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05.02.2019, Haushaltstipp

Kühlschrank: Sinnvolle Temperatur und richtige Befüllung

Ist Ihr Kühlschrank zuhause richtig eingestellt? Schon ein Grad mehr oder weniger hat große Wirkung – vor allem auf den Stromverbrauch. Kühl- und Gefrierschränke verbrauchen – weil sie im Dauerbetrieb laufen – etwa ein Fünftel des gesamten Stroms im durchschnittlichen Haushalt. Genauso wichtig wie die Temperatur ist das richtige Befüllen – als Faustregel gilt: Milchprodukte oben, Fleisch unten.


Foto: © luther2k - Fotolia.com

Der Kühlschrank ist in mehrere Temperatur-, Kälte- sowie Gefrierzonen unterteilt. Die hintere Front ist dabei im Allgemeinen die kälteste Zone, weil sich dort das Kühlaggregat befindet. In modernen, hochwertigen Kühlschränken lässt sich jede Kältezone einzeln regulieren. Der Kühlschrank funktioniert dabei vollautomatisch. Das heißt, wenn sich durch das Öffnen der Tür oder durch das Einstellen von Lebensmitteln die Temperatur kurzzeitig erhöht, sorgt das Kühlaggregat dafür, dass die Temperatur wieder auf die vorgegebene Grad zahl sinkt. Je besser und leistungsfähiger der Kühlschrank ist, umso schneller geht das. Klar, dass sich in dieser Zeit der Strombedarf kurzfristig erhöht, weil der Kühlschrank mehr und aktiver arbeitet.

Welche Lebensmittel gehören wohin?

Gemäß den Gesetzen der Thermik steigt warme Luft nach oben und daher liegen in den beiden oberen Fächern im Kühlschrank die Zonen mit den höheren Temperaturen. Dort sind Wurst oder Käse gut aufgehoben, weil die Aromastoffe besser erhalten bleiben.

Eine der wärmsten Zonen im Kühlschrank ist übrigens die Tür, weil diese am weitesten vom Verdampfer an der Rückwand entfernt liegt. Hier lagen Sie optimal Getränke und Eier.

Fleisch und Fisch lagern Sie am besten im unteren Bereich, so kommt eventuell austretender Tropfsaft nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung.

Der Gemüsebereich ist durch Schubfächer nach vorn und nach oben hin durch eine Glasplatte geschützt, so dass die kalte Luft nicht bis in die Gemüsefächer absinkt. Hier beträgt die Temperatur am besten 8 - 10  Grad, so bleibt das Gemüse frisch und ist dennoch keiner zu großen Kälte ausgesetzt. Lagern sie Obst und Gemüse getrennt. Reife Obstsorten geben das Gas Ethylen ab, das den Reifeprozess beschleunigt und Gemüse schneller verderben lässt.

Neben den klassischen Temperaturzonen im Innenraum trumpfen moderne Kühlschränke mittlerweile noch mit einer ganze Reihe weiterer Kältezonen auf: Zum Beispiel mit "Kellerzonen", in denen die Temperatur höher ist als in einem herkömmlichen Kühlschrank. Oder es gibt Bereiche mit unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit.

Das gehört nicht in den Kühlschrank:

  • Exoten: Einige Obstsorten wie Mangos, Bananen, Ananas, Melonen und alle Zitrusfrüchte, sie vertragen Kälte nicht und verlieren Aroma und Vitamine
  • Stark wasserhaltige Gemüse mögen ebenfalls keine niedrigen Temperaturen. Bei Gurken, Paprika, Zucchini und Tomaten ist Aromaverlust die Folge von zu kalter Lagerung.
  • Auch Kartoffel, Knoblauch und Zwiebel gehören nicht in den Kühlschrank sondern zum Beispiel in den kühlen Keller oder in einen dunklen Topf. So verhindern Sie Keimbildung.

Nachmessen mit dem Thermometer hilft

Auch wenn viele Kühlschränke bereits eine integrierte Anzeige haben, gilt diese nicht unbedingt für den mittleren Bereich des Kühlteils. Es kommt immer darauf an, wo der Fühler angebracht ist. Schaffen Sie sich ein Thermometer an und legen es zum Temperaturtest in die Mitte des Kühlschranks: Dort sollten Sie 5-7 Grad messen. Im Gefrierfach empfehlen sich 18 Grad Minus.

Schon beim Kauf auf den Stromverbrauch achten

Die Größe des Kühlschranks ist entscheidend, was den späteren Stromverbrauch angeht. Die Faustregel lautet: Pro Person und Haushalt jeweils 50 Liter Nutzvolumen. Bei vier Personen, die zusammen in einem Haushalt leben, ergibt sich ein Kühlschrank mit 250 Liter Fassungsvermögen.

Was die Energieeffizienz angeht, sind mittlerweile alle Geräte im Handel scheinbar im grünen Bereich, also „A“ auf dem „Euro-Label“. Aber zwischen A+ und  A+++ liegen bis zu 100 Euro und mehr an Kosten für den Stromverbrauch pro Jahr.

Das spart beim Kühlschrank Geld und Strom

  • Sobald Eis im Kühlschrank ist, sinkt die Leistung und der Stromverbrauch erhöht sich. Regelmäßiges Abtauen ist also gut für die Energiebilanz des Kühlschranks.
  • Je kühler die Raumtemperatur, desto weniger Leistung muss das Gerät erbringen, um im Innern für die notwendige Kühlung zu sorgen. Am besten ist es, Gefrierschränke oder Truhen in den Keller zu stellen. In der Küche ist die Temperatur durch das Kochen, Braten oder Backen immer etwas höher. Deshalb das Kühlgerät nicht direkt neben den Herd oder einen Heizkörper positionieren bzw. direkter Sonneneinstrahlung aussetzen. 
  • Ein voller Kühlschrank ist energetisch besser als ein leerer, da er die Temperatur besser hält. Je voller der Kühlschrank, desto weniger kalte Luft entweicht, wenn Sie die Tür öffnen, weil die Kälte dann gebunden ist.
  • Wichtig: Bevor Sie etwas in den Kühlschrank stellen, wie zum Beispiel Reste einer Mahlzeit, diese erst auf Zimmertemperatur abkühlen. Denn je wärmer das Essen ist, desto mehr Energie, also Strom, wendet der Kühlschrank auf, um diese auf Kühlschrank-Temperatur (7 Grad Celsius) herunter zu kühlen.
  • Je kürzer die Tür offen bleibt, desto geringer sind der Temperatur-Verlust und somit auch die Stromkosten für das erneute Wiederherstellen der richtigen Temperatur im Kühlschrank.
  • Wer Gefrorenes im Kühlschrank langsam auftaut, hilft, die Temperatur abzusenken.

Einige Tipps zum Schluss:

  • Lebensmittel stets gut verpackt (Gläser, Kunststoffdosen o.ä.) und verschlossen in den Kühlschrank stellen, dies schütz vor Austrocknen und Geruchsüberlagerung.
  • Ältere Waren zuerst verbrauchen, Lebensmittel mit längerem Mindesthaltbarkeitsdatum nach hinten stellen. Übersicht bewahren.
  • Kühlschrank regelmäßig reinigen und, wenn nötig, abtauen.
  • Ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht, dass das Produkt sofort in den Abfall gehört. Jogurt, Eier und Käse halten sich oft weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Vertrauen Sie bei der Entscheidung ob etwas noch „gut“ ist Ihren Sinnen und Ihrem gesunden Menschenverstand.

 

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