Ernährung

10.10.2019

Avocados – gesunde Beeren mit schlechter Öko-Bilanz

Der Import von Avocados in die EU boomt und hat sich laut Statista in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Die Beerenfrucht ist schmackhaft und beliebt, Anbau und Transport trüben allerdings die Öko-Bilanz.

Avocados – gesunde Beeren mit schlechter Öko-Bilanz
Foto: © tookapic - Pixabay.com

Avocados stammen aus der Familie der Lorbeergewächse und gehören zu den Beerenfrüchten. Sie kommen ursprünglich aus Mexiko und wachsen an bis zu 15 Meter hohen Bäumen, die erst nach vier Jahren Früchte tragen. Es existieren rund 400 Sorten, doch vor allem zwei werden für den Export und damit auch für den deutschen Markt angebaut: Die Fuerte-Avocado mit ihrer grünen, fast glatten Schale sowie die Hass-Avocado mit einer knubbeligen, dunkleren Schale. Die Form ist birnenförmig oval bis rund.

Gesunde Beere

Die rund 100-250 Gramm wiegenden Avocados beherbergen unter der ledrigen Schale ein blassgrün bis gelbes Fruchtfleisch, das im reifen Zustand weich bis cremig, butterähnlich, ist und nussig schmeckt. Butterbirne oder Butterfrucht – die Spitznamen für die Avocado – weisen schon auf den überdurchschnittlichen Fettgehalt hin: 100 Gramm reifes Fruchtfleisch, das entspricht etwa einer kleineren Hass-Avocado ohne Kern und Schale, enthält bis zu 25 Gramm Fett. Das wiederum entspricht in etwa einem Drittel der täglich empfohlenen Fettmenge eines Erwachsenen. Das Avocadofett enthält reichlich einfach ungesättigte Ölsäure und ist für den gesunden Ruf der Beere verantwortlich. Zusätzlich punktet die Avocado mit Vitamin E und B-Vitaminen sowie Kalium. Sie enthält keine Fructose bzw. Sorbit und auch keine Purine und eignet sich deshalb bei Fructosemalabsorption oder Gichtproblemen als unbedenkliches Nahrungsmittel.

Avocados stehen das ganze Jahr in den Supermärkten zur Verfügung. Hauptproduzenten sind Mittel- und Südamerika, USA, Indonesien, Brasilien, Südafrika sowie Israel. Die Erzeuger ernten die Früchte unreif und transportieren diese aus Übersee gekühlt meist per Schiff oder Flugzeug. Bei Zimmertemperatur reifen sie zügig nach und sind genussreif, wenn sie auf vorsichtigen Fingerdruck leicht nachgeben.

Genuss und Zubereitung – einfach und vielseitig

Die reife Avocado längs halbieren, öffnen und den dicken Kern entfernen. Das Fruchtfleisch entweder mit einem Löffel herausschälen, oder die Schale abziehen und das Fruchtfleisch in Würfel oder Scheiben schneiden. Sofort mit Zitronensaft beträufeln, damit es nicht braun wird. Mit Salz und Pfeffer würzen, oder cremig zerdrücken und mit Knoblauch, Joghurt, Tomaten- oder Paprikawürfeln ergänzen. Als Dip oder Brotaufstrich, zu Salaten, Sushi oder im Smoothie – die Exotenfrucht ist sehr vielseitig.

Wasserbedarf unterschiedlich je nach Anbau und Land

Avocados benötigen viel Sonne und Wasser. Um ein Kilogramm (das sind 5 – 6 Beerenfrüchte) zu ernten, werden bis zu 1000 Liter Wasser zur Bewässerung benötigt. In trockenen Ländern wie Israel oder Mexiko zapfen die Erzeuger hierfür Flüsse an oder pumpen Grundwasser hoch. An regenreicheren Standorten wie Spanien reichen oft Mengen von 200 bis 600 Liter zur Bewässerung. Der Avocadoboom in Nordamerika hat daneben illegale Abholzungen in Mexiko zur Folge, um Anbauflächen für die enorme Nachfrage zu gewinnen.
Bio-Avocados erreichen uns größtenteils aus Spanien, Peru und Kenia. Die kleinere Anbaufläche bauen die bäuerlichen Erzeuger zum Teil mit Bergwasser und Tröpfchenbewässerung oder in kleineren Parzellen und Mischkultur an.

Tipp: Genuss- statt Grundnahrungsmittel

Es gilt wie für andere Übersee-Früchte wie Ananas oder Mangos: Avocados eignen sich als Genussmittel für uns Mitteleuropäer zum gelegentlichen Verzehr, aber sie stellen kein Grundnahrungsmittel dar. Die tägliche Obstmenge decken wir am besten mit heimischen Früchten. Dazu eine kleine Handvoll Nüsse geknabbert die liefert hochwertiges pflanzliches Fett mit Vitamin E und rundet die Mahlzeit ab.

Bei weiteren Fragen zur Ihrer Ernährung wenden Sie sich gerne an eine unserer 15 Beratungsstellen in Bayern.

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