Ernährung

26.07.2022

Hafer – Supergetreide und Multitalent

Ab Mitte August ernten wir in Deutschland Hafer. In Bayern liegen die Anbaugebiete hauptsächlich in den Mittelgebirgen und im Alpenvorland. Zum großen Teil findet das Getreide Verwendung als Tierfutter. Dabei ist das Süßgras ein richtiges Supergetreide und Multitalent für unsere Ernährung.

Hafer – Supergetreide und Multitalent
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Hafer überzeugt durch seine Inhaltsstoffe

Mit sieben Gramm Fett pro 100 Gramm enthält Hafer gut dreimal so viel Fett wie andere Getreidesorten. Das günstige Verhältnis von einfach ungesättigten zu mehrfach ungesättigten Fettsäuren und die leichte Verdaulichkeit zeichnen das Getreide ebenfalls aus. Hafereiweiß weist die höchste biologische Wertigkeit aller Getreideproteine auf. Bemerkenswert ist zudem der hohe Gehalt an Mineralstoffen (besonders Magnesium, Phosphor, Eisen und Zink) und den Vitaminen B1 und B6.

Besondere Ballaststoffe mit vielfältiger Wirkung

Haferkörner und auch die daraus hergestellten Haferflocken liefern zahlreiche Ballaststoffe. Die löslichen Beta-Glucane machen dabei ungefähr 50 Prozent aus. Sie sind für die Konsistenz von Haferschleim verantwortlich und schützen Magen und Darmwand. Diese beruhigende Wirkung hilft Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden und gilt schon lange als bewährtes Hausmittel.

Beta-Glucane haben die Fähigkeit Gallensäuren zu binden und fördern damit die Ausscheidung von Cholesterin. Dies kann zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen.

Die zähflüssige Konsistenz der Beta-Glucane verzögert die Verdauung und Resorption von Kohlenhydraten. Dies führt zu einem geringeren Anstieg der Blutzuckerwerte und zu einem geringeren Insulinbedarf. Ein großer Vorteil,  nicht nur für Diabetespatienten.

Die unlöslichen Ballaststoffe des Hafers wirken sich positiv auf die Verdauung aus.

Hafer und Zöliakie – passt das zusammen?

An Zöliakie erkrankte Personen leiden unter Gluten-Unverträglichkeit und müssen dieses Getreideeiweiß lebenslang meiden. Gluten ist in heimischen Getreidesorten wie Weizen, Roggen oder Gerste enthalten. Hafer nimmt eine besondere Stellung ein, da sein Eiweiß für Zöliakiebetroffene besser verträglich ist. Hafer aus herkömmlichem Anbau ist meist mit kleinen Mengen glutenhaltiger Getreidesorten verunreinigt. Nach den neuen Empfehlungen (S2k-Leitlinie Zöliakie, modifiziert 2021) kann bei Zöliakie Hafer verzehrt werden, wenn dadurch keine Beschwerden auftreten. Wichtig ist, dass Zöliakiebetroffene nur Hafer verzehren, der als „glutenfrei“ gekennzeichnet ist.

Multitalent in der Küche

Hafer kommt in verschiedenen Verarbeitungsformen in der Küche zum Einsatz. Neben ganzen spelzfreien Körnern gibt es Haferflocken, Haferkleie, Hafergrütze und Hafermehl zu kaufen. Haferdrinks dienen als Milchersatz.

Tipp: Schenken Sie Ihrer Gesundheit zuliebe Hafer mehr Beachtung. Er schmeckt in Brei, Müsli, Suppen, Eintöpfen und Bratlingen. Gemischt mit Weizen- oder Dinkelmehl eignet sich Hafer auch für die Herstellung von Brot und Gebäck.