Ernährung

11.03.2021

Eier mit Naturmaterialien färben - so gehts

Gefärbte Eier erhalten VerbraucherInnen das ganze Jahr über im Lebensmittelhandel. Um die Osterzeit hat das Eierfärben allerdings traditionellen Stellenwert und gerade in diesem Jahr bietet es eine willkommene Abwechslung vom Corona-Alltag für die ganze Familie. Wie das Färben mit Naturmaterialien gelingt und auf was bei industriell gefärbten Eiern zu achten ist, erfahren Sie hier.

Eier mit Naturmaterialien färben - so gehts
Foto: © VSB

Schritt für Schritt zum gefärbten Ei

1. Zuerst die Eier mit Essigwasser reinigen, so nehmen sie die Farben besser auf.

2. Als nächstes einen Kochsud herstellen, indem Sie Pflanzenteile, Gewürze, Rinden, Schalen, Gemüse oder Obst in einem Topf mit Wasser kochen. Gut geeignet sind Kurkuma, Spinat oder rote Zwiebelschalen

3. Die Eier ausblasen oder in einem extra Wasser hart kochen.

Tipp: Hygienemaßnahmen beim Auspusten von Eiern beachten, um eine Infektion oder die Verbreitung von Salmonellen und anderen Bakterien oder Viren zu vermeiden:

  • Nur frische und saubere Eier auspusten. Die Eier gegebenenfalls mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel abwaschen.
  • Werkzeuge, mit denen Sie die Eier anbohren, sollten sauber sein und nach der Verwendung gründlich gereinigt werden.
  • Nach Möglichkeit die Eier mit Hilfsmitteln auspusten, um den direkten Kontakt mit dem Mund zu vermeiden. Es eignen sich beispielsweise dünne Strohhalme und Einwegspritzen mit möglichst dicken Kanülen oder auch kleine Blasebälge, die Sie in Drogerien erhalten.
  • Vor dem Bemalen die ausgepusteten Eier von innen und außen mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel säubern.

4. Die abgeschreckten oder ausgeblasenen Eier mindesten eine bis ca. 24 Stunden, je nach gewünschter Färbung, in den abgekühlten Kochsud legen. Ab und zu die Eier mit einem Löffel aus dem Wasser nehmen, um die Farbe zu überprüfen.

5. Wenn die gewünschte Farbe erreicht wurde, die Eier auf einem Küchentuch trocknen lassen. Bei ausgeblasenen Eiern die Flüssigkeit herauslaufen lassen.

6. Damit die Eier einen schönen Glanz bekommen, können Sie sie mit Speiseöl einreiben.

7. Zum Verschönern der Eier eignen sich verschiedene Verzierungstechniken, wie beispielsweise Marmorieren, Kratzen oder Mustern. Beim Marmorieren das Ei mit Stoff umwickeln und so in den Kochsud legen. Den Stoff erst entfernen, wenn das Ei getrocknet ist. Die Kratztechnik eignet sich, wenn das Ei eine harte Schale hat. Dabei in die Schale des getrockneten Eies mit einer scharfen Klinge Verzierungen einritzen.

Tipp: Malen Sie mit einem in Zitronensaft getunkten Pinsel vor dem Färben Muster auf das Ei, nehmen diese Stellen die Farbe nicht an.

Industriell gefärbte Eier:

Zum verwendet die Industrie synthetische oder natürliche Farbstoffe oder auch färbende Naturmaterialien. Nicht alle Farbstoffe sind zum Färben erlaubt. Die Zugelassenen sind in einer EU-Richtlinie festgelegt und gelten damit für VerbraucherInnen als unbedenklich. Nur in seltenen Fällen treten bei konventionellen Eiern, gefärbt mit synthetischen Farbstoffen, Allergien auf, da sich der Farbstoff durch die Poren der Schale oder durch eventuelle kleine Risse am Eiklar niederschlagen kann.

Beispiele für synthetische Farbstoffe:

  • Tartrazin E 102 (zitronengelb)
  • Gelb-orange S E 110
  • Azorubin E 122
  • Indigotin E 132
  • Brilliantblau FCF E 133 (blau)

Beispiele für natürliche Farbstoffe:

  • Kurkumin E 100 (Extrakt der Kurkumawurzel; gelb)
  • Ribo-/Laktoflavin E 101 (aus Bierhefe gewonnen; orange-gelb)
  • Echtes Karmin E 120 (Farbstoff der Scharlach-Schildlaus; rot)
  • Chlorophyll E 140 (extrahiert aus Brennessel, Gras, Luzerne; grün)

Für Eier aus ökologischer Erzeugung gelten Sonderregelungen. Hier dürfen ausschließlich färbende Naturmaterialien bzw. Lebensmittel eingesetzt werden. Auch zum Schutz der Farben sind nur natürliche Überzüge erlaubt.

Naturfarben:

  • Rotholz: Rot
  • Gelbholz: Gelb
  • Walnussschalen: Braun
  • Malventee: Rot
  • Preisebeeren: Rot
  • Safran: Orange, Gelb
  • Holunderbeere: Blau

Überzugsstoffe:

  • Hydroxypropylmethylcellulose
  • Kopal
  • Schellack