Ernährung
Buchweizen - vielseitiges Pseudogetreide
Ob als Porridge, Bowl oder Brot: Buchweizen erobert derzeit TikTok, Instagram & Co. Influencerinnen und Influencer feiern das „Superfood“ für seine Vielseitigkeit und gesundheitlichen Vorteile. Doch was steckt hinter dem Trend – und lohnt sich der Griff zu Buchweizen auch abseits des Social‑Media‑Hypes?
© kuvona_stock.adobeWas ist Buchweizen?
Buchweizen (Fagopyrum esculentum) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Knöterichgewächse. Er ist verwandt mit Rhabarber und Sauerampfer und zählt wie Amaranth und Quinoa zu den Pseudogetreidearten. Der Name ist auf die Ähnlichkeit der Samen mit Bucheckern und auf die getreideähnliche Verarbeitung wie bei Weizen zurückzuführen. Ursprünglich stammt die Pflanze aus China und kam im Mittelalter über die Seidenstraße nach Europa. Da Buchweizen, auch Heide(n)korn genannt, auf kargen Böden wächst, war er bis zum 19. Jahrhundert in Mitteleuropa weit verbreitet. Heute spielt die Pflanze nur noch in Osteuropa eine große Rolle in der Küche.
Nährwerte und gesundheitlicher Nutzen
Buchweizen ist ein glutenfreies Pseudogetreide mit einer hohen Nährstoffdichte. Auch Personen mit Zöliakie oder einer Glutensensitivität bereichern mit Buchweizen ihren Speiseplan. Hervorzuheben ist die hohe biologische Wertigkeit des enthaltenen Proteins mit allen unentbehrlichen (essenziellen) Aminosäuren.
Nährwerte (pro 100 g, trocken):
- Energie: ca. 340 kcal
- Kohlenhydrate: ca. 62 g
- Eiweiß: ca. 13 g
- Fett: ca. 3 g
- Ballaststoffe: 5,5 g
Wichtige Nährstoffe:
- Magnesium, Eisen, Zink und Mangan
- B-Vitamine (vor allem B1, B2 und B6)
- Antioxidantien wie Rutin und Quercetin
(Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel)
Verträglichkeit und mögliche Risiken
Buchweizen ist für die meisten Menschen gut verträglich, kann aber bei sehr empfindlichen Personen Allergien auslösen. Das Pseudogetreide enthält kein Gluten. Allerdings können verarbeitete Produkte durch den Kontakt mit Weizen, Roggen oder Gerste verunreinigt sein. Menschen mit Zöliakie sollten daher auf eine entsprechende „Glutenfrei“-Kennzeichnung achten.
Der vor allem in der Schale des Buchweizenkorns vorkommende Stoff Fagopyrin kann die Haut lichtempfindlicher machen und möglicherweise zu Hautirritationen durch Sonneneinstrahlung führen. Deshalb sollten nur geschälte Buchweizenkörner verwendet werden.
Einkauf und Lagerung
Beim Einkauf auf saubere, trockene und unbeschädigte Körner sowie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten. Buchweizen ist als ganzes Korn, Grütze, Flocken, Mehl oder auch gepufft erhältlich.
Buchweizennudeln erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Besonders bekannt sind Soba-Nudeln aus der japanischen Küche, die ganz oder teilweise aus Buchweizen bestehen. Im Vergleich zu Weizennudeln haben sie einen kräftigeren Eigengeschmack und schmecken leicht nussig.
Für die Lagerung eignet sich ein luftdicht verschlossener Behälter an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort. So bleibt Buchweizen mehrere Monate haltbar. Buchweizenmehl wegen seines höheren Fettgehalts möglichst kühl lagern und innerhalb weniger Monate verbrauchen.
Verwendung in der Küche
- Als Beilage: Gekochte Buchweizenkörner passen zu Gemüse-, Fleisch- und Pilzgerichten.
- Für Salate: Gekochter und abgekühlter Buchweizen eignet sich als Basis für herzhafte Salate.
- In Suppen und Eintöpfen: Buchweizen sorgt für eine sättigende Einlage.
- Als Mehl: Buchweizenmehl wird für Pfannkuchen, Crêpes, Brot, Kuchen und Waffeln verwendet.
- Zum Frühstück: Als Buchweizenbrei, gepufft oder geröstet als knuspriges Topping für Müsli und Joghurt.
- Für Bratlinge und Füllungen: Gekochter Buchweizen bindet gut und eignet sich für vegetarische Bratlinge oder Gemüsefüllungen.
Besonderheit: Buchweizenmehl enthält kein Gluten und sollte zum Backen mit glutenhaltigen Mehlsorten gemischt werden.
Fazit: Wertvolle Bereicherung
Buchweizen überzeugt durch seinen charakteristisch herzhaft-nussigen Geschmack und seine vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Gleichzeitig ist er eine robuste, anspruchslose Kulturpflanze, die auch auf nährstoffarmen Böden gut gedeiht und nur geringe Ansprüche an den Anbau stellt. In Zeiten von Klimawandel und Wasserknappheit wird dieses Pseudogetreide also immer interessanter. Buchweizen verbindet Genuss, Nachhaltigkeit und eine wertvolle Bereicherung für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung.
Quellen:
https://wissensforum-backwaren.de/buchweizen-ein-pseudogetreide-mit-zukunft/
BLS Bundeslebensmittelschlüssel
