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27.03.2026, VerbraucherService Bayern informiert

Maklerverträge: Ein genauer Blick lohnt sich

Ob Wohnungssuche, Haus- oder Immobilienverkauf: Maklerinnen und Makler können vieles erleichtern – von der Besichtigung bis zur Koordination zwischen den Beteiligten. Gleichzeitig erleben Verbraucherinnen und Verbraucher immer wieder, dass Maklerverträge zu Missver­ständnissen und unerwarteten Kosten führen. Deshalb ist es ratsam, sich vor dem Abschluss eines Maklervertrags zu informieren und die Unterlagen sorgfältig zu prüfen, so der Verbraucherservice Bayern im KDFB e. V. (VSB).

„Viele Menschen denken: Bezahlt wird nur, wenn es am Ende zum Vertrag kommt. Das stimmt oft – aber nicht immer“, sagt Stefanie Sperber, Volljuristin beim VSB. „Entscheidend ist, welche Art Maklerauftrag vereinbart wurde und was konkret im Vertrag steht. Vor allem bei Alleinauf­trägen kann es passieren, dass Betroffene sich stärker binden, als ihnen bewusst ist.“

Maklerverträge gibt es in unterschiedlichen Ausgestaltungen: Während bei einem einfachen Auf­trag Eigentümer häufig parallel selbst nach Interessenten suchen oder auch andere Anbieter ein­schalten können, sehen Alleinaufträge stärkere Einschränkungen vor. In qualifizierten Allein­aufträgen sind gegebenenfalls zusätzliche Pflichten vereinbart, z.B. dass Interessenten an den Makler verwiesen werden müssen. Solche Regelungen sind häufig nicht geläufig, können aber im Ergebnis erhebliche finanzielle Folgen haben.

Auch bei der Frage, wann eine Provision anfällt, kommt es auf Details an: In der Regel wird diese  erst fällig, wenn ein Miet- oder Kaufvertrag tatsächlich zustande kommt. In der Praxis gibt es jedoch häufig Streit darüber, ob der Makler für den Vertragsschluss „ursächlich“ war oder ob ein Kontakt bereits vorher bestand. Hinzu kommen mögliche Zusatzkosten, etwa wenn Verträge Aufwendungsersatz oder Pauschalen vorsehen.

Tipp: Maklerverträge nicht unter Zeitdruck unterschreiben, Laufzeit und Kündi­gungsbedingungen prüfen, Kosten transparent klären und wichtige Kommunikation (Exposé, E-Mails, Termin­absprachen) dokumentieren. Wer unsicher ist, sollte rechtzeitig unabhängigen Rat einholen.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem VSB-Tipp.