Ernährung

26.06.2026

Ube: Violetter Food-Trend im Check

Der Trend rund um die lilafarbene Yamswurzel Ube (ausgesprochen: "oo-beh") ist inzwischen auch in europäischen Cafés angekommen. Auffällig ist vor allem die violette Farbe, die Getränken und Süßspeisen eine hohe visuelle Wiedererkennbarkeit verleiht. Ube wird dabei häufig als neue Alternative zu Matcha dargestellt. Woher die Wurzel kommt, welche Inhaltsstoffe sie auszeichnen und wie sich der Hype einordnen lässt, lesen Sie hier.

Superfood exotisch Yamwurzel© Mark Eviota - stock.adobe.com
Wegen der intensiv violetten Farbe, ist Ube in aller Munde.

Hintergrund und Herkunft

Ube ist eine violette Yamswurzelart (Dioscorea alata), die vor allem auf den Philippinen angebaut wird. Dort findet sie traditionell in Süßspeisen, Eis oder Kuchen eine Verwendung. Sie ist bekannt für ihre intensive Farbe, die auch gekocht erhalten bleibt. Auch wenn sich Ube und lila Süßkartoffeln ähnlich sehen, sind sie nicht miteinander verwandt. Dabei unterscheidet sich auch, dass Yams nur gegart verzehrt werden kann, wobei Süßkartoffeln auch roh genießbar sind.

Geschmacklich ist Ube eher mild, leicht süßlich-nussig und erinnert dezent an Vanille.

Gesunde Inhaltstoffe spielen meist untergeordnete Rolle

Die Yamswurzel ist fettarm und reich an komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Anthocyane, die auch Rotkohl oder Heidelbeeren ihre Farbe verleihen. Diese können antioxidativ, antibakteriell und entzündungshemmend wirken. Zudem ist die Knolle eine gute Quelle für Mineralstoffe wie Kalium.

In Deutschland kommt Ube meist als Paste, Pulver oder Sirup in die Lebensmittel. Da sich Ube noch nicht so wie Matcha etabliert hat, ist das Pulver meist nur online oder in speziellen Asia- oder Fachmärkten erhältlich.

Da viele Ube Produkte nur geringe Mengen der Yamswurzel enthalten, spielen die potenziell gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe ernährungsphysiologisch meist nur eine untergeordnete Rolle.

Zu viel Zucker: Süßigkeit statt Gesundheitsgetränk

Ein Ube Latte ist in der Regel ein milchbasiertes, oft stark gesüßtes Getränk. Je nach Rezeptur enthalten Ube-Latte-Getränke erhebliche Mengen zugesetzten Zucker. Dabei kann eine Portion bis zu 35 Gramm Zucker enthalten. Zum Vergleich: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, pro Tag maximal 50 Gramm Zucker aufzunehmen. Damit ist Ube Latte ernährungsphysiologisch eher mit einem Dessert als mit einem Gesundheitsgetränk vergleichbar. Die gesundheitliche Bewertung hängt daher weniger vom (sehr geringen) Ube-Anteil als vom Zuckergehalt ab.

Ube Getränke liegen preislich im oberen Segment: Ein Ube Latte kostet meist sechs bis acht Euro pro Portion. Auch Pulver für den Heimgebrauch sind vergleichsweise hochpreisig. Reines Ube-Pulver liegt bei etwa zehn bis 20 Euro pro 100 Gramm. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Oft enthalten die Pulver, die als Fertigmischung für Ube Latte vermarktet werden, nur geringe Mengen Ube und stattdessen hauptsächlich Milchpulver, Zucker, Farbstoffe und Aromen.

Ähnlich wie bei anderen exotischen „Superfoods“ und Trends aus den sozialen Medien kann die weltweit steigende Nachfrage auch bei Ube die Anbaustrukturen in den Herkunftsländern verändern. Werden große Mengen für den Export produziert, kann dies Auswirkungen auf die lokale Landwirtschaft, die Preise und die Verfügbarkeit für die Bevölkerung vor Ort haben – ähnlich wie es bei Quinoa in Südamerika zu beobachten war.

Fazit

  • Der Anteil an Ube ist in vielen Produkten relativ gering.
  • Ube-Getränke sind meist stark gesüßt und zählen daher eher zu Süßspeisen.
  • Ein gesundheitlicher Nutzen ist nicht zu erwarten.
  • Ube kann eine Möglichkeit sein, Speisen und Getränken auf natürliche Weise eine intensive violette Farbe zu verleihen, ohne auf künstliche Farbstoffe zurückzugreifen.
  • Aufgrund langer Transportwege ist die Klimabilanz eher ungünstig.

Für den Alltag gilt daher eine ähnliche Bewertung wie bei anderen trendigen Milchgetränken: Es spricht nichts gegen den gelegentlichen Konsum, sie sollten aber nicht als funktionelle Gesundheitsprodukte verstanden werden.