Ernährung

08.12.2018

Wildfrüchte - kleine Nährstoffbomben

Wildfrüchte sind essbare Früchte von Wildgehölzen wie Stauden, Hecken, Sträuchern, Bäumen oder Büschen, die züchterisch nicht oder nur wenig verändert worden sind.

Gemeinsam ist den Wildobstarten, dass sie auf kargen Böden wachsen und resistent sind gegen Krankheiten und Schädlinge. Daher sind sie ökologisch von Bedeutung, weil sie keine Düngung und keine Pflanzenschutzmittel benötigen und zugleich Windschutzhecken bilden.

Zu den Wildfrüchten zählen unter anderem

  • Berberitze
  • Brombeeren
  • Hagebutten
  • Heidelbeeren
  • Himbeeren
  • Holunderbeeren
  • Kornelkirsche
  • Mispel
  • Preiselbeeren
  • Sanddornbeeren
  • Schlehen
  • Vogelbeeren
  • Walderdbeeren
  • Wacholderbeeren oder
  • Weißdorn.

Einige heimische Wildfruchtarten werden auch als Kulturpflanzen angebaut. Doch Wildfrüchte verfügen oftmals über einen wesentlich höheren Gehalt an Vitaminen, Farbstoffen und organischen Säuren als Kulturobst. Charakteristisch für die Wildfrüchte ist auch ihr besonders intensives Aroma.

Nährstoffreich und köstlich

Ernährungsphysiologisch sind Wildfrüchte von Bedeutung, da sie einen geringen Energiewert haben und gleichzeitig reich sind an wertgebenden Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Hervorzuheben ist der hohe Eisengehalt einiger Wildfrüchte wie Holunderbeeren, Vogelbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren. Einen besonders hohen Vitamin C-Gehalt weisen Hagebutten und Sanddornbeeren auf. Als sekundäre Pflanzenstoffe geben Anthocyane Brombeeren und Heidelbeeren nicht nur ihre blaue Farbe, sie können auch antioxidativ wirken und die Körperzellen vor freien Radikalen schützen

Wildfrüchte schmecken verarbeitet zu Marmelade, Kompott, Chutney oder Saft. Sie eignen sich aber auch für die Herstellung von Schnäpsen, Likören und Branntweinen.

Maßvoll sammeln

Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz darf jeder Wildfrüchte für den persönlichen Bedarf in geringen Mengen pfleglich entnehmen und sich aneignen.

Ob Wildfrüchte unbegrenzt gesammelt werden dürfen, lässt sich bei Forstbehörden oder Kreisverwaltungen in Erfahrung bringen. Beim Pflücken von Wildfrüchten sollte man darauf achten, die Pflanzen nicht zu schädigen. Es dürfen keine Zweige abgebrochen und niedrige Sträucher zertreten werden.

Risiken einschränken

Wildfrüchte, die in der Nähe stark befahrener Straßen wachsen, sollten wegen der höheren Schadstoffbelastung nicht gepflückt werden.

Das Sammeln von Wildfrüchten konnte bisher nicht als Risikofaktor für eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm identifiziert werden. Dennoch rät das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Waldfrüchte vor dem Verzehr immer gründlich zu waschen und über 60 °C zu erhitzen. Tiefgefrieren und Einlegen in Alkohol töten den Erreger nicht ab.

Rezepte

Sanddornmarmelade

Zutaten für 4 bis 6 Gläser:

  • 500 g   Sanddornbeeren
  • 475 g   Gelierzucker 1:1
  • 50 ml   Orangensaft (alternativ Orangenlikör)

Zubereitung:

  • Die Sanddornbeeren vorsichtig waschen und gut abtropfen lassen. Anschließend in einem großen Topf bei niedriger Temperatur so lange (ca. 20 Minuten) kochen, bis sie weich sind und zerfallen.
  • Dann die Beeren durch ein feines Sieb streichen und das so erhaltene Beerenmark mit dem Zucker vermischen. Unter Rühren langsam bei mittlerer Hitze aufkochen und ca. 5 Minuten kochen bis die Marmelade die gewünschte Konsistenz zeigt.
  • In der Zwischenzeit 4 bis 6 Twist Off Gläser und die zugehörigen Deckel mit heißem Wasser ausspülen und gründlich abtropfen lassen.
  • Wenn die richtige Konsistenz erreicht ist, den Topf vom Herd nehmen, Orangensaft bzw. -likör gut unterrühren und die Marmelade in die bereitgestellten Gläser füllen. Deckel sofort fest verschließen und die Marmelade aufrecht stehend abkühlen

Holunderbeersaft

Zutaten für 3 Liter:

  • 4 kg Holunderbeerdolden
  • 200 g Zucker

Zubereitung:

  • Die Holunderbeeren mit einer Gabel von den Dolden zupfen und abspülen (Holunder ist sehr farbecht, am besten mit Küchenhandschuhen arbeiten und die Kleidung und empfindliche Arbeitsflächen schützen).
  • Beeren tropfnass in einen großen Topf geben und aufkochen. Den Saft durch ein Mulltuch gießen und gut abtropfen lassen.
  • Holundersaft, Zucker und 1 l Wasser zusammen aufkochen und sofort in saubere Flaschen mit Schraubverschluss füllen. Der Saft hält sich fest verschlossen und kühl gelagert mehrere Monate.
  • Wenn man den Saft mit etwas Stärkemehl andickt, kann man ihn als Fruchtsoße zu Milchreis, Grießbrei oder Vanillepudding servieren.

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