Hauswirtschaft

05.09.2019

Einkochen, Einlegen, Einfrieren: Clevere Vorratshaltung

Einkochen liegt im Trend. Während Konfitüre aus dem eigenen Kochtopf vor ein paar Jahren noch ein eher angestaubtes Image anhaftete, findet das Einwecken heute immer mehr Zuspruch und das mit gutem Grund: Bei Selbstgemachtem landet nichts im Topf, was da nicht rein gehört. Einkochen, Einlegen, Einwecken und Einfrieren hilft dabei, den Vorratsschrank mit guten Produkten zu füllen.

Einkochen, Einlegen, Einfrieren: Clevere Vorratshaltung
Foto: © Emilio Ereza / Fotolia

Einmachglas statt Tiefkühltruhe

Warum mühsam einkochen und einwecken statt Vorräte einfach einfrieren? Dafür gibt es gleich mehrere Argumente: Zahlreiche Produkte verlieren beim Einfrieren ihre Konsistenz. Früchte werden beispielsweise schnell matschig, da beim Tiefkühlen die Zellwände platzen und Saft austritt. Wer Kirschen, Pfirsiche und Heidelbeeren in einem süßen oder sauren Sud einkocht, bewahrt die Struktur der Früchte. Wer Kartoffeln länger haltbar machen möchte, sollte grundsätzlich auf den Gefrierschrank verzichten, da die tiefgefrorenen Knollen nach dem Auftauen süßlich schmecken. Besser sind da Salzkartoffeln im Glas, die man nach Bedarf aufwärmt. Ein weiterer entscheidender Vorteil des Einmachglases gegenüber der Tiefkühlkost: Die Vorräte sind verzehrfertig und müssen nicht erst aufgetaut werden.

Zeit sparen durch Einkochen

Wer Soßen, Suppen, Eintöpfe und sogar Kuchen in größeren Mengen zubereitet und im Einmachglas haltbar macht, spart Zeit. Bei der Zubereitung ist der Arbeitsaufwand nicht viel größer und so lassen sich problemlos Vorräte für mehrere Monate an einem Tag anlegen. Suppen, Chili, Tomatensoße oder Muffins stehen so im Vorratsschrank bereit und erleichtern den Alltag erheblich.

Tipp: Den Eintöpfen weder Mehl noch Soßenbinder zugeben, das verkürzt die Haltbarkeit. Bei allen Produkten genau auf die Rezeptangaben zur Einkochtemperatur und –zeit achten.

Bewusster haushalten & genießen

Wir sind daran gewöhnt, dass es die meisten Obst- und Gemüsesorten das ganze Jahr zu kaufen gibt. Dieses üppige Angebot ist praktisch, hat aber auch Nachteile: Lange Transportwege aus weit entfernten Anbauländern tragen nicht zur Qualität von Obst und Gemüse bei und führen zu einer schlechten Klimabilanz. Wer selbst einkocht, kann saisonales Obst und Gemüse bis zur nächsten Erntezeit haltbar machen. Der Spargel kommt dann im Dezember zwar nicht frisch auf den Tisch, für eine leckere Spargelcremesuppe reicht es aber in jedem Fall. Nach Saisonkalender eingekocht spart Geld und schont die Umwelt.

Mit einem gut sortierten Vorrat lässt sich – zum Beispiel bei Überraschungsgästen – schnell ein leckeres Essen zubereiten, ohne einkaufen gehen zu müssen. Für Spaghetti Carbonara braucht man zum Beispiel nur Nudeln, Eier, Käse und Speck. Für Bruschetta nur Tomaten (können aus der Dose sein), Kräuter, Knoblauch und Olivenöl. Auch Spaghetti in Salbeibutter oder Ofenrisotto in der Variante mit Zitrone, Thymian und Basilikum sind schnell auf dem Tisch.

Auf Vorrat kochen und einfrieren entlastet im Kochalltag

Frieren Sie Zutaten ein, die Sie als Ergänzung für eine schnelle Mahlzeit benötigen. Eine größere Menge Hackbällchen herzustellen, fällt nicht so stark ins Gewicht und Sie können diese schnell als Ergänzungen in einer Soße erwärmen. Eine Tomatensoße kann man ebenfalls für unzählige Gerichte verwenden. Auch hier lohnt es sich eine größere Menge zu kochen und portionsweise einzufrieren. Gleiches gilt für größere Reste von Bolognese oder Gulasch. Wenn es zeitlich mal eng wird, einfach aus dem Gefrierschrank holen.

Diese Lebensmittel sind zur Bevorratung gut geeignet:

  • Keller oder Vorratsraum: Kartoffeln, Zwiebeln, Zitrone, Äpfel, Kohlrabi, Knollensellerie, Möhren, Lauch, Petersilienwurzel.
     
  • Kühlschrank: Eier, Butter, Milch, Natur-Joghurt, Schmand, Sahne, Quark, Parmesan, Katen/Würfelschinken, Bacon, Mascarpone, Ricotta, Schafskäse.
  • Trockenvorräte: Nudeln in verschiedenen Varianten, Reis in allen Varianten, Grieß, Linsen, Stärke, Paniermehl, Haferflocken, Cornflakes, getrocknete (Stein-)Pilze, Mehl Type 405, Mehl Type 550, Zucker weiß und braun, Puderzucker, Backpulver, Bourbon-Vanillezucker, Trockenhefe, Zartbitterschokolade, Kaffee, Tee, Kakao, Butterkekse, Knäckebrot.
     
  • ​​​​​​​Konserven/Gläser: Passierte Tomaten, Tomaten in der Dose (ganz/stückig), Thunfisch, Sauerkraut, Mais, Kidneybohnen, Kichererbsen, Oliven, Ananas, Senf, Pesto, Marmelade, Honig, Apfelmus, Obst, Gewürzgurken, Würstchen, Kokosmilch.
     
  • ​​​​​​​Tiefkühlvorräte: Kräuter, Fischfilet, Hühnerbrust, gefrorene Himbeeren, Heidelbeeren, Beerenmix, Erbsen, grüne Bohnen, Brot, Toastbrot, Ciabatta (in Scheiben geschnitten und Backpapier dazwischen. Lässt sich besser scheibenweise auftauen), Butter.
     
  • Gewürze: Salz, Pfeffer (weiß und schwarz), Paprika, Curry, Oregano, Thymian, Majoran, Muskat, Lorbeerblätter, Gemüsebrühwürfel, Gekörnte Brühe, Tomatenmark, Ketchup.
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  • ​​​​Frische Kräutertöpfe drinnen oder draußen: Basilikum, Rosmarin, Thymian, Salbei.

Auf Vorrat gekaufte Trockenvorräte und Konserven sind pflegeleicht. Sie haben keine besonderen Ansprüche an den Lagerort. Am besten im Dunkeln und bei Zimmertemperatur aufbewahren.

Was tun mit angebrochenen Lebensmittelpackungen?

Offener Joghurt oder Quark zieht Bakterien an, deshalb möglichst schnell verbrauchen. Bis dahin mit Frischhaltefolie abdecken. Offene, nicht verbrauchte Konserven in saubere, dicht schließende Behälter aus Glas, Metall oder Kunststoff umfüllen und in den Kühlschrank stellen.

Eine sinnvolle Aufbewahrung hilft dabei, die Lebensmittel länger frisch zu halten. Dadurch entsteht weniger Lebensmittelmüll. Bei der Aufbewahrung von angebrochenen Trockenvorräten empfehlen sich wiederverschließbare Vorratsbehälter. Gläser mit Schraubverschluss haben sich bewährt, da man gleich den Inhalt sieht.

Lassen Sie die Wegwerffalle nicht zuschnappen

Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 2017, gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung, wirft jeder von uns pro Jahr durchschnittlich 55 Kilogramm Lebensmittel in die Tonne. Das sind mengenmäßig ungefähr zwei vollgepackte Einkaufswagen. Die wenigsten Lebensmittel, die wir in den Müll werfen, sind verdorben. Sie sehen einfach nur nicht mehr schön und appetitlich aus. Welken Salat, schrumpelige Möhren und Äpfel mit Druckstellen peppen Sie im Kaltwasserbad wieder auf. Am häufigsten landen Obst und Gemüse im Müll, danach folgen Back- und Teigwaren sowie Speisereste.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Wenn das MHD zum Beispiel auf dem Joghurt, der Milch oder dem Quark abgelaufen ist, bedeutet das nicht, dass das Lebensmittel verdorben ist. Das MHD ist kein Wegwerfdatum oder Verfallsdatum, sondern lediglich eine Empfehlung des Herstellers, das Produkt in diesem Zeitraum aufzubrauchen. Schaue sie genau hin, riechen Sie daran und probieren Sie.

Ein Hinweis noch zum Verbrauchsdatum: Auf vielen leicht verderblichen tierischen Produkten steht „zu verbrauchen bis“ und das Datum. Das ist im Gegensatz zum MHD in der Tat verbindlich. Wenn das Verbrauchsdatum überschritten ist, sollen Sie das Lebensmittel nicht mehr verzehren.

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