Energie

03.02.2022

Nachhaltig bauen mit natürlichen Dämmstoffen

Ökologisches Bauen liegt im Trend. Umweltverträgliche, kosten- und energiesparende Dämmstoffe tragen zunehmend dazu bei, Heizenergie zu sparen und die Umwelt zu schonen. Auch vor dem Hintergrund derzeit steigender Energiepreise lohnt sich Wärmedämmung, um zukünftige Kostensteigerungen zu vermeiden. Der Staat fördert Energieeffizienz unabhängig davon, mit welchen Materialien gedämmt wird. Naturprodukte spielen hier zwar noch keine große Rolle, aber ihr Marktanteil wächst. Die Energieberatung des VerbraucherService Bayern erklärt, worauf bei natürlichen Dämmstoffen zu achten ist.

Nachhaltig bauen mit natürlichen Dämmstoffen
Foto: © Ingo Bartussek - stock.adobe.com

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen oder Recyclingmaterial belasten die Umwelt wenig und lassen sich oft mit geringem Energieaufwand herstellen, entsorgen oder wiederverwerten. Das sind die Pluspunkte gegenüber konventionellen Dämmstoffen.

Für fast jede Dämmmaßnahme gibt es Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Sie sind beim Eigenheim mit Blick auf den Brandschutz in vielen Fällen problemlos einsetzbar und halten bei der Qualität mit konventionellen Dämmstoffen mit. Zwar ist die Wärmeleitfähigkeit von Naturdämmstoffen in den meisten Fällen höher als bei konventionellen Dämmstoffen. Das lässt sich durch dickere Dämmschichten aber ausgleichen.

Die bekanntesten und am meisten genutzten ökologischen Dämmstoffe sind Zellulose und Holzweichfaser: Ihre Marktanteile an den ökologischen Dämmstoffen liegen bei jeweils etwa 30 Prozent.

Zellulose: Das günstigste ökologische Dämmmaterial

Das Feld nachhaltiger Dämmstoffe führt seit vielen Jahren Zellulose an. Sie ist eine der kostengünstigsten Möglichkeiten der nachträglichen Gebäudedämmung, zum Beispiel bei Dachkonstruktionen. Zu Flocken geschreddert kann Zellulose in Hohlräume eingeblasen werden.

Holzfaser: Ein Allrounder-Öko-Dämmstoff

Holzweichfaser-Dämmstoffe liegen auf Platz zwei nachhaltiger Dämmmaterialien. Das Ausgangsmaterial sind Resthölzer aus Sägewerken, mechanisch zerfasert und in Platten gepresst. Dank des holzeigenen Bindemittels Lignin kommen einige Produkte ohne weitere Zusatzmittel aus. Holzweichfaser-Platten sind je nach Beschaffenheit in mehreren Konstruktionen einsetzbar. Beispielsweise als Fassadendämmung, als nachträgliche Dachdämmung oder als Außenwanddämmung von innen.

Bei beiden ökologischen Dämmstoffen zeigt sich, dass sie auch preislich mit konventionellen Materialien mithalten können. Auch wird für die Herstellung von Natur-Dämmstoffen meist deutlich weniger Energie aufgewendet als für konventionelle und Natur-­Dämmstoffe lassen sich gut recyceln oder, wenn das nicht möglich ist, verbrennen.

Seegras – ein Exot ökologischer Dämmstoffe

Ende 2010 erhielt ein Dämmstoff aus Neptungras aus dem Mittelmeer die bauaufsichtliche Zulassung. Für die Herstellung dieses Dämmstoffs wird nur sehr wenig Energie benötigt. Inzwischen nutzen die Hersteller auch Seegras aus der Ostsee.


Die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Kooperation mit dem VerbraucherService Bayern hilft bei allen Fragen zu nachhaltigen Dämmstoffen. Sie findet online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch statt, und ist je nach Beratungsangebot kostenfrei oder kostenpflichtig (30 Euro). Unsere Energie-Fachleute beraten anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Persönliche Beratungen finden derzeit und im Rahmen geltender Vorschriften nur eingeschränkt statt. Terminvereinbarung unter Tel. 0800-809 802 400. Mehr Infos un­ter www.verbraucherservice-bayern.de/themen/energie/energieberatung. Die Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.