Ernährung

08.06.2020, Milchersatz

Pflanzendrinks – am besten bio und regional

Pflanzliche Alternativen zu Kuhmilch, wie Nuss-, Soja- oder Haferdrinks haben sich in den letzten Jahren zu Trendprodukten entwickelt. Sie schmecken ganz unterschiedlich und unterscheiden sich in Ihrer Zusammensetzung. Bio-regionale Pflanzendrinks sind dabei empfehlenswerter als konventionell erzeugte.

Pflanzendrinks – am besten bio und regional
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Lange waren pflanzliche Milchersatzprodukte nur in ausgewählten Reformhäusern und Bioläden erhältlich. Heute gehören sie wie selbstverständlich zum Angebot von Supermärkten und Discountern. Auch die Auswahl an unterschiedlichen Pflanzendrinks ist beachtlich. Nicht nur Veganer und Menschen, die an Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie leiden, konsumieren Pflanzendrinks, auch Personen, die gerne Trendlebensmittel ausprobieren und ihren Speiseplan bereichern wollen, greifen auf diese zurück.

Pflanzendrinks sind keine Milch

Eine Kennzeichnung als „Milch“ ist für pflanzliche Milchersatzprodukte nicht zulässig, da der Begriff gesetzlich geschützt ist. Das Milch- und Margarinegesetz definiert Milch als das durch Melken gewonnene Erzeugnis der normalen Eutersekretion von Tieren, die zur Milcherzeugung gehalten werden. In der Regel werden pflanzliche Milchalternativen als „Drinks“ gekennzeichnet. Einzige Ausnahme bildet die Kokosmilch.

Pflanzendrinks sind vielfältig

Grundsätzlich eignen sich Hülsenfrüchte wie Soja und Lupine, Getreide und Nüsse, um daraus milchähnliche Getränke herzustellen. Die Nährstoffgehalte variieren in Abhängigkeit vom Lebensmittel aus dem der Pflanzendrink hergestellt wurde. Was die Zusammensetzung der energieliefernden Nährstoffe Fett, Protein und Kohlenhydrate betrifft, kommt Sojadrink fettarmer Kuhmilch am nächsten. Getreidedrinks sind protein- und fettarm. In Nussdrinks ist der Fettgehalt etwas höher als in Soja- und Getreidedrinks. Eine Besonderheit unter den Nussdrinks stellt die Kokosmilch dar. Da sie ca. 60 % Fruchtfleisch der Kokosnuss enthält, ist sie dickflüssiger als andere Pflanzendrinks und hat mit ca. 20 % einen deutlich höheren Fettgehalt. Davon zu unterscheiden ist der Kokosdrink mit einem Kokos(milch)anteil, der meist unter 10 % liegt.

Als der am häufigsten konsumierte Milchersatz gilt der Sojadrink. Für Getreidedrinks sind Hafer, Dinkel, Hirse und Reis, aber auch Pseudogetreide wie Buchweizen, Quinoa und Amaranth oder Mischungen aus verschiedenen (Pseudo-)Getreiden geeignet. Für Nussdrinks werden beispielsweise Mandeln, Cashews, Haselnüsse oder Macadamia verwendet. Inzwischen sind auch Drinks auf Hanfbasis erhältlich.

Pflanzendrinks gibt es gesüßt und ungesüßt, in der Natur-Variante oder in Geschmacksrichtungen wie Vanille, Schoko und Banane.

Pflanzendrinks: teilweise stark verarbeitet

Abhängig von den verwendeten Rohstoffen unterscheiden sich Herstellungsprozess, Zutaten und Geschmack. Zur geschmacklichen Abrundung und um eine kuhmilchähnliche Konsistenz zu erreichen, werden den Pflanzendrinks Zutaten wie Salz, Süßungsmittel, Verdickungsmittel, Säureregulatoren oder Emulgatoren zugegeben. Da Getreide von Natur aus fettarm ist, enthalten Getreidedrinks als Zutat meist Sonnenblumenöl. Teilweise reichern Hersteller ihre Produkte mit den Vitaminen B2, B12 und D, mit Calcium oder mit Leinöl an.

Damit sich die Inhaltsstoffe fein verteilen und sich nicht absetzen, werden Pflanzendrinks homogenisiert. In der Regel werden sie durch Hocherhitzen haltbar gemacht, inzwischen gibt es auch frische Pflanzendrinks aus der Kühltheke.

Wer nicht auf stark verarbeitete Fertigprodukte mit Zusatzstoffen zurückgreifen möchte, kann Pflanzendrinks auch selbst herstellen.

Der Vergleich mit Kuhmilch

Kuhmilch trägt in unserer Ernährung unter anderem zur Versorgung mit den Nährstoffen Calcium, Jod, Vitamin B2, B12 und Protein bei. Wer gänzlich auf Milchprodukte verzichtet, sollte darauf achten, diese Nährstoffe gezielt durch andere Lebensmittel aufzunehmen oder auf mit Calcium angereicherte Pflanzendrinks zurückgreifen. Die Menge an zugesetztem Calcium in Pflanzendrinks orientiert sich meistens am Calciumgehalt von Kuhmilch. Was den Proteingehalt betrifft, kann allenfalls der Sojadrink mit Milch mithalten, Getreide- und Nussdrinks enthalten deutlich weniger Protein. Der Fettgehalt von pflanzlichen Milchalternativen ist in der Regel niedriger als der von Kuhmilch.

Geschmacklich lassen sich Pflanzendrinks nur schwer mit Kuhmilch vergleichen. Der Geschmack von Pflanzendrinks richtet sich nach den Zutaten, er kann süßlich-nussig sein oder eine Getreidenote aufweisen, er kann mild oder aromatisch ausfallen.

Pflanzendrinks sind ebenso vielseitig einsetzbar wie Kuhmilch. Sie können warm oder kalt verzehrt werden und eignen sich zum Kochen und Backen und für die Zubereitung von Desserts und Müslis.

Unterschied: Ökologisch und konventionell erzeugte Pflanzendrinks

Eindeutige Unterschiede gibt es bei Pflanzendrinks zwischen konventioneller und biologischer Ware. Konventionell hergestellte Pflanzendrinks können Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Emulgatoren, Säureregulatoren oder Vitaminzusätze enthalten. Für Bio-Drinks sind diese Zusätze nicht zugelassen. Auch eine Anreicherung mit Calciumcarbonat ist für Bio-Drinks nicht erlaubt. Konventionelle und biologische Pflanzendrinks unterscheiden sich auch im Geschmack. Das liegt daran, dass konventionelle Drinks auch in der Geschmacksrichtung „natur“ oft Aromen und Zucker enthalten. Bio-Hersteller süßen ihre Drinks allenfalls mit Dicksäften, Aromen sind nicht zulässig.

Regionale Pflanzendrinks: Empfehlenswert!

Viele Hersteller von Pflanzendrinks, insbesondere im Bio-Bereich, machen auf der Lebensmittelverpackung freiwillig Angaben zur Herkunft der verwendeten Rohstoffe oder sie informieren im Internet darüber. Laut Packungsangaben stammen die Rohstoffe zum überwiegenden Teil aus Europa. Einige Hersteller lehnen Sojabohnen aus Regenwaldgebieten ab. Einzelne (Bio-)Hersteller werben mit regionalen Pflanzendrinks. Rohstoffe wie Soja, Hafer, Dinkel oder Buchweizen stammen aus bestimmten Regionen Deutschlands. Regionale Pflanzendrinks sind wegen der kürzeren Transportwege ökologisch vorteilhaft und sie stärken die heimische Wirtschaft.

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