Ernährung

16.08.2021

Schimmel auf Lebensmittel vermeiden

Kaum gekauft, schon verschimmelt. Gerade bei sommerlichen Temperaturen und schwüler Luft sprießt Schimmel auf Lebensmitteln besonders schnell. Wie lässt sich dieses Wachstum verhindern? Und was ist bei verschimmelter Nahrung zu tun?

Schimmel auf Lebensmittel vermeiden
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Was ist Schimmel?

Der Begriff „Schimmel“ bezeichnet den sichtbaren Anteil von fadenförmigen Pilzen, die eine sehr vielfältige Gruppe der Mikrobiologie darstellen. Das unsichtbare netzartige Geflecht (Mycel) kann ein Lebensmittel komplett durchziehen. Dies geschieht bei sehr wasserhaltigen Lebensmitteln, wie Pfirsichen und Tomaten, sehr schnell. Beim Wachstum produzieren einige Schimmelpilze unsichtbare Gifte (Mykotoxine), die für den Menschen schon in geringen Mengen gesundheitsschädigend sind. Schimmelpilze vermehren sich durch Sporen, die über die Luft auf andere Lebensmittel übertragen werden. Optimale Bedingungen für das Schimmelwachstum sind genügend Nährstoffe, Wasser und Temperaturen bis 40°C.

Wie gefährlich ist Schimmel?

Der sichtbare Schimmel ist nicht nur ein unappetitliches Problem. Gefährlich sind die gebildeten Mykotoxine. Sie sind sehr beständig gegenüber Hitze und Kälte und können sich im gesamten Lebensmittel befinden. Diese Toxine verursachen Vergiftungssymptome, wie Erbrechen und Durchfall. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können sie auch Organe (z.B. Leber, Niere) schädigen und gelten als krebserregend. Besonders vorsichtig mit Schimmel sollten Personen mit Schimmelpilzallergie oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (z.B. Kinder Schwangere) sein.

Gibt es auch „guten Schimmel“?

Manche Lebensmittel, wie bestimmte Käse- und Wurstsorten, werden ganz bewusst mit speziellen Schimmelsporen überzogen. Sie bilden keine Giftstoffe und sind für den typischen Geschmack verantwortlich. Beispiele dafür sind Camembert, Blauschimmelkäse und Salami.

So vermeiden Sie Schimmel auf Lebensmitteln

  • Die beste Schimmel-Vorbeugung ist eine kurze Lagerzeit.
  • Kaufen Sie nur so viele frische Lebensmittel, wie Sie in kurzer Zeit verbrauchen. Vermeiden Sie Hamstereinkäufe.
  • Lagern Sie die Lebensmittel sauber, kühl und dunkel.
  • Obst und Gemüse sollten keine Druckstellen haben, da diese schnell schimmelig werden können.
  • Lagern Sie Obstsorten getrennt voneinander. Das Reifegas von nachreifenden Früchten (z.B. Äpfel, Birnen, Bananen) beschleunigt auch die Reifung und den Verderb anderer Früchte.
  • Für die meisten Obst- und Gemüsesorten ist das Gemüsefach im Kühlschrank der richtige Aufbewahrungsort (Ausnahmen: Bananen, exotische Früchte, Tomaten).
  • Brot hält sich am besten in einem Brotkasten, der wöchentlich mit Essigwasser gereinigt werden soll. Größere Mengen portionsweise einfrieren.
  • Angebrochene Gläser von Konfitüren und Gelees gehören in den Kühlschrank.

Was tun bei Schimmel auf Lebensmitteln?

Da nicht zu erkennen ist, wie weit der Schimmelpilz und mögliche Schimmelgifte das befallene Lebensmittel schon durchzogen haben, ist immer das ganze Lebensmittel zu entsorgen. Dies sollte möglichst schnell geschehen, da Schimmelsporen auch andere Nahrungsmittel anstecken können. Werfen Sie auch Gewürze und Nüsse mit muffigem Geruch weg.

Bei Schimmel gilt immer: Sicherheit vor Sparsamkeit!