Hauswirtschaft

06.04.2019, Ostern

Gefärbte Eier mit Safran, Holunderbeere oder E 102

Gefärbte Eier werden das ganze Jahr über angeboten. Besonders um die Osterzeit hat das Eierfärben allerdings traditionellen Stellenwert. Zum Färben werden synthetische oder natürliche Farbstoffe oder auch färbende Naturmaterialien genommen. Nicht alle Farbstoffe dürfen zum Färben verwendet werden. Die Zugelassenen sind in einer EU-Richtlinie festgelegt und damit für den Verbraucher unbedenklich. Nur in seltenen Fällen können bei konventionellen Eiern, gefärbt mit synthetischen Farbstoffen, Allergien auftreten, da sich der Farbstoff durch die Poren der Schale oder durch eventuelle kleine Risse am Eiklar niederschlagen kann.

Gefärbte Eier mit Safran, Holunderbeere oder  E 102
Foto: © Pezibear - Pixabay.com

Beispiele für synthetische Farbstoffe:

  • Tartrazin E 102 (zitronengelb)
  • Gelb-orange S E 110
  • Azorubin E 122
  • Indigotin E 132 
  • Brilliantblau FCF E 133 (blau)

Beispiele für natürliche Farbstoffe:

  • Kurkumin E 100 (Extrakt der Kurkumawurzel; gelb)
  • Ribo-/Laktoflavin E 101 (aus Bierhefe gewonnen; orange-gelb)
  • Echtes Karmin E 120 (Farbstoff der Scharlach-Schildlaus; rot)
  • Chlorophyll E 140 (extrahiert aus Brennessel, Gras, Luzerne; grün)

Für Eier aus ökologischer Erzeugung gelten Sonderregelungen. Hier dürfen ausschließlich färbende Naturmaterialien bzw. Lebensmittel eingesetzt werden. Auch zum Schutz der Farben sind nur natürliche Überzüge erlaubt.

Beispiele hierfür:

  • Rotholz: Rot
  • Gelbholz: Gelb
  • Walnussschalen: Braun 
  • Malventee: Rot
  • Preisebeeren: Rot
  • Safran: Orange, Gelb
  • Holunderbeere: Blau

Überzugsstoffe:

  • Hydroxypropylmethylcellulose
  • Kopal
  • Schellack

So können Sie Eier selbst färben:

Zuerst die Eier mit Essigwasser reinigen, so nehmen diese die Farben besser auf.
Als nächstes stellen sie einen Kochsud her, indem Sie Pflanzenteile, Gewürze, Rinden, Schalen, Gemüse oder Obst in einem Topf mit Wasser kochen.
Die Eier ausblasen oder in einem extra Wasser hart kochen.

Beim Auspusten von Eiern sollten einige Hygienemaßnahmen beachtet werden, um eine Infektion mit Salmonellen zu vermeiden:

  • Grundsätzlich nur frische und saubere Eier auspusten. Die Eier können mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel abgewaschen werden.
  • Werkzeuge, mit denen die Eier angebohrt werden sollten sauber sein und nach der Verwendung gründlich gereinigt werden.
  • Nach Möglichkeit sollten Eier mit Hilfsmitteln ausgepustet werden, um den direkten Kontakt mit dem Mund zu vermeiden. Eseignen sich beispielsweise dünne Strohhalme und Einwegspritzen mit möglichst dicken Kanülen oder auch kleine Blasebälge die Sie in Drogerien erhalten.
  • Bevor die ausgepusteten Eier bemalt werden, sollten sie von innen und außen mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel gesäubert werde

Die gekochten oder ausgeblasenen Eier sind nun zur Weiterverarbeitung bereit.

  • Die abgeschreckten oder ausgeblasenen Eier ca. eine halbe Stunde lang in den abgekühlten Kochsud legen. Ab und zu die Eier mit einem Löffel aus dem Wasser nehmen, um die Farbe zu überprüfen.
  • Wenn die gewünschte Farbe erreicht wurde, die Eier auf einem Küchentuch trocknen lassen. Bei ausgeblasenen Eiern, sollte man die Flüssigkeit herauslaufen lassen.
  •  Damit die Eier einen schönen Glanz bekommen, kann man diese mit Speiseöl einreiben.

Zum Verschönern der Eier können Sie verschiedene Verzierungstechniken verwenden, wie z.B. Marmorieren, Kratzen oder Mustern.

Beim Marmorieren wird das Ei mit Stoff umwickelt und so in den Kochsud gelegt. Den Stoff erst entfernen, wenn das Ei getrocknet ist.

Wenn das Ei eine harte Schale hat, kann man mit der Kratztechnik arbeiten. Dabei werden in die Schale des getrockneten Eies mit einer scharfen Klinge Verzierungen eingeritzt.

Malt man mit einem Pinsel, welcher in Zitronensaft getunkt wurde, vor dem Färben Muster auf das Ei, nehmen diese Stellen die Farbe nicht an.

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