Ernährung

01.08.2019, Augen auf beim Einkauf!

Palmöl in Lebensmitteln

Weltweit ist Palmöl das am meisten produzierte Pflanzenfett und wird inzwischen auch in jedem zweiten Supermarktprodukt eingesetzt. Dabei wirkt sich Palmöl aber sehr problematisch auf die Umwelt aus. Laut Lebensmittelinformationsverordnung müssen pflanzliche Fette in der Zutatenliste namentlich aufgelistet werden. Das ermöglicht die Auswahl von palmölfreien Produkten beim Einkauf.

Palmöl in Lebensmitteln
Foto: © tristantan - Pixabay.com

Was ist Palmöl?

Palmöl (oder Palmfett) wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen und hat durch den hohen Carotingehalt eine orangerote Farbe. Die Lebensmittelindustrie verwendet aber hauptsächlich weiter verarbeitetes, sogenanntes raffiniertes Palmöl, das eine helle Farbe aufweist. Palmöl hat bei Raumtemperatur eine feste Konsistenz, ist also nicht flüssig wie andere Pflanzenöle. Hauptanbaugebiete für Palmöl sind Malaysia und Indonesien.
Palmkernöl dagegen wird nur aus den Kernen der Palmfrüchte gewonnen.

Wie gesund ist Palmöl?

Durch den hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren (46%) ist Palmöl ernährungsphysiologisch weniger wertvoll als andere Pflanzenöle, die hauptsächlich aus ungesättigten Fettsäuren bestehen. Bei der Raffination von Palmöl können auch gesundheitlich problematische Fettsäureester entstehen, die bei der Verdauung in krebserregende Substanzen umgewandelt werden können.
Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat deshalb für diese Stoffe maximale Aufnahmemengen pro Tag und Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Besonders gefährdet sind hier Kinder. Durch ihr geringes Körpergewicht können sie leicht diese Grenzwerte überschreiten. Aus diesen Gründen sollte man möglichst wenig Palmöl aufnehmen.

Wie problematisch ist Palmöl für die Umwelt?

In den letzten Jahren ist der Einsatz von Palmöl in der Lebensmittelindustrie stark angestiegen. Auch für Waschmittel, Kosmetika, Biokraftstoff und zur Stromproduktion benötigt man große Mengen Palmöl. Deshalb werden in den Anbauregionen immer mehr Regenwälder für die Ölpalm-Monokulturen abgeholzt. Dies führt zu einer vermehrten Freisetzung von Treibhausgasen, da Regenwälder große Mengen Kohlenstoff speichern. Durch die Rodungen wird auch der Lebensraum für viele Tierarten vernichtet und eingeborene Stämme werden von ihrem Land vertrieben.

Was bringt zertifiziertes Palmöl (RSPO-Siegel)?

2004 haben verschiedene Palmölproduzenten und –verbraucher gemeinsam mit dem WWF den „Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl“ (RSPO, Roundtable on Sustainable Palm Oil) gegründet. Diese Organisation sollte den nachhaltigen Anbau von Palmöl fördern und damit Umweltschäden minimieren. Zahlreiche Umweltorganisationen weisen darauf hin, dass dieses Siegel kein Ökolabel ist. Sie sprechen sogar von „Etikettenschwindel“. Das RSPO-Siegel verhindert keine Rodungen von Regenwäldern und berücksichtigt nicht den Klimaschutz. Viele der geforderten sozialen Aspekte sind allgemeine Grundrechte, die ganz selbstverständlich eingehalten werden sollten. Deshalb haben viele Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen das RSPO-Siegel abgelehnt.

Was empfiehlt der VerbraucherService Bayern?

  • Lesen Sie genau die Zutatenliste auf den Lebensmittelverpackung und kaufen Sie Produkte ohne Palmöl!
  • Kochen und backen Sie wieder mehr selbst! Dabei können Sie ernährungsphysiologisch wertvolle und regionale Pflanzenöle (z.B. Rapsöl) verwenden.
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