Ernährung

08.09.2008

Was sind Bio-Lebensmittel

Als Bio-Lebensmittel dürfen in der EU nur solche Lebensmittel gekennzeichnet werden, die nach der EG-Öko-Verordnung hergestellt werden.Die Begriffe "Öko" und "Bio"sind gesetzlich geschützt. Sie gewährleisten, dass in der gesamten Produktionskette die Vorschriften der EG-Öko-Verordnung eingehalten werden. Formulierungen wie "aus kontrollierter Landwirtschaft" oder "aus umweltschonendem Anbau" sind keine Garantie, dass es sich um ein Bio-Lebensmittel handelt.

Entsprechend der EG-Öko Verordnung dürfen bei Bio-Lebensmitteln keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche mineralische Dünger zum Einsatz kommen. Zudem verlangt die Verordnung eine artgerechte Tierhaltung. Die zulässige Anzahl an Tieren ist von der Größe der Betriebsfläche abhängig. Die Fütterung muss mit ökologisch produzierten Futtermitteln (ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern) erfolgen. Beim Ackerbau sind abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen einzuhalten. Die Bestrahlung von Bio-Lebensmitteln und der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen sind verboten.


Die Kontrolle von Bio-Lebensmitteln erfolgt durch verschiedene Stellen. Wie Lebensmittel aus konventioneller Herstellung unterliegen sie der amtlichen Lebensmittelüberwachung. Zudem wird jeder Bio-Betrieb einmal jährlich von Kontrolleuren einer anerkannten Öko-Kontrollstelle kontrolliert. Die Kontrolleure stellen sicher, dass die Hersteller alle gesetzlichen Auflagen die ökologische Landwirtschaft betreffend erfüllt haben. Wer einem ökologischen Anbauverband angehört, wird darüber hinaus überprüft, ob er die Richtlinien des Anbauverbandes einhält. Diese Richtlinien sind in vielen Punkten strenger als die Vorschriften der EG-Öko-Verordnung. Bio-Lebensmittel, die aus Drittländern auf den Europäischen Markt gelangen, müssen ebenfalls die Anforderungen der EG-Öko-Verordnung erfüllen.

Die EU sieht die verpflichtende Kennzeichnung mit einem EU-weit einheitlichen Label vor. Darüber hinaus bleibt die Nutzung privatrechtlicher Label und staatlicher Öko-Siegel erlaubt. In Deutschland ist es das sechseckige Siegel mit der Aufschrift ?Bio?. Es ist ein markenübergreifendes Zeichen für biologisch erzeugte Lebensmittel. Neben dem staatlichen Bio-Siegel findet man auf Bio-Lebensmitteln auch die Zeichen der ökologischen Anbauverbände wie Bioland, Naturland oder Demeter. Das Öko-Logo darf nur angebracht werden, wenn mindestens 95 % der Zutaten ökologischen Ursprungs sind. Verbraucher können Bio-Lebensmittel auch daran erkennen, dass sie alle den Code der Kontrollstelle (z.B. ?DE-0XX-Öko-Kontrollstelle?) tragen. Die Begriffe "Öko" und "Bio"sind gesetzlich geschützt. Sie gewährleisten, dass in der gesamten Produktionskette die Vorschriften der EG-Öko-Verordnung eingehalten werden. Formulierungen wie "aus kontrollierter Landwirtschaft" oder "aus umweltschonendem Anbau" sind keine Garantie, dass es sich um ein Bio-Lebensmittel handelt.


Für die Umwelt bringt die ökologische gegenüber der konventionellen Landwirtschaft eine Reihe von Vorteilen mit sich. Die Fruchtbarkeit des Bodens ist beim ökologischen Landbau mit seinen Fruchtfolgen höher. Der Pflanzennährstoff Stickstoff wird durch den Anbau von Hülsenfrüchten in den Boden eingebracht anstatt mit chemisch-synthetischem Dünger. Der flächengebundene Tierbestand verhindert eine Überdüngung und Versauerung des Bodens und das Erosionsrisiko ist im Öko-Landbau aufgrund der ganzjährigen Bedeckung des Bodens mit Pflanzen geringer. Zudem ist die Artenvielfalt an Pflanzen, Nützlingen und Vögeln größer, da die ökologische Landwirtschaft den nötigen Lebensraum, Rückzugsmöglichkeit und Nahrung bietet. Bio-Bauern verbrauchen durchschnittlich ein Drittel weniger Energie, um die gleiche Menge an Lebensmitteln zu erzeugen. Ein Grund dafür ist beispielsweise der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Stickstoffdünger, die nur mit hohem Energieaufwand hergestellt werden können. Dies wirkt sich auch positiv auf die klimawirksamen Kohlendioxid-Emissionen aus. Bio-Bauern verursachen weniger Wasser-Verschmutzung, da durch sie weder schnell lösliche Dünger noch synthetische Pflanzenschutzmittel oder Tierarzneien in Grund- oder Oberflächenwässer gelangen. Daher unterstützen einige Wasserversorger in ihren Einzugsgebieten den ökologischen Landbau finanziell.

Diese nachhaltige, tier- und umweltfreundliche Produktionsweise, die unsere Ressourcen schont und sie für unsere Nachkommen erhält, hat auch Vorteile für unsere Gesundheit. Bio-Lebensmittel enthalten im Vergleich zu konventionellen Produkten sehr selten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und deutlich weniger Nitrat. Aus Gründen der Vorsorge ist es sinnvoll, möglichst wenig Pflanzenschutzmittel mit Lebensmitteln aufzunehmen. Bei der Speisenzubereitung oder im Körper können aus Nitrat krebserregende Nitrosamine entstehen. Da die Grenzwerte für Nitrat bei Babykost strenger sind, greifen die Hersteller von Säuglingsnahrung besonders häufig auf Bio-Lebensmittel zurück. Pflanzliche Bio-Lebensmittel enthalten in der Tendenz mehr Vitamin C und mehr sekundäre Pflanzenstoffe, die vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.

Der höhere Gehalt an diesen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen liegt unter anderem daran, dass Bio-Bauern auf leicht lösliche synthetische Dünger verzichten. Dadurch wachsen Bio-Lebensmittel langsamer und sie lagern beim Wachsen weniger Wasser ein. Die wertgebenden Inhaltsstoffe sind stärker konzentriert, was auch einen intensiveren Geschmack zur Folge haben kann. Zusatzstoffe, die möglicherweise pseudoallergische Reaktionen hervorrufen können, wie Geschmacksverstärker, Farbstoffe oder naturidentische und künstliche Aromen, sind in Bio-Lebensmitteln verboten. Ob sich diese Qualitätsunterschiede auf die Gesundheit von Verbrauchern positiv auswirken, ist jedoch noch nicht eindeutig nachgewiesen.



Empfehlungen für den Einkauf von Bio-Lebensmitteln

Vor allem die positiven Umweltaspekte sprechen für den Kauf von Bio-Lebensmitteln:
  • Als Orientierungshilfe beim Einkauf dienen das staatliche Bio-Siegel oder die Siegel der Anbauverbände.
  • Lange Transportwege bei der Einfuhr von Bio-Lebensmitteln aus dem Ausland belasten die Umwelt. Deshalb ist es sinnvoll Bio-Lebensmittel aus der Region zu kaufen.
  • Der Einkauf direkt beim Bio-Bauern ist jedoch nur bei kurzen Anfahrtswegen umweltfreundlich.
  • Besonders umweltbewusst ist es, Obst und Gemüse saisonal einzukaufen, wenn sie in Deutschland geerntet werden.
  • Lebensmittel, die nur im Ausland produziert werden, wie Kaffee, Tee oder Reis, sind ebenfalls in Bio-Qualität erhältlich.


Stand: 08.09.2008
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