Ernährung

05.09.2018, Ernährungstipp

Schadstoffe bei Obst und Gemüse - Waschen oder Schälen?

Aus gesundheitlichen Gründen sowie im Sinne einer klimagerechten Ernährung gilt die Empfehlung, hauptsächlich pflanzliche Lebensmittel wie Getreideprodukte, Obst und Gemüse zu essen. Meldungen über Schadstoffbelastungen verunsichern jedoch Verbraucherinnen und Verbraucher. Sind Obst und Gemüse wirklich so gesund? Hilft es, die Lebensmittel zu waschen oder vermeiden wir Pestizidrückstände durch vollständiges Schälen?


© dmitriylo - Fotolia.com

Positive Eigenschaften überwiegen

Experten raten davon ab, aus Vorsicht den Verzehr von Obst und Gemüse einzuschränken. Gemüse und Obst sind kalorienarm und enthalten viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Die positiven Eigenschaften dieser Inhaltsstoffe sind für eine langfristige Erhaltung der Gesundheit höher zu bewerten als eine mögliche Gefährdung durch Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln.

Pestizidrückstände nicht immer vermeidbar

Landwirte und Gärtnereien setzen Pflanzenschutzmittel ein, um unsere Kulturpflanzen vor Schädlingen, Unkraut und Pflanzenkrankheiten zu schützen. Ungefähr 775 Pflanzenschutzmittel sind derzeit in Deutschland zugelassen. Auch bei ordnungsgemäßer Anwendung, sind Rückstände auf dem Erntegut möglich. Mit den richtigen Hygienemaßnahmen bei der Zubereitung lässt sich die Aufnahme von Schadstoffen deutlich reduzieren.

Waschen reduziert Rückstände

Durch gründliches Abwaschen mit kaltem Wasser entfernen Sie den Großteil der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Einen zusätzlich günstigen Effekt erzielen Sie durch Abreiben mit Mikrofasertüchern oder durch Bürsten, sofern die Früchte dies erlauben. Warmes Wasser oder spezielle Obstwaschmittel liefern keinen zusätzlichen Nutzen. Bei Obstwaschmitteln besteht im Gegenteil die Möglichkeit, dass Tenside aus dem Waschmittel auf den Früchten zurück bleiben.

Erst waschen und dann schälen? Tipps für die Verarbeitung zu Hause

Gemüse- und Obstsorten mit unebener Oberfläche besonders gründlich waschen. Bei Salaten oder Kohlköpfen empfiehlt es sich, die äußeren Blätter grundsätzlich zu entfernen. Gemüse und Obst, das Sie üblicherweise mit der Schale verzehren, nicht schälen, da mit der Schale nicht nur Schadstoffe sondern auch gesunde sekundäre Pflanzenstoffe verloren gehen.

Regional und Saisonal kaufen

Untersuchungen der Lebensmittelüberwachungsbehörden  der einzelnen Bundesländer zeigen, dass vor allem aus anderen Ländern importierte Obst- und Gemüsesorten die Höchstmengen von Pflanzenbehandlungsmitteln überschreiten. Deshalb ist es sinnvoll, vor allem Obst und Gemüse aus der Region zu essen. Bei vielen Gemüse- und Obstsorten, zum Beispiel Erdbeeren,  schwankt die Pestizidbelastung auch saisonal. Bei der jährlichen Untersuchung des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Stuttgart für 2017 schnitt frisches Gemüse aus Deutschland insgesamt am besten ab.

Bio ist pestizidfrei

Eine pestizidfreie Wahl stellt Bio-Obst und –Gemüse dar, da der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in der Ökoproduktion nicht zulässig ist. Erlaubt sind natürliche Substanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft wie Mineralien, pflanzliche Öle oder Seifen. Bioerzeuger gehen zum Beispiel auch mit widerstandsfähigen Pflanzensorten und durch geeignete Fruchtfolgen gegen Schadinsekten und Unkraut vor.

Vorsicht bei Rübenkraut und Radieschen-Blättern

In der modernen Gemüseküche gibt es den Trend Gemüse restlos zu verwerten. Köchinnen und Köche verarbeiten beispielsweise das Grün der Gelben Rübe sowie die Blätter von Kohlrabi, Radieschen und Roter Beete zu Pestos, Salaten oder Suppen. Diese Pflanzenteile können allerdings mit Pestiziden belastet sein. Grenzwerte für Spritzmittel gelten nur für die üblicherweise verzehrbaren Pflanzenteile und nicht für das Kraut und die Blätter. Wer die Pflanzen vollständig verarbeitet, verwendet am besten frische, ungespritzte Ware aus dem eigenen Garten oder Bio-Gemüse. Kraut und Blätter immer gründlich unter fließendem Wasser waschen – vor allem bei rohem Verzehr.

Weiterführende Information

http://www.bzfe.de/inhalt/vom-blatt-bis-zur-wurzel-31270.html

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