Ernährung

11.01.2019

Schokolade: Gesunde Verführung

Als Leckerbissen und Seelentröster begehrt, doch woraus besteht sie?

Zur Herstellung von Schokolade und Kakao in den Ländern der Europäischen Union gibt es eine gemeinsame Verordnung, die in das jeweilige nationale Recht aufgenommen wurde. Die Einzelheiten zur Kennzeichnung und Zugabevon Zutaten von Kakao regelt die "Kakaoverordnung", die Verordnung über Kakao und Kakaoerzeugnisse.

Schokolade: Gesunde Verführung
Foto: © Daria-Yakovleva - Pixabay.com

Grundbestandteil jeder Schokolade ist Kakaomasse (außer bei weißer Schokolade). Um die Kakaomasse zu erhalten, werden die gerösteten Kakaokerne zermahlen. Dabei werden die einzelnen Zellen zerstört und die Kakaobutter wird freigesetzt.

Kakaobutter ist ein weißgelbes Fett, das einen sehr niedrigen Schmelzpunkt von ca. 30-35 Grad hat und dafür verantwortlich ist, dass die Schokolade im Mund schmilzt. Je nachdem was für eine Schokoladensorte hergestellt werden soll, wird eine bestimmte Menge Kakaobutter in die Mischanlagen gegeben. Mit der Vereinheitlichung der Europäischen Gesetzgebung ist nun in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union die Verwendung von Kakaobutteraustauschfetten erlaubt. Das heißt es dürfen bis zu 5 % der Kakaobutter durch andere pflanzliche Fette ersetzt werden.

Zusammensetzung von Schokolade

Schokolade enthält mindestens 35% Kakaobestanteile, davon mindestens. 18% Kakaobutter.

Milchschokolade enthält mind. 25% Kakaobestanteile, mindestens 14% Milchpulver und höchstens 55% Zucker. Der Gesamtfettgehalt beträgt mindestens 25%.

Weiße Schokolade enthält mindestens 20% Kakaobutter, 14% Milchpulver und höchstens 55% Zucker.

Ein weiterer Teil Kakaobutter wird  manchen Schokoladensorten beim Conchieren zugegeben. Beim Conchieren wird die Schokolade durchgerührt und geknetet. Durch diese Veredlungsmethode erhält die Schokolade ihre samtige Konsistenz.

Welche positiven und negativen Effekte hat der Verzehr von Schokolade?

Antioxidantien: wertvoller Inhalt der Schokolade

Bitterschokolade mit hohem Kakaoanteil soll den Level an herzschützenden Antioxidantien im Blut für einige Stunden stark anheben. Antioxidantien neutralisieren sogenannte freie Radikale: aggressive Verbindungen, die bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen und auch durch Umwelteinflüsse im Körper entstehen. Freie Radikale sind für Abwehrreaktionen des Körpers wichtig, können aber auch Schäden an der DNA, den Zellmembranen und Körpereiweißen hervorrufen. In Kakao enthaltene Antioxidantien sind die Mineralstoffe Selen, Kupfer und Zink, Vitamin E, Polyphenole und natürliche Flavonoide. Auch der Gehalt an Magnesium, Calcium und Eisen macht Kakao zu einem wertvollen Lebensmittel.

Schokolade als Stimmungsheber

„Was wir essen, bestimmt das Gemüt“- im Falle von Schokolade könnte dieser Ausspruch des antiken Philosophen und Arztes Hippokrates tatsächlich zutreffen.
Denn Schokolade enthält reichlich Tryptophan. Tryptophan gehört zu den essentiellen Aminosäuren, die der Körper zur Eiweißbildung benötigt. Und auch im Gehirn wird das Glückshormon Serotonin daraus gebildet. Deshalb wird Schokolade eine stimmungsaufhellende Wirkung zugeschrieben. Allerdings zeigen bisherige Studien, dass der Gehalt in empfehlenswerten Mengen an Schokolade keine spürbaren Effekte bringen kann. Tatsächlich ist Tryptophan aber der Wirkstoff zahlreicher Medikamente gegen Depressionen. Bei normaler Kost mit ausreichender Eiweißzufuhr wird der Bedarf aber gut gedeckt. Einen besonders hohen Gehalt haben neben Kakao übrigens Sojabohnen, Cashew-Nüsse, Erbsen und Lachs. (debinet-deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz)

Empfehlungen

Bei all den positiven Eigenschaften darf man nicht vergessen, dass Schokolade vorwiegend aus Fett und Zucker besteht. Um keine Gewichtszunahme zu riskieren, empfiehlt sich also ein Verzehr in Maßen, am besten in Form dunkler Sorten mit höherem Kakaoanteil. Wer die positiven Inhaltsstoffe konzentriert möchte, kann in Reformhäusern nach Kakaonibs Ausschau halten. Die einzige Behandlung, die diese getrockneten und in kleine Stücke gebrochenen Bohnen erhalten, sind Trocknung und Fermentierung.
Wem dieses Rohkostprodukt zu herb schmeckt, könnte dieses Rezept für eine einfache heiße Schokolade ausprobieren:

Rezept

In einem Topf 250 ml Milch mit jeweils einem Esslöffel Kakaopulver und je nach Geschmack mit braunem Rohrohrzucker verrühren und erhitzen. Nach Belieben mit Zimt, Orangenschale oder gemahlenem Ingwer verfeinern.

Tipp: ersetzt man den Zucker mit Süßstoff, ist das Heißgetränk auch für Diabetiker eine Leckerei, die Schokoladen-Hunger stillen kann.

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