Ernährung

01.02.2019, Trend-Analyse Black Food

Lebensmittel mit Aktivkohle nicht unproblematisch

Ein neuer Trend am Lebensmittelmarkt heißt Black Food. Von der Burgersemmel, über Smoothies bis zum Speiseeis – immer mehr Lebensmittel werden mit Aktivkohle schwarz eingefärbt. Doch was spricht gegen den regelmäßigen Verzehr?

Lebensmittel mit Aktivkohle nicht unproblematisch
Foto: © DrawsAndCooks - Pixabay.com

In den sozialen Medien kursieren zahlreiche Bilder von kohlschwarzen Lebensmitteln. Zu sehen sind schwarze Smoothies, Burger, Pizzen, Croissants, Eis samt Waffel oder einfach schwarzes Wasser in schicken Designflaschen. Der Ursprung des Trends stammt aus japanischen Imbissbuden und über die USA ist Black Food nun auch zu uns gelangt. Inzwischen gibt es hierzulande sogar ganze Black Food Festivals.

Aktivkohle als Zusatzstoff

Eine Möglichkeit Lebensmittel schwarz zu färben, ist die Zugabe von Aktivkohle. Diese ist in Lebensmitteln als Zusatzsoff Pflanzenkohle bzw. E 153 zugelassen. Zum Beispiel dient Pflanzenkohle traditionell zum Färben der schwarzen Wachsüberzüge von Käse oder zum Aschen von Käsesorten wie dem Morbier. Eine mengenmäßige Beschränkung für den Einsatz von Aktivkohle in Lebensmitteln gibt es nicht. Es gilt lediglich der Grundsatz „quantum satis“, also gerade „so viel wie nötig“ um im Lebensmittel die erwünschte Wirkung zu erzielen.

Hochwirksame Aktivkohle

Aktivkohle entsteht bei der Teilverbrennung von kohlenstoffhaltigen Ausgangsmaterialien wie Holz, Torf oder den Schalen von Kokosnüssen. Das besondere an Aktivkohle ist, dass sie eine sehr große innere Oberfläche besitzt, die pro Gramm bis zu 2000 m2 beträgt. Gleichzeitig bindet Aktivkohle Stoffe an sich. Diese Eigenschaft macht sich auch die Medizin zu Nutze. Kohletabletten sind ein wirksames Mittel bei Durchfallerkrankungen und Vergiftungen. Denn die Kohle adsorbiert Schadstoffe, Viren, Bakterien und deren Toxine. Der Körper scheidet die an die Aktivkohle gebundenen Schadstoffe über den Darm aus.

Aktivkohle als Nährstoffräuber

Wegen dieser adsorbierenden Wirkung werben beispielsweise schwarze Aktivkohle-Smoothies mit einem Detox-Effekt. Wissenschaftliche Belege dafür, dass Aktivkohle in Lebensmitteln entgiftend wirkt oder bei einem Alkohol-Kater hilft, gibt es nicht. Im Gegenteil ist Aktivkohle in Lebensmitteln nicht unproblematisch: Sie bindet nicht nur Giftstoffe sondern auch wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die dem Körper dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Das gleiche Problem ergibt sich für Arzneimittel, deren Wirkung die Aktivkohle beeinträchtigen kann.

Aktivkohle in Lebensmittel sparsam verwenden

Verschiedene Rezepte für selbstgemachte Black Smoothies empfehlen die Menge von einem Teelöffel Aktivkohle auf einen halben Liter Getränk. Das entspricht einem Gewicht von ungefähr 3 Gramm Aktivkohlepulver oder 12 Kohletabletten á 250 mg. Bei hoher Dosierung besteht das Risiko einer Verstopfung. Es spricht nichts dagegen Lebensmittel mit Aktivkohle einmal zu probieren. Vom regelmäßigen Verzehr größerer Mengen raten wir allerdings ab.

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