Ernährung

18.04.2018, Lebensmittelrecht

Qualitätsanforderungen und Kennzeichnung von Spargel

Spargel wurde bisher in verschiedenen Klassen verkauft. Unterschieden wurde zwischen Extra, I und II. Dies ist seit der Saison 2010 aber nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben und der Spargel darf mit „Mängeln“ verkauft werden. Er kann länger, unterschiedlich dick, krumm oder gar hohl sein. Freiwillig jedoch können Spargelverkäufer die Klassen angeben. 

Qualitätsanforderungen von Spargel

Die Qualitätsanforderungen für Spargel richten sich nach der „Allgemeinen Vermarktungsnorm“ (Verordnung (EG) Nr. 1580/2007) und der freiwilligen „UNECE-Norm“

Die Allgemeine Vermarktungsnorm

Stellt nur ein Mindestqualitätsniveau sicher und enthält keine Klassennamen und Sortiervorschriften. Leider wird inzwischenfast  nur noch Spargel nach dieser Norm verkauft. Für den Verbraucher ein Nachteil, da der Spargel nun länger sein kann also unten holziger aber auch unterschiedlich dick sein darf. Dies ist problematisch beim Kochen.

Qualitätskriterien der allgemeinen Vermarktungsnorm:

  • ganz,
  • gesund und damit frei von Fäulnisbefall oder anderen Mängeln, die sie zum Verzehr ungeeignet machen,
  • sauber, praktisch frei von sichtbaren Fremdstoffen,
  • praktisch frei von Schädlingen,
  • frei von anomaler äußerer Feuchtigkeit
  • frei von fremdem Geruch und/oder Geschmack
  • der Zustand der Erzeugnisse muss so sein, dass sie Transport und Hantierung aushalten und in zufrieden stellendem Zustand am Bestimmungsort ankommen.

Pflicht sind die Angaben zu Gewicht und Preis, der Erzeuger/Abpacker und das Ursprungsland muss angegeben sein.

Die UNECE-Norm

Entspricht der bis 2010 geforderten Einteilung in Qualitätsstufen oder Klassen und ist nahezu deckungsgleich mit der alten EG-Vermarktungsnorm aber eine freiwillige Angabe.

Qualitätskriterien der UNECE-Norm zusätzlich zu den Kriterien der Allgemeinen Vermarktungsnorm:

  • Spargelstangen müssen gleich dick,
  • dürfen 22 cm nicht überschreiten,
  • müssen farblich sortiert angeboten werden,
  • keine aufgeblühten Köpfe haben , Koffestigkeit muss vorhanden sein.

Pflicht sind auch hier die Abgaben zum Gewicht und Preis, der Erzeuger/Abpacker und das Ursprungsland muss angegeben sein.

Einteilung der Klassen:

  • Spargel der Klassen Extra und I hat fest geschlossene Köpfe und kaum Flecken auf der Schale. Die Stangen sind praktisch gerade und besonders gleichmäßig nach Dicke sortiert. Weißer Spargel dieser Klassen ist am Kopf nicht oder kaum rosa verfärbt und damit sehr mild im Geschmack.
  • Spargel der Klasse II hat leicht geöffnete Köpfe und damit möglicherweise etwas Sand hinter den Schuppenblättern. Er kann leicht gebogen sein und Flecken auf der Schale aufweisen. Die Stangen müssen nicht nach Dicke sortiert sein. Außerdem ist bei weißem Spargel eine grünliche Verfärbung der Köpfe erlaubt, was Ursache für einen intensiveren oder leicht herben Geschmack sein kann. Die Stangen dürfen leicht holzig und zum Teil hohl sein. Bei dieser Klasse ist mit erhöhtem Abfall und – bei unterschiedlicher Stangendicke – mit unterschiedlichen Garzeiten zu rechnen.

Bei den allen drei Klassen darf der Spargel höchstens 10 % fehlerhafte Ware enthalten.

Grundsätzlich eignet sich Spargel aller Klassen sowohl für die Verwendung als Stangengemüse, als auch für Ragouts, Omeletts, Salate oder Suppen. Schalenfehler und Formfehler sind nach dem Schälen und Kochen meist verschwunden. Unterschiedlich sind der Aufwand beim Schälen, Vorbereiten und Kochen von unterschiedlichen Stangendicken und der Preis.

Für alle preisbewussten Spargelliebhaber gilt:

„Suppenspargel“ oder „Bruchspargel“ hat oft einen geringeren Preis und wird von vielen Spargelbauern erheblich günstiger angeboten. Für viele Gerichte wie Suppen, Spargelgemüse oder Salat eignet sich dieser Spargel wunderbar.

Kennzeichnung

An losem Spargel muss auf einem Schild die Bezeichnung "Spargel", gegebenenfalls mit der Farbgruppe, dem Ursprungsland und dem Preis zu lesen sein. Zum Beispiel "Spargel, weiß, Deutschland, xx EUR".

Bei frischem Spargel in einer Fertigpackung müssen entsprechend der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung angegeben werden:

  • Verkehrsbezeichnung,
  • Name oder Firma und Anschrift des Herstellers, Verpackers oder eines in einem Mitgliedstaat der EU niedergelassenen Verkäufers,
  • Ursprungsland,
  • Losnummer (kann durch das Mindesthaltbarkeitsdatum ersetzt werden),
  • Füllmenge,
  • Preis der Packung und Grundpreis, sofern er nicht mit dem Packungspreis identisch ist.

Geschälter Spargel gilt als „verzehr- oder küchenfertig“ und fällt damit nicht unter die allgemeine Vermarktungsnorm. Die UNECE- Norm bietet die Möglichkeit, dass dennoch gekennzeichnet werden darf. Dann müssen aber Klasse und Größe mit angegeben werden. Falls er in Fertigpackungen angeboten wird, muss er wie oben gekennzeichnet sein, allerdings ist die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums verpflichtend und die Angabe des Ursprungslandes kann entfallen.

Regelung für den Bio Spargel

Auch für den Spargel gelten die generellen Vorschriften. Wer Spargel als „bio“ oder „öko“ verkaufen möchte, muss er den ökologischen Richtlinien der EU entsprechen.  Orientierung bietet das grüne Blatt als EU- Bio- Logo. Hier wird Spargel gemäß den Vorschriften hergestellt und in den Verkauf gebracht.

Wer es noch ein bisschen strenger und kontrollierter haben möchte, findet in den verschiedenen Anbauverbänden wie, Bioland, Demeter oder Naturland eine gute Möglichkeit. In einigen Bereichen gelten hier noch interne Verbandsvorschriften die über die gesetzlichen Biovorschriften hinaus gehen.

Weiterführende Informationen zur Kennzeichnung: 2017_04_19-merkblatt_kennzeichnung_spargel_LfL.pdf