Energie

28.08.2020

Photovoltaik-Anlagen lohnen sich für Eigentümer und Mieter

Aufgrund der Abschaffung des so genannten 52-Gigawatt-Deckels durch den Bundestag wird Solarstrom weiter durch die Einspeisevergütung im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetztes gefördert. Mit Photovoltaik-Anlagen im Eigenheim Strom zu erzeugen, lohnt sich somit weiterhin doppelt. Seit einiger Zeit besteht auch für Mieter und Bewohner von Mehrfamilienhäusern die Möglichkeit, mit Stecker-Solar-Geräten, auch Balkonkraftwerk oder Plug-and-Play-Solar genannt, Strom zu produzieren. Hierbei handelt es sich um vergleichsweise kleine Photovoltaik-Systeme, zwischen etwa 1,5 und drei Quadratmeter.

Photovoltaik-Anlagen lohnen sich für Eigentümer und Mieter
Foto: © skeeze - pixabay.com

Photovoltaik-Anlagen im Eigenheim

Etwa 30 Prozent des eigenen Strombedarfs kann von einer privaten Photovoltaik-Anlage gedeckt werden. Dieser Autarkiegrad spart zum einen die Kosten für den Strombezug und schützt zum anderen das Klima. Bei einem Haushalt mit vier Personen und einem jährlichen Verbrauch von 3.000 Kilowattstunden reduziert sich dieser um bis zu 900 Kilowattstunden und das jährliche CO2 dieses Haushalts um etwa 500 Kilogramm.

Photovoltaik-Anlagen sind in den vergangenen Jahren immer preisgünstiger geworden. Dadurch betreiben Eigenheimbesitzer eine Neuanlage auch heute noch kostendeckend oder mit Gewinn, obwohl die Einspeisevergütung gesunken ist. Für ein Einfamilienhaus müssen Verbraucher*innen für eine Anlage mit knapp 10 Kilowatt Peak Spitzenleistung zwischen 12.500 bis 15.000 Euro brutto kalkulieren.

Batteriespeicher in ihrer Wirtschaftlichkeit oft überschätzt

Einen passenden Speicher zur Photovoltaik-Anlage erhalten Verbraucher*innen ab 5.000 Euro brutto. Mit einem Batteriespeicher erhöht sich der Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms erheblich. Dennoch wird die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik-Anlagen in der Regel mit Batteriespeicher schlechter. Gründe hierfür sind die Anschaffungskosten sowie die begrenzte Lebensdauer der Batterien. Verbraucher*innen, die sich einen Batteriespeicher anschaffen, sollten darauf achten, dass dieser nicht zu groß dimensioniert wird.

Photovoltaik- Anlagen zur Aufladung von Elektrofahrzeugen

Verbraucher*innen, die ihr Elektrofahrzeug mit eigenem Solarstrom betanken, können ihren Eigenverbrauchsanteil ebenfalls erhöhen. Oftmals wird aber der hohe Ladestrom für das Fahrzeug nicht vollständig durch die Leistung eines Batteriespeichers abgedeckt. Es werden Ladestationen empfohlen, die hohe Leistungen ermöglichen. Photovoltaik-Anlagen, Speicher und Ladestationen sollten aufeinander abgestimmt sein.

Stecker-Solar-Geräte – als Mieter Solarstrom selbst erzeugen

Balkonbrüstungen, Außenwände, Dächer, Terrassen und Gärten kommen für die Anbringung oder Aufstellung der kleinen Stromerzeuger in Frage. Die Geräte werden möglichst unverschattet zur Sonne (nach Süden) geneigt. Der Anschluss von bis zu 600 Watt an eine Steckdose ist möglich. Der Strom wird meistens im eigenen Haushalt verbraucht. Dadurch reduziert sich der Strombezug aus dem Netz und damit die Stromkosten. Für den geringen Überschuss an eingespeistem und nicht selbst verbrauchtem Strom verzichten die Nutzer in der Regel auf ihre kleine Einspeisevergütung.

Über den Betrieb eines Stecker-Solar-Gerätes ist der örtliche Stromnetzbetreiber zu informieren. Damit der Haushaltsstromzähler nicht rückwärts zählt, werden herkömmliche Zähler in der Regel durch die neuen „modernen Messeinrichtungen“ ersetzt, die bis zum Jahr 2032 in allen Haushalten verbaut sein müssen. Die Anschaffungskosten eines Stecker-Solar-Geräts richten sich nach der Größe. Die Preisspanne reicht von wenigen 100 bis etwa 1000 Euro. Die jährliche Stromerzeugung liegt je nach Größe bei etwa 200 bis 500 Kilowattstunden. Damit amortisieren sich die Anschaffungskosten der Balkonkraftwerke sehr schnell und können auch bei Umzug einfach mitgenommen werden.

Vorab: Neutral und unabhängig beraten lassen

Vor der Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage sollte eine unabhängige Beratung stattfinden. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Kooperation mit dem VerbraucherService Bayern bietet Verbraucher*innen hierfür den Eignungs-Check Solar, bei welchem die Eignung des Wohnhauses für Solarenergienutzung ermittelt wird. Daneben gibt es Empfehlungen zur Größe von Photovoltaik-Anlagen und Speichern und Infos zu Stecker-Solar-Geräten. Weitere Informati­onen unter Tel. 0800-809 802 400. Die Bundesförderung für Energiebera­tung der Verbraucherzentrale erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Ener­gie.

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