Ernährung

19.10.2020

Salzige Snacks mit Vorsicht genießen

Der aktuelle Ernährungs-Trend geht schon seit einiger Zeit weg von den klassischen drei Hauptmahlzeiten hin zu Snacks. Die flexiblen Zwischenmahlzeiten sind bei deutschen Verbraucher*innen sehr beliebt. Laut Snackbarometer 2019, einer repräsentativen Online-Umfrage von 1200 Männer und Frauen zwischen 14 und 65 Jahren, kaufen sich 65 Prozent mindestens einmal pro Woche einen Snack, 13 Prozent sogar täglich. Für rund 30 Prozent der Befragten rangiert dieser Imbiss nicht als Zwischenmahlzeit, sondern ersetzt die klassische Hauptmahlzeit. Dabei liegen salzige Snacks aus Burger- und Fisch-Fast-Food-Ketten sowie Bäckerprodukte und chinesische und türkische Imbissgerichte in der Beliebtheitsskala vorne.

Salzige Snacks mit Vorsicht genießen
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Salzige Snacks und Gesundheit

Durch den Verzehr herzhafter Snacks wie Nüsse, Pizza, Chips und Knabberartikel, Laugenbrezeln, Sandwiches und Fertiggerichte, ist die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene tägliche Speisesalzzufuhr von sechs Gramm pro Tag für Erwachsene und zwei bis fünf Gramm für Kinder und Jugendliche schnell überschritten. Die tatsächliche tägliche Salzaufnahme liegt im Durchschnitt nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts deutlich höher: Bei Frauen 8,4 Gramm und bei Männern 10 Gramm. Auf Dauer kann eine zu hohe Speisesalzzufuhr der Gesundheit schaden und das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht erhöhen. Ergebnisse einer aktuellen Studie der Universität Bonn lassen vermuten, dass eine salzreiche Kost zusätzlich die Immunabwehr schwächen kann.

Wo versteckt sich viel Salz?

Speisesalz nehmen wir zu 75 – 90 Prozent über verarbeitete Lebensmittel und den Verzehr außer Haus auf. Die Lebensmittelgruppen Brot, verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren, Fischprodukte und Käse sowie Knabberartikel tragen im Gegensatz zum Zusalzen zu Hause am meisten zur Natrium- bzw. Salzaufnahme bei.

Weniger Salz in Lebensmitteln durch Reformulierung?

Um Salz einzusparen, setzen die Lebensmittelwirtschaft und der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland die „Reformulierung“ (Anpassung von Rezepturen) von Lebensmitteln auf freiwilliger Basis um. Hierzu haben Politik und Lebensmittelwirtschaft eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet, in der sich die Lebensmittelwirtschaft selbst verpflichtet hat, bis 2025 konkrete Reduktionsziele zu erreichen. Das Bäckerhandwerk verpflichtet sich dazu, hohe Salzgehalte im Brot zu vermeiden und Kenntnisse zur Verringerung des Salzgehalts in der Aus- und Weiterbildung verstärkt zu vermitteln. Die Tiefkühlwirtschaft verpflichtet sich freiwillig zur Salzreduktion in Fertigpizzen auf durchschnittlich 1,25 Gramm pro 100 Gramm. Leider fällt ein Großteil der deftigen Snacks nicht unter diese Produktgruppen.

Gerade im Segment der salzigen Snacks freuen sich Hersteller nach wie vor über steigende Wachstumszahlen. Wachsendes Gesundheitsbewusstsein lässt zahlreiche Verbraucher*innen auf Süßigkeiten verzichten und dafür vermeintlich gesündere Alternativen wie Nüsse und Salzstangen bevorzugen.

Salz einsparen – so geht’s

Um Salz einzusparen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Verzichten Sie in erster Linie auf das obligatorische Nachsalzen. Wer seine Snacks zu Hause selbst zubereitet, verwendet zum salzarmen Würzen je nach Geschmack frische Kräuter und verschiedene Gewürze, Zwiebeln und Knoblauch. Unverarbeitete frische Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Kartoffeln, Vollkorngetreide und magere Milchprodukte sowie Fleisch und Fisch enthalten kaum Natrium. Gerade saisonal und reif geerntetes Gemüse eignet sich durch sein intensiveres Aroma für die Zubereitung von frischen Wraps, Gemüsemuffins oder gefüllten Teigtaschen. Zum maßvollen Salzen im Haushalt empfiehlt die DGE ein mit Jod und Fluorid angereichertes Speisesalz.

Nach wie vor ist das Knabbern am Abend vor dem Fernseher sehr beliebt. Anstelle von gesalzenen Erdnüssen, Chips oder Nachos eignen sich ungesalzene Nüsse oder Sesamstangen. Aber auch Gemüsesticks mit Quarkdipp, je nach Geschmack mit Kräutern und Gewürzen aufgepeppt, sind eine leckere Alternative. Wenn Sie nicht komplett auf fertige Snacks verzichten möchten, achten Sie beim Einkauf auf den Salzgehalt und gering verarbeitete Produkte mit möglichst wenigen Zutaten und Zusatzstoffen. Im Supermarkt eignet sich der Nährwert-Vergleich pro 100 Gramm innerhalb einer Produktgruppe wie Pizza oder Salzstangen.
 

Weiterführende Links:

„Snack Barometer: So snackt Deutschland 2019“ Das PResstaurant, 28.08.2019: https://www.presstaurant.de/snack-barometer-so-snackt-deutschland-2019 (Zugriff am 17.08.20)

„Salz ist nicht gleich Salz – oder?“ BZfE 29.07.2020: http://www.bzfe.de/inhalt/salz-ist-gleich-salz-oder-36025.html (Zugriff am 17.08.20)

„Natriumzufuhr in Deutschland“ RKI 2016: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_2016_02_ernaehrung3.pdf?__blob=publicationFile

„DGE-Stellungnahme: Speisesalzzufuhr“ Ernährungs-Umschau 03/2016

„Wissenschaftliche Untersuchung bestätigt Wirksamkeit der Reduktionsstrategie“ BMEL 01.04.20: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/061-wirksamkeit-reduktionsstrategie.html (Zugriff am 17.08.20)

„Salzig ist das neue Süß“ LZ, 31.01.2020

„Zu viel Salz hemmt die Immunabwehr“ Uni Bonn: https://www.uni-bonn.de/neues/076-2020 (Zugriff am 14.09.20)

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