Ernährung

11.03.2015, Onlineshopping

Lebensmittel aus dem Netz

Onlineshopping boomt. Im Jahr 2020 soll bereits jeder zehnte Verbraucher auch Lebensmittel im Internet einkaufen. Diese neuartige Form des Lebensmitteleinkaufs ist sehr komfortabel, birgt jedoch neue Risiken.

Risiken beim Onlineshopping

Mit steigender Zahl an Lebensmittelverkäufen im Internet stieg gleichzeitig die Zahl an Lebensmitteln, die nicht lebensmittelrechtlichen Vorgaben entsprechen. Darauf wies das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf dem Schleißheimer Forum zur Kontrolle des Internethandels hin. Zum einen besteht beim Onlinegeschäft viel Unwissenheit seitens der Käufer, aber auch der Verkäufer. Auf der anderen Seite ist es für die Behörden schwierig bei Verstößen schnell zu reagieren, da beispielsweise die rechtlichen Zuständigkeiten nicht eindeutig geklärt sind.

Bayern hat hierzu ein Pilotprogramm zur Kontrolle von riskanten Nahrungsmittel-Onlineeinkäufen gestartet. Verdeckt führt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Testkäufe von Nahrungsergänzungsmitteln und Frischfleisch durch. Zwölf Proben von frischem Geflügel- und Hackfleisch von in Bayern ansässigen Lebensmittelbetrieben wurden über Online-Versand bestellt und untersucht, wobei nur bei einer Probe eine zu hohe Eingangstemperatur festgestellt wurde.

Beanstandungen ergaben sich im Wesentlichen in Hinblick auf die Deklaration der Produkte. In drei der bisher untersuchten Nahrungsergänzungsmitteln wurde ein nicht zugelassener Arzneistoffe (z.B. Synephrin) bzw. in einer Probe ein stark erhöhter Vitamin B6 Gehalt nachgewiesen. Die festgestellten Verstöße wurden von den zuständigen Behörden geahndet. Das neue Kontrollprogramm ergänzt die bereits bestehende Internetüberwachung durch die Bayerische Gewerbeaufsicht.

Tipps zum Lebensmitteleinkauf im Netz

Um sich als Verbraucher beim Lebensmitteleinkauf im Netz zu schützen, sollte man sich etwas Zeit nehmen und das Warenangebot sowie die Internetseite als Ganzes genauer unter die Lupe nehmen. Hierdurch fallen oft Ungereimtheiten auf, die auf einen unseriösen Anbieter oder ein bedenkliches Produkt hinweisen. Beispielsweise sollte immer ein Impressum auf der Internetseite zu finden sein. Der Ausweis einer Steuernummer belegt zudem, dass eine Zusammenarbeit des Internethändlers mit den deutschen Behörden gegeben ist.

Waren, die aus dem Ausland verschickt werden, können in der Regel von der deutschen Lebensmittelüberwachung nicht kontrolliert werden. Auch die Kontrolle von Händlern bei Amazon und ebay ist für die deutschen Behörden problematisch. Daher überprüfen Sie vor dem Kauf, ob detaillierte deutschsprachige Angaben zum angebotenen Produkt wie z.B. das Zutatenverzeichnis oder die Füllmenge gegeben sind. Empfehlenswert ist der Kauf bei Shops, die mit einem D21 Internet-Gütesiegel (Trusted Shops, TÜV SÜD, Internet Privacy Standard oder EHI-geprüfter Online Shop) versehen sind, da diese von einer amtlichen Lebensmittelüberwachung kontrolliert werden.

Wenn Sie eine Beschwerde zu einem online bestellten Lebensmittel haben, können Sie sich an die Lebensmittel- und Veterinärüberwachung bei Ihrer Stadt- oder Kreisverwaltung wenden.

Der VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB) steht für anbieterunabhängige Verbraucheraufklärung und nachhaltige Verbraucherbildung und hilft Ihnen gerne, wenn Sie Ihre Rechte oder wirtschaftlichen Interessen beim Online-Einkauf verletzt sehen.

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