Finanzen

11.07.2022

Kryptowährungen als attraktive Geldanlage?

Der enorme Wertanstieg von digitalem Geld in der Vergangenheit lässt Anleger*innen immer wieder aufhorchen. Neben der ersten und an der Marktkapitalisierung gemessen größten Kryptowährung Bitcoin, gibt es weltweit mittlerweile verschiedenste digitale Währungen. Bitcoin & Co. kommen zunehmend als Geldanlage zum Einsatz und häufig ist dabei eine gewisse Goldgräberstimmung zu spüren. Für Kleinanleger*innen stellen diese Investments jedoch eine hochspekulative und riskante Anlagealternative dar.

Kryptowährungen als attraktive Geldanlage?
Foto: © Chinnapong - stock.adobe.com

Die Kryptowährung Bitcoin ist seit über 10 Jahren auf dem Markt. Immer mehr Dienstleister und Produktanbieter – klein und groß, vor Ort oder im Internet – akzeptieren Zahlungen in digitalen Währungen. Doch selbst wenn der Software-Riese Microsoft, der US-Automobilhersteller Tesla oder Lieferando Bitcoin akzeptieren, stellen Kryptowährungen keine offiziell anerkannte Währung oder physische Zahlungsmittel dar. Als Geldanlage versprechen sie hohe Gewinne, bergen aber auch enorme Risiken bis hin zum Totalverlust.

Wie in Kryptowährungen investieren?

Für digitales Geld benötigen Sie als erstes eine digitale Geldbörse, auch Wallet genannt, auf ihrem Computer, dem Smartphone oder einem anderen Speichermedium. Der Anmeldevorgang an einer der Kryptobörsen findet durch ein – persönliches / Video-Verifizierungsverfahren statt. Es gibt zahlreiche Optionen, von kurzfristigen Kurschwankungen oder vom anhaltenden Krypto-Trend zu profitieren.

Es besteht im zweiten Schritt die Möglichkeit, Kryptowährungen direkt auf den digitalen Marktplätzen, an den Kryptocoinbörsen wie Bitfinex, auf Händlerplattformen wie eToro oder Bison zum aktuellen Kurs anzukaufen und zu verkaufen bzw. gegen eine gesetzliche Währung zum aktuellen Kurs zu tauschen. Risikofreudige Anleger*innen benötigen hierfür lediglich ausreichend Kapital. Der Unterschied zwischen den Kryptobörsen liegt in ihrer Liquidität und der Anzahl der angebotenen Kryptowährungen.

Risiko von Kryptowährungen

Den tatsächlichen Wert der Kryptowährungen garantiert keine Regierung und kein Unternehmen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind Kryptowährungen nicht als sichere Geldanlage einzustufen oder gar für die Altersvorsorge geeignet. Auch wenn der Bitcoin mit ca. 633 Milliarden Euro eine enorme Marktkapitalisierung darstellt, so kann er von heute auf morgen, beispielsweise von Regierungen, verboten werden, wie in China. Ähnliches gilt für die anderen Kryptowährungen.

Digitalwährungen unterliegen immensen Kursschwankungen und bergen ein hohes Risiko. Wertschwankungen in zweistelliger Höhe an einem Tag sind keine Seltenheit. Wollen Sie Ihr investiertes Geld wieder in Realwährung tauschen, ergibt sich gegebenenfalls ein wesentlicher Wertverlust.

Das digitale Geldsystem der Zukunft

In den nächsten Jahren entwickelt sich voraussichtlich ein blockchainbasiertes mehrstufiges Krypto-Geldsystem. Dezentrale Kryptowährungen wie der Bitcoin könnten sich zu einer Art digitaler Goldreserve wandeln. Sogenannte Stablecoins, mit ihrem Kurs fest an Einzelwährungen, Währungskörbe oder andere Vermögenswerte gekoppelt, sollen das Problem der extremen Wertschwankung lösen.

Auch die Europäische Union beschäftigt sich intensiv mit der Thematik. Ein zentraler Stablecoin, der digitale Euro, befindet sich bereits in der Planungsphase. China will demnächst den digitalen Yuan starten. Der vom Facebookkonzern Meta initiierte Stablecoin Diem wurde wegen regulatorischer Probleme jedoch begraben. Mit breiter Akzeptanz werden sich Kryptowährungen zukünftig durchsetzen können.

In Kryptos investieren: Verbrauchertipps

Bei den Kurseinbrüchen der letzten Wochen haben Anleger*innen viel Geld verloren. Doch die Kryptowährungen entwickeln sich zunehmend zu einer neuen Anlageklasse und -option. Die Technologie (Blockchain) bleibt. Mit der immensen Wertschwankung verstärkt sich jedoch der Ruf nach mehr Kontrolle. Kryptowährungen sind vorerst nur eine höchst spekulative Geldanlage für eine internet- und technikaffine Gruppe von Anleger*innen auf der Suche nach hohen Renditen.

Falls Sie trotz Risiko in Kryptowährungen investieren wollen, beachten Sie folgende Hinweise:

  • Investieren Sie nur dann in Kryptos, wenn Sie auf dieses Geld im Zweifelsfall verzichten können.
  • Wie bei stark schwankenden Anlageklassen empfiehlt es sich, nur einen marginalen Teil –  nicht mehr als maximal fünf Prozent des Gesamtvermögens – zu investieren.
  • Kryptokurse hängen vor allem von der Psychologie und Anlegerstimmung ab. Informieren Sie sich laufend über die Geschehnisse am Kryptomarkt, besonders über die Währung, in der Sie Geld angelegt haben.
  • Diversifikation ist auch bei Kryptoanlagen ratsam. Neben traditionellen Assets und Aktienfonds in unterschiedliche Kryptowährungen investieren.
  • Kreditfinanzierte Investments sind tabu.
  • Achten Sie bei der Kryptogeldanlage auf Vertragsdetails und prüfen Sie bei Internet-Handelsplattformen immer den Gerichtsstand des Unternehmens.
  • Reagieren Sie nicht auf ungefragte E-Mail- oder Werbeangebote.
  • Holen Sie sich im Zweifel immer Rat bei unabhängigen Stellen.   

 

Quellen und weiterführende Infos:

Die zehn größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung 2022 (www.wiwo.de)

Kryptowährungen: Chancen und Risiken (vis.bayern.de)