Energie

13.06.2025

Die Hitze im Griff: Sonnenschutz, Wärmedämmung und Hausbegrünung

Angesichts der sommerlichen Temperaturen steigt der Bedarf an effektiven Hitzeschutzmaßnahmen. Vor allem ältere, nicht ausreichend wärmegedämmte Gebäude sind betroffen. Um Menschen vor Überhitzung zu schützen, versprechen Klimaanlagen Abhilfe, verbrauchen aber vergleichsweise viel Energie. Hitzeschutzmaßnahmen direkt am Gebäude helfen, die Innentemperaturen auch ohne Strom zu senken. Als besonders wirksam gelten äußerer Sonnenschutz bei Fenstern und nachträgliche Wärmedämmungen. Aber auch Pflanzen an der Fassade oder auf dem Dach halten das Haus kühler, werfen Schatten im Garten und reduzieren Temperaturen durch Wasserverdunstung.

Sonnenschutz, Hitze, Rollo© Racle Fotodesign - stock.adobe.com
Ohne wirksamen Sonnenschutz kann sich eine Wohnung an heißen Tagen mit langer Sonneneinstrahlung erheblich aufheizen.

Eine Quelle von zu hohen Innentemperaturen ist direkte Sonneneinstrahlung durch Fenster und andere Glasflächen. Ohne wirksamen Sonnenschutz kann sich eine Wohnung an heißen Tagen mit langer Sonneneinstrahlung erheblich aufheizen. Eine effektive Maßnahme ist außen angebrachter Sonnenschutz. Dazu gehören zum Beispiel Roll- oder Fensterläden, die wirksam die Sonnenstrahlung draußen halten, allerdings auch die Räume verdunkeln. Außenliegende Lamellensysteme ermöglichen wirksamen Sonnenschutz und gleichzeitig Tageslichtnutzung. Daneben sind auch Markisen oder Sonnensegel wirksam, um das Aufheizen zu mindern. Einen vergleichsweise preisgünstigen Schutz bieten reflektierende Sonnenschutzfolien, die sich einfach auf die Fensterscheiben kleben lassen.

Neben Fenstern spielen auch schlecht wärmegedämmte und nicht luftdichte Dachflächen eine Rolle bei der Überhitzung. Durch die anhaltende Sonneneinstrahlung heizen sich Dachziegel sehr stark auf. Sind die Dachflächen nun nicht gedämmt und nicht luftdicht ausgeführt, heizen sich die Räume darunter auf. Aus diesem Grund sind Wohnräume unter Dächern häufiger und stärker von Überhitzung betroffen. Eine nachträgliche Wärmedämmung in Verbindung mit einer luftdichten Konstruktion kann daher in erheblichem Maße helfen, um die in der Nähe der Dacheindeckung aufgeheizte Luft draußen zu halten. Auch der Einbau einer Photovoltaikanlage, die Schatten auf die Dachfläche wirft, kann bei hohen Temperaturen einen wirksamen Schutz bieten.

Eine weitere nützliche Maßnahme ist eine Dachbegrünung: Pflanzen und Substrat heizen sich weniger stark auf als Dachziegel. Auch an anderen Stellen können Begrünungen und Pflanzen einen kühlenden Effekt haben: Bäume und Sträucher an geeigneten Standorten wirken als Sonnenschutz und halten Sonnenstrahlung ab. Daneben verdunsten Pflanzen Feuchtigkeit. Der Prozess der Verdunstung verbraucht Wärme und hat dadurch eine kühlende Wirkung. Auf diese Weise kann sogar eine Fassadenbegrünung beim Schutz vor Überhitzung mitwirken.

Neutrale und unabhängige Energieberatung

Bei Fragen zum baulichen Wärme- und Hitzeschutz hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Kooperation mit dem VerbraucherService Bayern weiter. Sie findet online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch – nach Absprache auch bei Ihnen zu Hause – statt, und ist je nach Beratungsangebot kostenfrei oder kostenpflichtig (40 Euro). Unsere Energie-Fachleute beraten anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Terminvereinbarung unter Tel. 0800-809 802 400. Mehr Infos unter www.verbraucherservice-bayern.de/themen/energie/energieberatung. Die Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.