Umwelt

15.12.2016, Rauch- und schadstoffarmes Heizen

Holzofen richtig schüren

Das Heizen mit Holzöfen liegt im Trend. Gestiegene Gas- und Ölpreise machen die Verfeuerung von Holz im privaten Kaminofen attraktiv. Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe gilt als ökologisch sinnvoll. Falsche Befeuerung macht die vermeintlich umweltfreundliche Heizmethode jedoch zur Feinstaub- und Schadstoffquelle. Doch es gibt Methoden, um das Heizen möglichst schadstoffarm und effizient zu halten.

Gesundheits- und Umweltgefahr


Foto: © Kzenon/shutterstock

Die Verwendung von natürlichem Holz gilt grundsätzlich als klimaneutral, weil bei der Verbrennung nur das Kohlendioxid freigesetzt wird, das während der Wachstumsphase im Holz gebunden wurde. Trotzdem sorgen private Holzfeuerungen weltweit für einen beträchtlichen Schadstoffausstoß. So steigt die Feinstaubbelastung im Winter in Städten erheblich an. Gesetzliche Maßnahmen, um Holzfeuerungen einzudämmen, sind zunehmend die Folge. Gründe für den Anstieg der Feinstaubwerte in Städten sind unter anderem der zahlenmäßige Anstieg von privaten Kleinfeuerungsanlagen sowie eine falsche Bedienung der Öfen durch ihre Nutzer. So wird das Heizen mit Holz schnell umwelt- und gesundheitsschädlich.

Das richtige Brennmaterial

Bereits bei der Auswahl des Brennmaterials können gängige Fehler einfach vermieden werden. Am besten eignen sich naturbelassene, gespaltene Scheithölzer mit einem Umfang von 10 bis 30 cm oder Holzbriketts. Laut Bundesimmissionsschutzgesetz sind Papier (auch Zeitungen, Kartons), Abbruchmaterial, Baustoffe, lackiertes und farbiges Holz, Textilien und Plastik verboten. Durch deren Abbrand gelangen krebserregende Stoffe in die Abgase und somit in die Luft. Auch Schäden an der Ofenanlage sind durch falsche Brennstoffe möglich.

Die Holzfeuchte des Brennholzes ist entscheidend für die Feinstaubentwicklung. Das Bundesemissionsschutzgesetz nennt eine maximal zulässige Feuchte von 25 Prozent. Zur Überprüfung des Brennmaterials ist die Nutzung eines Holzfeuchtemessgerätes zu empfehlen. Weniger Schadstoffe in den Abgasen und ein höherer Heizwert sind jedoch mit einer Feuchte bis maximal 20 Prozent zu erreichen (Stiftung Warentest).

Grundsätzlich muss eine gute Belüftung des Feuers gewährleistet sein, um einen schadstoffarmen Abbrand zu erreichen. Dazu empfiehlt es sich, vor jedem Anzünden den Aschekasten zu leeren.

Richtiges Anzünden

Zum Anzünden ist eine umweltfreundliche Anzündhilfe, etwa aus Reisig oder Holzwolle, die beste Wahl (Magazin Edinger). Als Anzündholz eignet sich besonders kleinstückiges Weichholz, das bei Zimmertemperatur gelagert wurde. Nach aktuellem Kenntnisstand ist das Anzünden von oben wesentlich schadstoffärmer als das traditionelle Anzünden von unten. Hierbei (von oben) werden zwei bis drei Scheite nebeneinander auf den Boden des Feuerraums platziert. Die Scheite sollten hierbei locker nebeneinander gelegt werden, um genügend Luftzufuhr zu garantieren. Auf eines der Scheite platziert man dann den Bio-Anzünder. Kleine dünne Hölzchen werden anschließend kreuzweise obenauf gestapelt. Anschließend kann der Anzünder entzündet werden (TFZ).

Schadstoffarmes Heizen durch hohe Verbrennungstemperaturen

Für möglichst emissionsfreies Heizen ist es ratsam, schnellstmöglich hohe Verbrennungstemperaturen in der Feuerstätte zu erreichen. Dazu sind zu Beginn alle Luftschlitze zu öffnen, eventuell auch ein Fenster. Es kann zunächst auch die Ofentür angelehnt werden.  Wenn das Anzündholz ordentlich brennt, können etwas größere Weichholzscheite nachlegt sowie die Primärluftklappe geschlossen werden (TFZ). Wenn sich Hitze und Glut entwickelt haben, sollte mit Hartholz nachgelegt werden. Dies verhindert einen Schwelbrand oder ein Erlöschen des Feuers. Mithilfe eines Ofenrohr-Thermometers können Ofenbesitzer eicht erkennen, wann der richtige Zeitpunkt zum Nachlegen von Brennmaterial gekommen ist.

Es ist hierbei zu raten, mit dem Nachlegen solange zu warten, bis der volle Abbrand erfolgt ist, damit beim Öffnen der Tür keine Rauchgase in den Wohnraum gelangen (ansonsten sofort lüften). Falls es im Wohnraum zu warm wird, empfiehlt es sich, lieber kein Holz mehr nachzulegen, statt die Luftschieber zu schließen, um einen hohen Schadstoffausstoß zu vermeiden.

Für eine optimale Bedienung der Feuerstätte ist zudem eine Inspektion des Ofens hilfreich. So geben Rückstände am Ofen (u.a. Ruß-/Teerablagerungen) Rückschluss auf falsches Heizen, etwa zu finden im Feuerraum, an den Türen sowie am Sichtfenster. Die Ablagerungen bilden sich vor allem durch fehlenden Sauerstoff beim Verbrennungsvorgang. Nach dem Verbrennungsvorgang ist die Asche auch bei unbehandeltem Holz aufgrund von Schadstoffbelastungen am besten über den Restmüll zu entsorgen (Bergischer Abfallwirtschaftsverband).

Private Betreiber sollten die Anlage regelmäßig vom Schornsteinfeger kontrollieren zu lassen, um den Brand- und Umweltschutz zu gewährleisten. Für die Reinigung der Ofenbestandteile sowie des Rauchrohres sind die Ofenbetreiber jedoch selbst verantwortlich.

Tipps für schadstoffarmes Heizen mit Holz:

  • Nutzen Sie naturbelassenes Scheitholz mit einer Größe von 10 bis 30 cm oder Holzbriketts
  • Prüfen Sie die Feuchte des Holzes mit Hilfe eines Holzfeuchtemessgerätes. Die ideale Feuchte liegt zwischen 15 und 20 Prozent
  • Sorgen Sie für ausreichend Belüftung des Feuers
  • Einmal jährlich sollte der Holzofen von einem Schornsteinfeger kontrolliert werden

Neue Regelung seit 2015

Hinzuweisen ist zudem auf die Novellierung des Bundesimmissionsschutzgesetzes aus dem Jahr 2015, die erstmals Grenzwerte für Kohlenmonoxid- und Staubemissionen aufzeigt. Demzufolge sind ältere Feuerungsanlagen stillzulegen beziehungsweise mit Filtern nachzurüsten:

Datum auf dem Typschild

Zeitpunkt der
Nachrüstung oder
Außerbetriebnahme

bis einschließlich
31. Dezember 1974
oder Datum nicht mehr feststellbar

31. Dezember 2014

1. Januar 1975 bis
31. Dezember 1984

31. Dezember 2017

1. Januar 1985 bis
31. Dezember 1994

31. Dezember 2020

1. Januar 1995 bis
einschließlich
21. März 2010

31. Dezember 2024

Quelle: Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes

Sollte nach Ablauf der Übergangsfrist eine alte Holzheizung die Grenzwerte überschreiten, ist entweder die Nachrüstung eines Staubfilters oder die Anschaffung einer modernen Anlage ein Muss. Das UBA empfiehlt: Achten Sie beim Neukauf besonders auf emissionsarme Pelletöfen und Heizkessel mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ (Umweltbundesamt).

 

Quellen:

https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_1_2010/BJNR003800010.html

https://www.test.de/Kaminholz-Vorsicht-vor-feuchtem-Holz-4301999-0/

http://www.edingershops.de/magazin/kamin-anzuenden/

http://www.kaminholz-wissen.de/kaminofen-anzuenden.php

http://www.ofenfeuer.de/ratgeber/ofen-kamin-ratgeber/tipps-tricks.html

http://www.bavweb.de/abfallberatung/abfalltipps/holzasche-gehoert-in-den/

https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/feinstaub/feinstaubemission-aus-kaminen-holzoefen

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/korr._05.03._2014_heizen_mit_holz_din_a5.pdf

http://www.tfz.bayern.de/mam/cms08/festbrennstoffe/dateien/anzuenden.pdf

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