Baufinanzierung

27.07.2012

Bei Bausparkassen ist gute Beratung Mangelware

Viele Bausparkassenvertreter beraten an den Wünschen der Verbraucher vorbei und unterbreiten zu teure Angebote. Das hat die Stiftung Warentest herausgefunden. Fast jede vierte Beratung war mangelhaft.

Um für ein Eigenheim oder dessen Modernisierung zu sparen, bietet sich der Abschluss eines passenden Bausparvertrages an.

Die Besonderheiten des Bausparvertrages
Das Bausparen gliedert sich in zwei Phasen, in die Sparphase und in die Darlehensphase. Am Anfang zahlt der Verbraucher regelmäßig in einen Sparplan ein. Ist ein Mindestguthaben erreicht und eine gewisse Wartezeit abgelaufen, wird der Bausparvertrag zugeteilt. Der Sparer erhält dann die gesamte Bausparsumme. Diese setzt sich zusammen aus dem angesparten Guthaben und dem Bauspardarlehen. Damit wird er zum Kreditnehmer.

Bei Vertragsunterzeichnung wird sowohl der Guthabenzins während der Sparphase als auch der Kreditzins während der Darlehensphase fest vereinbart. Der Sparer und spätere Bauherr geht keinerlei Zinsrisiko ein. Diese Sicherheit während der gesamten Laufzeit gibt es natürlich nicht umsonst. Bei Vertragsabschluss verlangt die Bausparkasse eine Abschlussgebühr in Höhe von 1% oder 1,6% der Bausparsumme. Auch begnügt sich der Sparer während der Sparphase mit einem sehr niedrigen Guthabenzins, der unter dem Zinssatz liegt, den Banken für einen Banksparplan zahlen.

Der Bausparkassen-Test
Von Januar bis April dieses Jahres hat die Stiftung Warentest 22 Bausparkassen getestet. Die Testkunden hatten sich in jeweils 7 Filialen beraten lassen. In den 154 Beratungen wurden Angebote zu einer geplanten Modernisierung in 4 Jahren eingeholt. Der Kunde benötigte 50.000 Euro und konnte maximal 400 Euro im Monat aufbringen. 10.000 Euro hatte er schon auf einem Tagesgeldkonto stehen.

Von den 22 getesteten Bausparkassen erhielten nur vier die Note gut, sechs die Note befriedigend, acht die Note ausreichend und vier die Note mangelhaft. Gute Beratung wird für den Verbraucher zum Glücksfall, je nach dem welchen Anbieter er aufsucht. (Quelle: Finanztest 08/2012; www.test.de)

Die Mängel

Spar- und Tilgungsrate zu hoch
Spar- und Tilgungrate müssen sich an den finanziellen Möglichkeiten des Kunden orientieren. Obwohl die Testkunden nur eine monatliche Rate von 400 Euro aufbringen konnten, schlugen mehrere Berater einen höheren Spar- und Tilgungsplan vor. Raten in Höhe von 500 Euro, 600 Euro oder sogar 750 Euro monatlich sollten gezahlt werden.

Bausparsumme zu hoch
Obwohl die Testkunden für die Renovierung nur 50.000 Euro benötigten, wollten viele Berater die Bausparsumme auf 60.000 Euro oder höher abschließen. Der Kunde hätte dann länger als gewünscht in den Vertrag einzahlen oder monatlich eine höhere Rate stemmen müssen. Zudem steigt mit der Bausparsumme auch die Abschlussgebühr, die der Kunde an die Bank zahlen muss.

Falscher Tarif
Die Zuteilung des Bausparvertrages erfolgte nicht zum gewünschten Zeitpunkt. Ist der Bausparvertrag nicht zum Zeitpunkt der Baumaßnahme zuteilungsreif, muss er zwischenfinanziert werden. Dies verursacht für den Verbraucher zusätzliche Kosten und eine Doppelbelastung.

Unsere Tipps für Bausparer:
Vor dem Beratungsgespräch folgende Punkte abklären:
  • Was werden Ihre Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen kosten?
  • Zu welchem Zeitpunkt wollen Sie Ihre Pläne umsetzen?
  • Welchen Betrag können Sie monatliche sparen bzw. später tilgen?
Während des Beratungsgesprächs:
  • Lassen Sie sich einen Zins- und einen Tilgungsplan erstellen.
  • Legen Sie die Summe fest, die Sie finanzieren wollen.
  • Geben Sie Ihre monatliche Belastung vor.
Nach dem Beratungsgespräch:
  • Holen Sie mindestens zwei Vergleichsangebote von anderen Bausparkassen ein, denn gute Beratung hängt oft vom Zufall ab.
Weitere Informationen:
Tarifvergleich für Bausparverträge:
Finanztest Heft 12/2011 (in unseren Beratungsstellen erhältlich) oder unter www.test.de

An einigen Beratungsstandorten bietet Ihnen der VerbraucherService Bayern Finanzberatung und spezielle Baufinanzierungsberatung an:
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