. Wie bei Lärm kann ein Zuviel an Gerüchen Stress auslösen. Einige Duftstoffe können Unverträglichkeitsreaktionen wie Unwohlsein oder Kopfschmerzen hervorrufen bzw. Haut und Atemwege reizen.

Insbesondere auf der Haut können Duftstoffe zum Problem werden. So sind diese nach Nickel die zweithäufigsten Auslöser von Kontaktallergien. 26 Duftstoffe werden derzeit als besonders stark allergieauslösend eingestuft und müssen deshalb auf der Verpackung aufgeführt sein. In Shampoos, Duschgel und Waschmittel besteht die Kennzeichnungspflicht ab einem Anteil von 0,01 Prozent. In Produkten wie Creme, Haarfestiger, Deo oder Parfüm, die auf der Haut oder den Haaren verbleiben, gilt die Kennzeichnungspflicht bereits ab einem Anteil von 0,001 Prozent. Unterhalb dieser Konzentrationen müssen die Substanzen nicht angegeben werden.

In der Umwelt unerwünscht

Gerade durch Wasch- und Reinigungsmitteln gelangen Duftstoffe ins Abwasser. In der Umwelt sind sie unerwünscht. Es gibt Duftstoffe, die schwer biologisch abbaubar sind oder sich in Organismen anreichern können. Andere wiederum sind toxisch für Gewässerorganismen. Probleme bereiten können auch natürliche Duftstoffe wie beispielsweise Orangenöl, das in einer Konzentration unter 1 mg/l giftig für Wasserorganismen ist.

Insgesamt bestehen über die Wirkungen von Duftstoffen auf Gesundheit und Umwelt derzeit noch Daten- und Informationslücken.

Weniger ist mehr – Tipps für den Alltag

Düfte sollten generell sparsam eingesetzt werden und auf keinen Fall dazu dienen, schlechte Gerüche zu überdecken. Wichtig für eine gesunde Innenraumluft und gute Hygiene ist es, ausreichend zu lüften und regelmäßig zu reinigen. Empfohlen wird, täglich mehrmals mit weit geöffneten Fenstern stoßzulüften. Insbesondere während der Heizsaison sollten gekippte Fenster vermieden werden.

Darauf sollten Sie im Umgang mit Duftstoffen achten:

  • Bei Kleinkindern ist besondere Vorsicht geboten: Ätherische Öle wie Minzöl oder Campheröl können bei Säuglingen und Kleinkindern zur Verkrampfung der Atemwege führen. Verwenden Sie deshalb nur Präparate, die speziell für Säuglinge und Kleinkinder bestimmt sind, und verzichten Sie im Kinderzimmer auf Beduftung z.B. mit Duftlämpchen.
  • Auch bei Kindern sollten Duftstoffe möglichst vermieden werden. Spezielle Kinderparfüms oder Deos sind in der Regel nicht nötig. Auch Kinderspielzeug sollte keinen Duft abgeben.
  • Bei Wasch-, Körperpflege und Reinigungsmitteln können Sie den Inhaltsstoffen entnehmen, ob allergene Duftstoffe wie z.B. Cinnamal, Eugenol oder Linalool enthalten sind. Das Bundesamt für Verbraucherschutz informiert, welche Duftstoffe kennzeichnungspflichtig sind. Andere Duftstoffe müssen derzeit nicht namentlich aufgeführt werden; hier reichen Sammelbegriffe wie „Parfüm“ oder „Aroma“.
  • Achten Sie beim Kauf z.B. von Waschmittel auf Hinweise wie „ohne Duftstoffe“ oder „sensitiv“. Mit dem DAAB-Logo ausgezeichnete Produkte sind frei von allergenen Stoffen, z.B. Duft-, Konservierungs- und Farbstoffen.
  • Gütezeichen wie die Euro-Blume kennzeichnen Wasch- und Reinigungsmittel, in denen umwelt- und gesundheitsbelastende Stoffe weitgehend vermieden werden.
  • Wer Parfüm benutzt, sollte ab und zu wechseln, sonst schwächt sich der Geruch in seiner Wahrnehmung ab. Es besteht dann die Gefahr, zu viel Parfüm aufzutragen.

 

Links

Allum: Tipps zum Umgang mit Duftstoffen

Industrie- und Körperpflegeverband: Kennzeichnung von Duftstoffen

Umweltbundesamt: Duftstoffe

Umweltbundesamt: Duftstoffe – chemische Begleiter des Alltags

 

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