Hauswirtschaft

21.04.2022

Brennnessel – Superfood und Pflanzenpflege

Die Brennnessel wächst auf nährstoffreichen Böden, an Feld,- Weg-, und Waldrändern, im Garten in der Nähe von Komposthaufen und auf Brachland. Sie zeigt einen Boden mit guter Stickstoffversorgung an. Da sie zahlreiche Wirkstoffe wie Histamin, Ameisensäure, Kieselsäure sowie Eisen, Kalium, Magnesium, Vitamin C und Eiweiß enthält, gilt sie heute als heimisches Superfood. Daneben lässt sich die Brennnessel hervorragend als Pflanzenschutz und -Stärkung einsetzen. Die Brennnessel ist Heilpflanze des Jahres 2022.

Brennnessel – Superfood und Pflanzenpflege
Foto: © Couleur - Pixabay.com

Von Juli bis September ist Blütezeit, die Brennnessel erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 60 (klein) und 60-150 cm (groß). Ihre Fasern sind sehr widerstandsfähig und wurden früher zur Herstellung von Seilen und Gewändern verwendet. Auch als Färberpflanze, beispielsweise bei Wolle, diente sie. Häufig als Unkraut verkannt, bietet die Brennnessel neben der Verwendung in der Naturheilkunde vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Küche und Garten.

Brennnesselsaison ist von März bis September. Nach jedem Schnitt treibt sie neu aus – so ist es möglich, von der gleichen Pflanze immer wieder neue Blätter zu ernten. Wobei immer mindestens ein Drittel der Pflanze stehen bleibt. Die Brennhaare enthalten Ameisensäure, die bei Berührung mit der Haut die Bildung von Quaddeln auslöst. Wenn man die Blätter vom Stil zur Blattspitze streichend anfasst, brennen sie nicht, die Haare bleiben intakt. Dennoch empfiehlt es sich Handschuhe zu tragen. Ernten Sie am besten im Garten oder im Wald – nicht neben einer Straße oder einem Feld, wo Verunreinigungen die Qualität mindern.

Für die Küche eignen sich die jungen, obersten Triebe, die Blüten und die Samen. Möchten Sie die Blüten und Triebe roh genießen, schlagen sie diese in ein Küchentuch ein und walken mit einem Nudelholz darüber. Auch Hitze zerstört die Brennhaare. Blüten und Triebe lassen sich wie Spinat blanchieren oder braten. Die Samen schmecken in Pfanne oder Backofen geröstet sehr gut und bilden zu Salat oder übers Müsli gestreut eine knackige Bereicherung.

Tipp: Da die Blätter schnell welken, am besten erst kurz vor der Zubereitung ernten.

Die Brennnessel eignet sich unter anderem zur Verwendung in Suppen, Salaten, Gemüse, zum Smoothie, als Tee oder Saft.

Rezeptideen mit Brennnessel

Brennnessel-Pesto

Zutaten für eine Portion:
- 100g Brennnesseln
- 100g Olivenöl
- 100g Pecorino, Parmesan oder Feta
- 50 g geröstete Pinienkerne oder Sonnenblumenkerne
- 1/2 Zitrone
- 3 Knoblauchzehen
- Salz und Pfeffer

Die Brennnesseln mit kochendem Wasser überbrühen, Pinienkerne (Sonnenblumenkerne) in einer Pfanne etwas anrösten, bis sie leicht gebräunt sind. Alle Zutaten mit dem Saft einer halben Zitrone mixen oder pürieren. In ein sauberes Schraubglas füllen oder gleich verwenden. Oben auf das Pesto etwas Olivenöl geben. Das Pesto eignet sich gut zu Pasta oder als Brotaufstrich. Im Kühlschrank hält es sich ca. zwei bis drei Wochen.

Brennnessel-Chips

Ernten Sie im Wald oder Garten die obersten, sauberen und schönen Blätter. Waschen und trockentupfen. Erhitzen Sie in einer kleinen beschichteten Pfanne etwas Rapsöl – ca. 1 cm bodenbedeckt. Die Blätter mit der Blattoberseite nach unten einlegen. Wenn kein Wasser mehr aus den Blättern sprudelt, herausnehmen. Das geschieht innerhalb von ein paar Sekunden. Die Blätter sind dann knusprig angebraten – nicht warten, bis sie braun sind. Am besten mehrere Blätter nacheinander in die Pfanne legen und nicht alle auf einmal. Danach kurz auf ein Holzbrett oder Papiertuch ablegen. Mit Pfeffer, Salz, Paprikapulver oder Knoblauchsalz würzen. Wahlweise die Blätter auf einem Backblech auslegen und bei 200 Grad kross werden lassen.

Brennnesseln als Pflanzenschutz und -stärkung einsetzen

Blattlaus-/Fliegenspray

Schneiden Sie einige Hände voll frischer Brennnessel klein und bedecken diese mit Wasser (am besten Regenwasser, das ist oft weniger kalkhaltig) in einer Schüssel. Nach rund 12 bis 24 Stunden bilden sich kleine Bläschen, die Flüssigkeit abseihen und in eine Sprühflasche einfüllen. Besprühen Sie zwei bis drei Mal täglich befallene Pflanzen damit – nicht in der prallen Sonne.

Brennnesseljauche

Füllen Sie einen Eimer aus Plastik zu etwa dreiviertel mit Brennnesseln (ganze Pflanze) und zerstampfen sie diese mit einem Holz. Bedecken Sie die Pflanzen vollständig mit Wasser und schließen den Behälter mit einem Brett oder Deckel ab. Warten Sie ungefähr zwei Wochen bei täglichem Umrühren, bis die Flüssigkeit zu schäumen aufgehört hat. Ewas Gesteinsmehl hinzugefügt bindet den starken Geruch. Entfernen Sie die Pflanzenreste und verwenden Sie die Düngung ½ Liter auf 10 Liter Wasser im Gießwasser auf die Erde um die Pflanzen herum. Der stickstoffreiche Sud eignet sich für stark zehrende Pflanzen.

Zeigerpflanze

Brennnesseln weisen auf einen humosen und feuchten Boden mit starkem Stickstoffgehalt hin. Solche Standorte eignen sich für starkzehrende Pflanzen wie Tomate, Kürbis oder Kartoffel.

Sind viele Brennnesselpflanzen vorhanden, lassen sich diese auch gut als Mulchschicht auf den Beeten verteilen. Sie hemmen Unkräuter im Wachstum und das Bodenleben zersetzt den Mulch wiederum zu Nährstoffen. An heißen Tagen verliert der Boden durch die Abdeckung weniger Wasser.

Schmetterlinge, wie der kleine Fuchs und das Tagpfauenauge, leben als Raupe von den Brennnesselpflanzen.