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28.04.2026, Der ökologische Preis von Einweg-Vapes
Von der Hand in die Tonne
Sie schmecken nach Karamell, Cheesecake oder exotischen Früchten. Einweg-E-Zigaretten sind besonders beliebt bei jungen Menschen, gerade aufgrund ihres fruchtig süßen Geschmacks. Doch im Durchschnitt sind die Verdampfer nach nur einer Woche Elektroschrott. Warum das problematisch für die Umwelt ist, darüber klärt der VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB) auf.
Beim Konsum von E-Zigaretten verbrennt im Vergleich zum Konsum einer klassischen Zigarette kein Tabak. Stattdessen wird eine meist nikotinhaltige Flüssigkeit (E-Liquid) über ein batteriebetriebenes Heizelement erwärmt, verdampft und inhaliert. Der Einweg-Verdampfer benötigt dafür einen Akku, der seltene Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Kupfer enthält. Eine unsachgemäße Entsorgung im Restmüll, in der gelben Tonne oder in öffentlichen Müllbehältern führt zum Verlust der Rohstoffe, da sie dem Recycling-Kreislauf vorenthalten werden.
Anna-Lena Kühn, Umweltreferentin beim VSB, appelliert: „Entsorgen Sie Einweg-Vapes nicht im Restmüll, sondern geben Sie diese immer bei Rücknahmestellen, wie Wertstoff- bzw. Recyclinghöfen, ab, um die verbauten Rohstoffe wiederverwenden zu können. Die Verschwendung von Ressourcen durch Wegwerf-Zigaretten ist gravierend. Jedes Jahr werden weltweit rund 90 Tonnen Lithium in Einweg-Vapes verbaut. Das ist so viel, wie für 11.000 E-Auto-Batterien benötigt werden.“
Um die Rücknahme von Einweg-E-Zigaretten zu erleichtern, verpflichtet das Bundesumweltministerium ab Juli 2026 ebenfalls Kioske, Tankstellen und andere Vertriebsstellen dazu, ausgediente Geräte zurückzunehmen.
Bei unsachgemäßer Entsorgung von Einweg-Verdampfern können Liquid-Reste in Gewässer oder Böden gelangen, was der Natur zusätzlich schadet. Ferner kommt es immer häufiger zu Bränden bzw. Explosionen in Mülldeponien durch defekte Einweg-Vape-Akkus.
Weiterführende Informationen finden Sie in unserem VSB-Tipp: Vapen: Zwischen Trend und Risiko
