Presse

25.07.2019

Beispiel Bambusbecher: Wie nachhaltig ist Bio-Plastik wirklich?

Zunehmend gelangen „Bio-Plastik“-Produkte mit umweltfreundlich wirkendem Design auf den Markt und versprechen eine generelle Umweltverträglichkeit. Wie ökologisch sind diese Materialien gegenüber den herkömmlichen Kunststoffen tatsächlich? Aktuell erregt vermeintlich ökologisches Geschirr aus Bambus viel Aufsehen. Die Becher sollen biologisch abbaubar sein und aus nachwachsendem Rohstoff bestehen. Tatsächlich enthalten auch sie Kunststoffe und sind für Heißgetränke nicht geeignet.

„Für biologisch abbaubare und biobasierte Kunststoffe gibt es bisher keine festgelegte Kennzeichnung“, erklärt Marianne Wolff, Umweltreferentin beim VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB). Biologisch abbaubare Kunststoffe bestehen nicht zwingend aus erneuerbaren Rohstoffen. Eine Kompostierung ist im Gartenkompost nicht möglich und selbst der aufwendige Kompostiervorgang in einer (industriellen) Kompostieranlage reicht nicht aus. Auch dort verbleiben Kunststoffpartikel im fertigen Kompost. Daher sind auch biologisch abbaubare Kunststoffe nicht für die Biotonne geeignet. Biobasierte Kunststoffe werden bis zu 100% aus Biomasse hergestellt, die nicht zwingend aus biologischem Anbau gewonnen wird. Die so produzierten Materialien können mit Kunststoffen aus fossilen Rohstoffen stoffgleich sein und Anteile erdölbasierter Kunststoffe enthalten.

„Biokunststoffe sind derzeit nicht automatisch umweltfreundlicher als konventionelles Plastik“, so Wolff. Verbraucherinnen und Verbrauchern empfiehlt sie, Kunststoffe einzusparen.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem VSB-Tipp: Wie nachhaltig ist Bio-Plastik?

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