Energie

08.10.2007

Deklaration bei Dämmstoffen – Vorteile der Materialien vergleichen

Zu Beginn der kalten Jahreszeit brennt das Thema steigender Heizkosten vielen Verbrauchern unter den Nägeln. Im Durchschnitt gibt ein Haushalt 80 Prozent der Energiekosten für das Heizen aus. Damit die Wärme sinnvoll genutzt werden kann, sollte auf eine effektive Dämmung der Wände, Decken usw. geachtet werden.

Jeder Dämmstoff, egal ob aus dem Baumarkt oder dem Fachhandel, muss ein Etikett haben, auf dem unter anderem die Wärmeleitfähigkeit vermerkt ist.
  • Dämmstoffe sollen möglichst wenig Wärme durchleiten und auf diese Weise die Wärme (oder Kälte) länger auf der anderen Seite halten. Ein Maß für diese Eigenschaft ist die Wärmeleitfähigkeit. Diese gibt an, welche Wärmemenge je Zeiteinheit durch eine Schicht strömt, wenn auf einer Seite eine höhere Temperatur als auf der anderen Seite ist. Diese Materialeigenschaft wird mit der Einheit W/(mK) charakterisiert. Je kleiner der Wert ist, um so weniger Wärme strömt durch die Dämmschicht – umso besser ist also die Dämmwirkung.
  • Bisher war es üblich, die Wärmeleitfähigkeit bestimmten Gruppen zuzuordnen. Mit der Bezeichnung WLG 040 wurde zum Beispiel ein Dämmstoff bezeichnet, der der Wärmeleitfähigkeitsgruppe mit dem Wert 0,040 W/(mK) zuzuordnen ist.
Aussagekräftiger und genauer ist jedoch der Bemessungswert. Wird hingegen nur der ID - Wert oder Nennwert angegeben, müssen 20 Prozent aufgeschlagen werden, um auf den Bemessungswert zu kommen. Diese Angleichung wurde nötig, damit europaweit die Wärmeleitfähigkeit der Materialien vergleichbar wird.

Zusätzliche Sicherheit bei der Auswahl gibt das Ü-Zeichen auf dem Etikett – der Dämmstoff wird dann nämlich neutral überwacht. Die Angabe des CE - Zeichens ist hingegen kein Qualitätsmerkmal, sondern nur eine Verkauferlaubnis.

Zur Kaufentscheidung helfen zum Beispiel auch die Testergebnisse von Stiftung Warentest und Ökotest. Unterschiedliche Einsatzgebiete, Materialien, sowie Umwelteigenschaften der Dämmstoffe und eigene handwerkliche Fähigkeiten sollten ebenfalls gut bedacht werden. Für die Dämmung von oftmals problematischen Außenwänden eignen sich besonders Naturdämmstoffe.

Die Fachhochschule Kiel stellte in einer dreijährigen Studie fest, dass Stoffe auf Basis von Naturfasern in feuchter Umgebung wesentlich besser dämmen als zum Beispiel Mineralfasern und Polystyrol. Wissenschaftler haben dazu Simulationen im Labor und Messungen in einer Klimakammer vorgenommen, aber auch einen Langzeittest an einem Gebäude durchgeführt. Im Technik- und Ökologiezentrum Eckernförde wurden zwölf verschiedene Naturdämmstoffe überprüft. Während Mineralfasern bei Einwirkung von Feuchtigkeit schnell ihre wärmedämmende Eigenschaft verloren, machte den Naturfasern selbst extreme Nässe relativ wenig aus. Die Produkte dämmten nahezu gleich gut wie trocken, blieben mechanisch stabil und zeigten keinerlei Schimmel- oder Mikrobenbefall. Der Leiter der Kieler Studie, Professor Wolfgang Linden, ist darum der Meinung: Naturfasern sollten bei der Berechnung ihrer Wärmeleitfähigkeit nicht länger einen rechnerischen Feuchtigkeitszuschlag bekommen.

Für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen können Fördermittel des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft in Anspruch genommen werden. Anträge können im Internet unter www.naturdaemmstoffe.info heruntergeladen oder unter der Faxnummer 0228-96940458 abgerufen werden.

Das vollständig ausgefüllte Antragsformular wird zusammen mit den Originalrechnungen und dem Zahlungsbeleg eingereicht, bei der

Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1, 18276 Gülzow (www.fnr.de).


Weitere Informationen erhalten interessierte Verbraucher in den Beratungsstellen des VerbraucherService Bayern im KDFB.
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