Umwelt

01.08.2017, Klimaschutz im Alltag

Lebensmittel bewusst wählen - gesund und klimafreundlich

Klimaschutz ist in aller Munde und hat dennoch für viele Verbraucher oftmals wenig mit dem konkreten Alltag zu tun. Anlässlich der Bayerischen Klimawoche, die am 9. September 2017 startet, geben wir Tipps, wie man sich gesund und klimaschonend zugleich ernähren kann.


© gpointstudio, iStockphoto.com

Gesunde und nachhaltige Ernährung hat für viele Menschen einen hohen Stellenwert. Trotzdem hat unser Lebensmittelkonsum oft negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit. Bei der Ernährungsweise bieten sich unterschiedliche Ansatzpunkte.

Biologisch erzeugte Lebensmittel

Die Landwirtschaft trägt mit erheblichen Emissionen zum Klimawandel bei. Der Öko-Landbau bietet eine vergleichsweise klimafreundliche Form der Landbewirtschaftung. Ein Grund hierfür ist der Verzicht auf mineralische Düngemittel, deren Produktion zum einen sehr energieaufwändig ist und deren Einsatz zum anderen mit klimaschädlichen Lachgas-Emissionen verbunden ist. Zudem sind im Öko-Anbau Fruchtfolgen vorgeschrieben, die sich wiederum günstig auf die Humusbildung auswirken. Humus enthält viele Kohlenstoffverbindungen und wird deswegen auch als CO2-Senke bezeichnet.

Mit der EG-Öko-Verordnung wurde ein einheitlicher Mindeststandard geschaffen, teils noch strengere Kriterien legen Anbauverbände und das Bayerische Biosiegel zugrunde. Ökologisch erzeugte Lebensmittel sind aufgrund der arbeitsintensiven Herstellung und geringerer Hektarerträge zwar in der Regel etwas teurer, dafür enthält ökologisch erzeugtes Obst und Gemüse so gut wie keine Pestizid-Rückstände und weist in der Regel eine deutlich geringere Nitrat-Belastung auf.

Wie umweltfreundlich ist Bio-Obst und Gemüse jedoch aus wasserarmen Gebieten, verbunden mit weiten Transportwegen? Biologische Erzeugung ist nur ein Aspekt beim nachhaltigen Lebensmittelkauf.

Herkunft und Jahreszeit beachten

In Supermärkten ist das ganze Jahr über ein weitgehend einheitliches Obst- und Gemüsesortiment zu finden, jedoch unterschiedlicher Herkunft. Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren lediglich das Anbauland, erhalten jedoch keine Informationen über Anbauweise und Transportmittel. Die Spannbreite reicht von Freilandanbau über Folientunnel bis hin zum beheizten Gewächshaus, entsprechend variieren Energieverbrauch und CO2-Emissionen. Auch der Transport ist je nach Verkehrsmittel und Entfernung mit unterschiedlich hohen Belastungen für das Klima verbunden. Besonders klimaschädlich beispielsweise ist Flugware.

Empfehlenswert sind regionales Obst und Gemüse aus dem Freilandanbau: Sie haben eine gute Ökobilanz sowie viele Nährstoffe und Geschmack. So genannte „Saisonkalender“ informieren darüber, wann heimische Produkte aus dem Freiland, dem Gewächshaus bzw. Lager erhältlich sind. Ein jahreszeitlich angepasster Kauf von Obst und Gemüse ist nicht nur umweltfreundlich sondern bietet Vielfalt und Abwechslung im Jahresverlauf und erhält die Vorfreude z.B. auf die Zwetschgensaison. Weiterer Zusatznutzen: Nitratrückstände sind im Freilandanbau geringer, die Früchte schmackhafter.

Abwechslung und Vielfalt mit pflanzlichen Lebensmitteln

Sowohl aus gesundheitlicher als auch aus ökologischer Sicht ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit überwiegend pflanzlichen Lebensmitteln zu empfehlen. Pflanzliche Lebensmittel haben eine gesundheitsfördernde Wirkung und sind die Basis einer klimafreundlichen Ernährung. Tierische Lebensmittel sollten nur in Maßen konsumiert werden: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurstwaren pro Woche, das entspricht 15 bis 30 Kilogramm im Jahr. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland fällt mit rund 60 Kilogramm deutlich höher aus.

Es geht nicht um Verzicht sondern um Abwechslung und Bereicherung des Speiseplans mit pflanzlichen Lebensmitteln. Obst, Gemüse- und Getreidesorten, Hülsenfrüchte, Kräuter, Nüsse und Gewürze – die Auswahl ist groß. Es lohnt sich, sich Anregungen z.B. aus Kochbüchern, Kursen oder dem Internet zu holen und neue Rezepte auszuprobieren. Im Kommen sind vegetarische Gerichte mit saisonalen und heimischen Produkten.

In den VSB-Beratungsstellen werden unter anderem auch Kochkurse für verschiedene Altersgruppen angeboten.

Lebensmittel- und Verpackungsmüll vermeiden

Da jede Weiterverarbeitung Energie kostet und meist zu einer Verminderung wertvoller Inhaltsstoffe führt, sollten frische, naturnahe und möglichst wenig be- und verarbeitete Waren bevorzugt werden. Auf diese Weise lässt sich auch Verpackungsmüll einsparen.

Wer Getränke in Mehrwegflaschen bevorzugt, kann Einwegverpackungen beim Getränkekauf vermeiden. Noch günstiger ist Leitungswasser: Es kommt direkt ins Haus und ist besonders bequem, umweltfreundlich und auch preislich wesentlich günstiger als „Wasser aus dem Geschäft.“ Für Trinkwasser aus der Leitung bestehen hohe Qualitätsanforderungen, die in der Trinkwasserverordnung festgelegt sind. Wasser ist ein regionales Gut, daher gibt es auch regionale Unterschiede: Über die genaue Zusammensetzung und Qualität des Leitungswassers informiert der örtliche Wasserversorger.

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, dies betrifft auch unser Essen. Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, landet im Müll. Rund die Hälfte der Lebensmittelabfälle aus deutschen Haushalten wäre vermeidbar: Wer Lebensmittel gezielt einkauft, richtig lagert und Reste verwertet, kann hier einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Zu weiteren Informationen, Infomaterialien oder Vortragsanfragen wenden Sie sich an unsere Umwelt- und Ernährungsreferentinnen.

Die Ausstellungen „Lebensmittel – zu schade für den Müll“ und „Regionale Lebensmittel – nah, natürlich, selbstgemacht!“ können Sie kostenlos (50 € Kaution, ggf. zuzüglich Portokosten) ausleihen.

 

Links:

Klimawandel meistern

CO2-Rechner des Bayerischen Landesamts für Umwelt

VSB: Lebensmittel – zu schade für den Müll

VSB: Plastikmüll vermeiden – Tipps für Ihren Einkauf

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