Finanzen

15.06.2018, Mehr Geld erhalten als zurückzahlen?

Konsumkredite mit Negativzinsen

Es hört sich sehr verlockend an: Online-Portale verschenken Geld. Für einen 1.000-Euro-Kredit zahlt man bloß 923 Euro zurück? In Zeiten anhaltender Niedrig- und Negativzinsen tappen immer wieder Verbraucherinnen und Verbraucher in diese Falle.

Weder Banken, noch Kredit- oder Vergleichsportale verschenken Geld“ – so Judit Maertsch, Projektleiterin Finanzen beim VSB. Bereits über die Kreditanfrage bekommt der Anbieter sehr viele Informationen über den Interessenten. Diese können selbst nach Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) z.B. an weitere Kreditinstitute und Versicherungen weitergereicht werden. Damit seine Darlehensanfrage überhaupt geprüft wird, muss der Verbraucher zustimmen! „Für den Zinsrabatt zahlt der Verbraucher also teuer mit persönlichen Daten“, weiß Maertsch zu berichten.

Auch der wirtschaftliche Nutzen dieser Minikredite ist fraglich. Auf einmalig 1.000 Euro begrenzt, bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher diese nur mit guter Bonität und unter bestimmten Bedingungen. Beispielsweise darf der Kontostand nicht im Dispobereich sein. Verbraucher, die solche Minikredite bräuchten, bekommen diese also nicht und diejenigen, die sie bekommen würden, brauchen sie eigentlich nicht. Bereits die Anfrage nach dem Negativzinsdarlehen bringt jedoch einen Eintrag bei der SCHUFA und wirkt sich vorübergehend negativ auf den Schufa-Score aus. Dies kann eine Reihe von Nachteilen nach sich ziehen, wie zum Beispiel die Verschlechterung der Hausdarlehenskonditionen für Bauherren.

Der VerbraucherService Bayern hält Negativzinsdarlehen für eine reine Marketingmaßnahme von Online-Portalen mit fraglichem Verbrauchernutzen. Informationen zu seriösen Verbraucherkrediten erhalten Sie in den VSB Beratungsstellen.

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