Ernährung

05.05.2017, Gut zu wissen

„Ohne Zuckerzusatz“ ist nicht ohne Zucker

Beliebte Geschenke zum Muttertag sind Pralinen, Schokolade oder kleine Törtchen. Diese werden oft auch „ohne Zuckerzusatz“ angeboten. Doch was versteckt sich hinter dieser Werbebotschaft?

„Ohne Zuckerzusatz“ ist nicht ohne Zucker
© Claudia Paulussen, Fotolia.com

„Ohne Zuckerzusatz“ bedeutet nicht immer „ohne Zucker“

Die Werbeaussage „ohne Zuckerzusatz“ auf Süßwaren, Speiseeis, Desserts und Müsli bedeutet nicht, dass diese Produkte zuckerfrei sind, sondern lediglich, dass bei der Verarbeitung keine Einfachzucker (wie Glukose oder Fruktose) oder Zweifachzucker (wie Haushaltszucker) zugesetzt wurden. Auch keine süßenden Lebensmittel wie Honig, Dicksäfte oder Sirup dürfen zugegeben werden. Ein Zusatz von Zuckeralkoholen ist jedoch möglich.

Wenn das Produkt von Natur aus Zucker enthält, sollte auf dem Etikett folgendes stehen: „Enthält von Natur aus Zucker“

Zuckeralkohole und Fruktose als Zuckerersatz

Haushaltszucker ist ein Zweifachzucker (Disaccharid), ein Bestandteil davon ist der Fruchtzucker (Fruktose). Er enthält mit 4 Kalorien pro Gramm genauso viele Kalorien wie andere Zuckerarten. Da er etwas intensiver süßt als Zucker, wird weniger benötigt, um den gleichen Süßgeschmack zu erreichen. Fruchtzucker wird oft neben den Zuckeralkoholen Sorbit, Mannit, Xylit (Birkenzucker), Maltit, Isomalt, Lactit und Erythrit als Zuckerersatz verwendet. Die Zuckeralkohole erreichen fast die Süßkraft von Zucker, der Energiegehalt ist mit 2,4 Kalorien pro Gramm jedoch nur etwa halb so groß.

Wirkungen von Zuckeraustauschstoffen auf die Gesundheit

Zuckeraustauschstoffe unterscheiden sich im Geschmack kaum vom Zucker und lassen sich weitgehend wie dieser verwenden. Gesundheitlich haben Zuckeraustauschstoffe jedoch keine Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Haushaltszucker.  So weisen Studienergebnisse darauf hin, dass Fruchtzucker Übergewicht fördert und die Entstehung des metabolischen Syndroms begünstigt. Unter dem metabolischen Syndrom versteht man das gleichzeitige Auftreten von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Insulinresistenz.

Fruktose kann im Blut höhere Konzentrationen an Triglyceriden und LDL-Cholesterol bewirken. Wie auch das metabolische Syndrom tragen diese Blutfette zur Entstehung von Arteriosklerose bei und erhöhen somit das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.

Fruchtzucker ist kein „Diabetikerzucker“

Obwohl Fruchtzucker unabhängig von Insulin in den Körper aufgenommen wird, ist er für Diabetiker nicht geeignet. Da Fruktose vermutlich zu Übergewicht führt und Übergewicht die Insulinunempfindlichkeit der Zellen noch verstärken kann, fördert Fruktose möglicherweise Diabetes sogar.

Unverträglichkeiten von Zuckeraustauschstoffen

Zu beachten ist, dass Zuckeraustauschstoffe in höheren Mengen zu Unverträglichkeiten führen können. Deshalb müssen Lebensmittel mit mehr als 10 Prozent Zuckeraustauschstoffen den Warnhinweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ tragen. Bei empfindlichen Personen können schon ab 20 g pro Tag Nebenwirkungen auftreten.

Häufig werden neben Süßwaren auch andere Lebensmittel und Getränke mit Fruchtzucker oder Zuckeralkoholen konsumiert. Weil dabei größere Mengen an Zuckeraustauschstoffen zusammenkommen können, sollte man mit dem Verzehr zurückhaltend sein.

Ernährungsberatung bei Fruchtzucker-Unverträglichkeit

Wer unter einer Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fruktose-Malabsorption) leidet sollte Lebensmittel mit zugesetzter Fruktose und Zuckeralkoholen meiden. Bei Lebensmitteln mit natürlich enthaltenem Fruchtzucker wie Obst sollten Betroffene ihre individuelle Verträglichkeit austesten. Hier kann auch die professionelle Ernährungsberatung des VSB weiterhelfen.

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