Energie

03.12.2009

Unterhaltungselektronik zu Weihnachten – Vorsicht vor Stromfressern

Ob Fernseher, Computer oder Spielekonsole – Unterhaltungselektronik zählt zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken. Eine repräsentative Befragung im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM ergab, dass 40 Prozent der Deutschen über 14 Jahren in diesem Jahr zu Weihnachten Elektronik-Produkte anschaffen oder verschenken wollen, bei den Unter-30-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 70 Prozent.

Unterhaltungswunsch zu Weihnachten
10 Prozent der Bundesbürger wollen sich Angaben von BITKOM zufolge einen Flachbildfernseher, 11 Prozent einen Computer kaufen. Auch Spiele-Software wird häufig als Wunsch genannt: Bei 12 Prozent aller Deutschen stehen Spieleprogramme für Konsolen, Handhelds und Computer auf der Einkaufsliste für Weihnachten.

Dies schlägt sich nicht nur auf den Stromrechnungen der Verbraucher nieder, sondern wirkt sich auch langfristig auf den Stromverbrauch aus: Nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA wird sich der Energiebedarf durch Unterhaltungselektronik und Bürogeräte bis zum Jahr 2030 verdreifachen. Durch bewusstes Verhalten können wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und dabei noch Geld sparen.

Stromfresser in Wohn- und Kinderzimmern
Der Stromverbrauch wird beim Kauf von Unterhaltungselektronik oft noch zu wenig berücksichtigt. Dies kann teuer werden: Sehr große Plasma-Fernseher beispielsweise können bei vier Stunden täglicher Nutzung Stromkosten in Höhe von über 100 Euro pro Jahr verursachen (Strompreis: 23 Cent pro Kilowattstunde). Bei kleinen LCD-Geräten dagegen belaufen sich die jährlichen Kosten lediglich auf 10 bis 20 Euro. Neben der Bildschirmgröße ist auch die Technik entscheidend, so dass sich die Verbrauchswerte auch innerhalb einer Größe deutlich unterscheiden können.

Wie die Verbraucherinformationskampagne EcoTopTen zeigt, sind Notebooks sparsamer als ein vergleichbarer PC (Stand: August 2009). Der Strombedarf eines Computers hängt zudem wesentlich von der technischen Ausstattung ab. Für die üblichen PC-Anwendungen sind Computer oft überdimensioniert und verbrauchen unnötig viel Strom. Damit aufwändige 3D-Spiele am Computer gespielt werden können, benötigt man allerdings einen leistungsstarken Rechner; mehr Leistung wiederum ist gleichbedeutend mit höheren Stromkosten.

Spiele werden oft nicht am Computer sondern an Spielekonsolen gespielt, welche sich ebenfalls durch eine hohe elektrische Leistungsaufnahme auszeichnen. Wie das Verbraucherportal verivox berichtet, lassen sich auch hier große Unterschiede hinsichtlich des Energieverbrauchs feststellen: So können die jährlichen Stromkosten (bei einem Strompreis von 23 Cent pro Kilowattstunde) je nach Modell zwischen sieben Euro und 39 Euro liegen, wenn die Spielekonsole täglich im Schnitt drei Stunden aktiv genutzt und anschließend ordnungsgemäß ausgeschaltet wird. Werden für ein Spiel zusätzlich Fernseher oder Lautsprecher benötigt, kommen weitere Kosten hinzu.

Unsere Empfehlungen für den Kauf von Unterhaltungselektronik
  • Informieren Sie sich vorab.Testberichte beispielsweise von Stiftung Warentest bieten Ihnen eine neutrale Entscheidungsgrundlage. Von Stiftung Warentest gibt es aktuelle Tests zu LCD-Fernsehern, DVD- und Blu-ray-Spielern sowie zu Net- und Notebooks.Des Weiteren bieten die Verbraucherinformationskampagne EcoTopTen und die Initiative Energieeffizienz hilfreiche Informationen zu PC, TV & Co. Eine Übersicht zum Stromverbrauch von Fernsehern bietet der BUND-TV-Finder. Zu Spielekonsolen informiert das Verbraucherportal verivox und vergleicht den Verbrauch von Modellen namhafter Hersteller.
  • Auch Gütezeichen wie beispielsweise das Energy-Label der GEEA (Group for Energy Efficient Appliances) kennzeichnen Geräte mit einem niedrigen Energieverbrauch. Mehr zu Labels erfahren Sie unter www.label-online.de.
  • Legen Sie Wert darauf, dass die Ausstattung von Fernseher oder Computer Ihren individuellen Anforderungen entspricht.
  • Fragen Sie beim Kauf konkret nach dem Stromverbrauch und vergleichen Sie verschiedene Geräte. Berücksichtigen Sie den Verbrauch im Betriebs- sowie im Stand-by-Modus.
Strom sparen bei der Nutzung
Wie viel Strom letztlich verbraucht wird, hängt auch von den Nutzergewohnheiten ab. Oft wird die Nutzung von PC oder Spielekonsole unterbrochen, ohne das Gerät auszuschalten. Hier wird unnötig Strom verbraucht, denn Spielekonsolen beispielsweise benötigen bei inaktiver Nutzung (dies ist nicht der Stand-by-Modus) nur geringfügig weniger Strom. Konsolen sind Profis fürs Spielen, für das Abspielen von DVD oder Blu-ray-Disc sind sie dagegen weniger geeignet: Hier verbrauchen sie deutlich mehr Energie als ein handelsübliches Abspielgerät.

Viele Geräte ziehen auch dann Strom, wenn sie ihre eigentliche Funktion nicht erfüllen. Diese so genannten Stand-by-Verluste können sich summieren. So zahlt ein Haushalt mit durchschnittlicher Ausstattung (z. B. Fernseher, Video- oder DVD-Gerät, Hi-Fi-Anlage, schnurloses Telefon) etwa 75 Euro im Jahr für Leerlaufverluste, bei erweiterter Ausstattung können es sogar bis zu 150 Euro sein.

Unsere Tipps für Sie:
  • Schalten Sie die Geräte nach Gebrauch vollständig aus und trennen Sie sie gegebenenfalls mit einer schaltbaren Steckdosenleiste vom Netz.
  • Auch eine Funksteckdose kann den Stand-by-Verbrauch reduzieren und ist mittels Fernbedienung bequemer zu bedienen als eine Steckerleiste.
  • Schalten Sie Computer oder Spielekonsole bei einer längeren Pause aus oder zumindest in Stand-by-Betrieb. Aktivieren Sie den integrierten Stromspar-Modus.
Die Initiative Energieeffizienz bietet verschiedene Checks & Rechner an. Möchten auch Sie wissen, welche Kosten Ihnen im Jahr durch Leerlaufverluste entstehen und wie Sie hier sparen können, können Sie dies mit dem Stromsparcheck überprüfen.
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