Ernährung

08.07.2019

Jackfrucht – neue exotische Fleischalternative?

Neben Tofu, Seitan und Tempeh macht sich ein weiteres Fleischersatzprodukt bei uns einen Namen: Die Jackfrucht. In ihren Ursprungsländern wird sie meistens reif und süß gegessen, als Fleischersatz allerdings unreif geerntet. Was steckt hinter dem tropischen Obst und bietet es eine echte Fleischalternative?

Jackfrucht – neue exotische Fleischalternative?
Foto: © terimakasih0 - Pixabay.com

Die Jackfrucht, auch Jackfruit, Jakobsfrucht oder Jaca genannt, zählt zur größten Baumfrucht der Welt. Sie erreicht eine Länge von bis zu einem Meter und ein Gewicht von mehr als 30 kg. Die länglichen ovalen Früchte gehören zur Familie der Maulbeergewächse und besitzen – je nach Reifegrad – eine grüne bis gelb-braune 5 – 10 cm dicke, harte Schale, die mit vielen spitzen Noppen besetzt ist. Der Name leitet sich vom malaysischen Wort „chakka“ ab, das auf das Sanskritwort „chakra“ zurückgeht und „rund“ bedeutet.

Anbau und Ernte

Ursprünglich stammt der bis zu 20 Meter hohe Jackfruchtbaum aus Südindien. Er wächst aber auch in vielen weiteren tropischen Ländern wie beispielsweise Indonesien, Sri Lanka, Thailand und Brasilien. Pro Jahr trägt der Baum etwa 30 Früchte, die nicht an den Zweigen, sondern direkt am Stamm wachsen. Nachdem die Jaca bei der Ernte abgeschnitten und halbiert wurde, tritt ein klebriger, milchiger Saft aus der Schale aus.

Während reife Früchte drei bis sechs Monate zum Wachsen benötigen und zum Teil mehr als 30 kg auf die Waage bringen, werden die grünen, unreifen Jacas bereits mit einem Gewicht von zwei bis drei Kilogramm geerntet. Die frühe Ernte ist notwendig, da nicht alle Früchte am Baum groß und süß reifen können. Was früher als Abfallprodukt endete, wird heute zum Fleischersatzprodukt weiterverarbeitet.

Geschmack


Foto: © Carlrubino - Pixabay.com

Das Innere einer reifen Jackfruit erinnert durch den dicken, weißen Strunk und die großen gelben Fruchtstücke an eine – mit dicken Kernen durchzogene – Ananas. Der Geschmack ähnelt einem Mix aus Banane und Ananas oder auch dem der Mango oder Papaya.

Das unreife Obst zeichnet sich durch einheitliches weißes Fruchtfleisch mit noch weichen, erbsengroßen Kernen und ihre hähnchenfleischartige Konsistenz aus. Zu diesem Reifezeitpunkt schmeckt die Jackfrucht neutral bis leicht säuerlich und ähnelt so einer sehr milden Artischocke oder Zucchini. Das Tropengewächs eignet sich somit optimal zum Marinieren. Die frische Jackfruit im unreifen Zustand nicht roh verzehren, da sie nur schwer verdaulich ist.

Inhaltsstoffe

Mit einem Gehalt von 30 – 80 Kalorien pro 100g, je nach Reifegrad, enthält die Jackfrucht vergleichsweise wenig Kalorien, ist zudem fettarm und glutenfrei. Sie ist ein guter Lieferant von Vitamin C, Beta Carotin, Magnesium, Kalium und Calcium und mit 4 – 5g pro 100g reich an Ballaststoffen. Mit den Nährwerten von Fleisch hat sie jedoch nichts gemeinsam. Es finden sich in ihr kaum Eiweiß und wenig Eisen, dafür rund 15 Gramm verwertbare Kohlenhydrate, sodass sie eher mit einer Kartoffel vergleichbar ist. In ihren Herkunftsländern spielt sie deshalb als Grundnahrungsmittel eine große Rolle.

Einkauf und Zubereitung

Ganze reife oder unreife Jackfrüchte sind hierzulande selten erhältlich – mit Ausnahmen von einigen Asia-Läden. Wegen des klebrigen Safts beim Verarbeiten unbedingt Gummihandschuhe tragen und Messer und Brett mit Pflanzenöl einreiben. Der Milchsaft lässt sich nur sehr schwer von Gegenständen und aus Textilien entfernen.

Zunächst die Jackfruit längs aufschneiden, anschließend in zwei Hälften reißen und entkernen. Dann die Fruchtfleischtaschen herausschneiden oder mit den Händen herauslösen. Restliche versteckte Kerne ebenfalls entfernen.

Gut sortierte Supermärkte, Bioläden, Reformhäuser und der Online-Handel bieten das tropische Obst in verarbeiteter Form an. Die reife, süße Jackfrucht gibt es geschnitten in einer Zuckerlösung in Dosen oder auch als Trockenobst. Asia-Geschäfte verkaufen sie manchmal auch verpackt im Tiefkühlregal.

Die unreife, verarbeitete Jackfrucht wird – hauptsächlich gestückelt in Salzlake eingelegt – in Gläser oder Konserven abgefüllt. Daneben findet sie sich als Convenience-Produkt klein geschnitten, in Beutel gefüllt und eingeschweißt, mit und ohne Marinade. Wer das in Salzlake eingelegte Obst weniger salzig und säuerlich mag, spült es vor der Zubereitung mit kaltem Wasser ab. Beliebte vegane Gerichte mit der Tropenfrucht sind u.a. Pulled Pork, Geschnetzeltes, Gulasch, Bolognese und Frikadelle.

Fazit

Die Jackfrucht ist sowohl süß als Dessert als auch herzhaft als Fleischersatz eine Kostprobe wert. Aufgrund der langen Transportwege schneidet sie aber aus ökologischer Sicht weniger nachhaltig ab. Als alternatives Fleischprodukt kann man sich das exotische Obst ab und an gönnen, wobei Bio-Qualität und fair gehandelten Produkten der Vorzug zu geben ist. Für den regelmäßigen Konsum eignen sich regionale Produkte mit einer besseren Ökobilanz aus Lupinen, Seitan oder Hülsenfrüchten.

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