Ernährung

06.08.2020

Vitamin D stärkt Knochen und Immunsystem

Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und bezeichnet eine Gruppe von biologisch aktiven Substanzen. Zu den wichtigsten Formen gehören Vitamin D2 (Ergocalciferol) und Vitamin D3 (Cholecalciferol). Eine schon lange bekannte Hauptaufgabe des Vitamin D ist die Regulation des Calcium- und Phosphatstoffwechsels. So erhöht es die Aufnahme von Calcium im Darm und verbessert die Mineralisierung der Knochen. Damit verhindert dieses Vitamin Krankheiten wie Rachitis und Osteomalazie, also Knochenerweichung. Vitamin D ist aber auch noch an weiteren Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt und beeinflusst die Muskelkraft.

Vitamin D stärkt Knochen und Immunsystem
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Forschungsergebnissen zufolge senkt eine gute Vitamin D-Versorgung bei älteren Menschen auch das Risiko für Stürze, Knochenbrüche, Mobilitätsverlust und vorzeitigen Tod.

Bisher gibt es noch keine Beweise dafür, dass Vitamin D das Risiko für Diabetes mellitus oder für Krebserkrankungen senkt.

Schützt Vitamin D vor Infektion mit Covid-19?

Zu den Aufgaben von Vitamin D gehört auch die Aktivierung der Zellen des Immunsystems. Ob ein Zusammenhang zwischen einer Covid-19-Erkrankung und der Vitamin-D-Versorgung besteht, ist derzeit noch nicht geklärt. Das Vitamin hat allerdings einen positiven Einfluss auf den allgemeinen Gesundheitszustand. Somit ist ein guter Vitamin-D-Status hilfreich bei allen akuten Atemwegserkrankungen.

Vitamin D: Mangel stärker als vermutet

Nach Auskunft des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zum Thema Vitamin D sind in Deutschland ungefähr 56 Prozent der Bevölkerung nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt.

Die Serumkonzentration von 25-Hydroxyvitamin D, der Indikator für die Vitamin D-Versorgung, sollte über 50 nmol/l liegen. Um diesen Wert zu erreichen benötigen Kinder (ab einem Jahr), Jugendliche und Erwachsene eine tägliche Vitamin D-Zufuhr von 20 µg.

Der für Säuglinge festgesetzte Schätzwert von 10 µg pro Tag wird über eine tägliche Vitamin-D-Tablette zur Rachitisprophylaxe erreicht.

Aufnahme von Vitamin D über Lebensmittel

Vitamin D ist in Lebensmitteln nur in geringen Mengen enthalten. Ausnahmen sind fetter Fisch und Leber, die bei uns allerdings nicht häufig auf dem Speiseplan stehen. Deshalb liegt unsere tägliche Vitamin-D-Aufnahme über Lebensmittel bei nur 1 - 4 µg pro Tag, also weit unter dem gewünschten Wert von 20 µg.

Der Mensch ist aber in der Lage, Vitamin D in der Haut durch Sonneneinstrahlung selbst zu synthetisieren.

Empfehlung des VSB und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

In der warmen Jahreszeit ist es dringend nötig, Gesicht und Unterarme täglich für etwa 15-30 Minuten der Sonne auszusetzen. Möglichst in Etappen, um einem Sonnenbrand vorzubeugen. Nur so erreicht man bei entsprechender Sonnenexposition die gewünschte Vitamin-D-Zufuhr auch ohne Einnahme eines Vitamin-D-Präparates. Da Vitamin D zu den fettlöslichen Vitaminen gehört, wird ein Überschuss auch im Fettgewebe gespeichert. Es empfiehlt sich also in den sonnenreichen Monaten einen Vitamin- D-Vorrat für die sonnenarmen Zeiten anzulegen.

Wer muss vorsorgen?

Leider nimmt die Fähigkeit Vitamin D zu bilden im Alter immer mehr ab, wodurch es bei älteren Menschen häufig zu einer Unterversorgung kommt. Auch bei bettlägerigen Patienten und Personen mit dunkler Hautfarbe reicht das übliche Tageslicht nicht aus. Wichtig: Nur wenn eine unzureichende Versorgung nachgewiesen wurde, sollte ein Vitamin-D-haltiges Nahrungsergänzungsmittel dieses Defizit ausgleichen.

Die Höchstgrenzen für Vitamin D in Nahrungsergänzungsmitteln sind nicht definiert. Deshalb hat die Gemeinsame Expertenkommission des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) festgestellt, dass nur ein Produkt, das maximal 20 Mikrogramm (800 I.E.) Vitamin D zur Deckung des täglichen Bedarfs enthält, als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft werden sollte. Höher dosierte Präparate sollten als Arzneimittel gelten. Inzwischen hat auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) seine Höchstmengenempfehlung für Nahrungsergänzungsmittel auf maximal 20 Mikrogramm (800 I.E.) Vitamin D angehoben.

Durch andauernde Überdosierung von Vitamin-D- Präparaten (über 100 Mikrogramm pro Tag) können Nebenwirkungen (z.B. Nierensteine und Nierenverkalkung) auftreten.
 

Weiterführende Informationen:

BfR, Stellungnahme vom 31.07.2020 "Vitamin D: Einnahme hochdosierter Nahrungsergänzungsmittel unnötig"

www.bfr.bund.de

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