Hauswirtschaft

09.06.2021

Handtücher: Materialien, Eigenschaften, Qualität

Wohl in jedem Haushalt gibt es ein Sammelsurium verschiedener Handtücher unterschiedlicher Größen, Farben und Materialien. Im Zuge einer Badrenovierung werden häufig die fadenscheinigen Modelle gegen neue, farblich passende Handtücher ausgetauscht. Die Auswahl ist jedoch kaum überschaubar. Welche Materialen es gibt und welche Eigenschaften sie haben, lesen Sie hier.

Handtücher: Materialien, Eigenschaften, Qualität
Foto: © New Africa - stock.adobe.com

Welche Eigenschaften zeichnen ein „gutes“ Handtuch aus?

Wichtig ist die Saugfähigkeit und damit ein gutes Trockenverhalten. Außerdem sollte ein Handtuch farbecht, flauschig und waschbar bis 60 Grad Celsius sein. Wie weich ein Handtuch ist, hängt neben den verschiedenen Herstellungsverfahren auch von der Gewichtsklasse der Fasern ab. Je schwerer umso hochpreisiger.

Die Größe hängt vom Einsatzbereich ab. Zu große Handtücher benötigen in der Waschmaschine unnötig viel Platz. Es empfehlen sich häufig eher kleinere Modelle, die dafür öfter gewechselt werden, vor allem wenn Kinder im Haushalt sind. Als Standardgröße gelten Handtücher von rund 50 x 100 Zentimetern. Für große Menschen gibt es Komfortgrößen von rund 60 x 110 Zentimetern. Duschtücher liegen zwischen 70/80 x 140/150 Zentimetern. Saunatücher sind bis zu 200 Zentimetern lang. Strandtücher können so groß wie Wolldecken sein.

Materialien und ihre Eigenschaften - Baumwolle

Baumwolle ist die am meisten verwendete Faser. Sie nimmt 20 – 30 Prozent des Eigengewichts an Wasser auf, fühlt sich weich und flauschig an, auch noch nach dem Abtrocknen. Ihre gute Färbbarkeit ist ein weiterer Pluspunkt. Bevorzugen Sie wenn möglich Materialien mit ökologischen Siegeln, das schont die Umwelt.

Weitere Infos: Nachhaltig schick: Wegweiser umweltfreundliche Kleidung

Haben Sie sich für ein Baumwollhandtuch entschieden, haben Sie wiederum die Wahl zwischen:

Frottee und Frottier

Der Unterschied dieser beiden Gewebearten ist nicht ganz einfach zu erkennen. Frottee ist das glattere Material. Dabei wird ein Schlingen- oder Noppengarn beim Weben in Schlaufen gelegt. Es entsteht die typische Handtuchstruktur. Meistens erscheinen die Schlingen nur auf einer Seite, wobei Modelle, die auf beiden Seiten Schlingen aufweisen, eine hochwertigere, dickere Qualität haben.

Frottier wird auf besonderen Webstühlen aus zwei Kettsystemen hergestellt. Die Oberfläche ist dadurch viel größer, die Handtücher sind sehr weich und saugfähig. Walkfrottier ist die häufigste Qualität. Noch weicher ist Veloursfrottier. Die samtartige Struktur entsteht durch das Aufschneiden der Schlaufen. Fester ist dagegen Zwirnfrottier, welches die Hersteller gerne für Saunatücher verwenden, weil es einen leichten Massageeffekt erzeugt. Ziemlich neu ist Wirkfrottier, das nicht gewebt, sondern wie Maschenware gewirkt wird und sowohl eine gute Saugfähigkeit wie eine leichte Massagewirkung aufweist. Lassen Sie sich in einem guten Fachgeschäft beraten und testen Sie die unterschiedliche Griffigkeit.

Materialien und ihre Eigenschaften - Mikrofaser

Mikrofasertücher sind sehr langlebig, fühlen sich aber eher glitschig an, da die Feuchtigkeit im Gegensatz zur Baumwolle nicht in die Faser eindringt, sondern zwischen den Schlingen bleibt. Dafür trocknen diese Tücher relativ schnell. Wie alle Mikrofasertücher geben sie bei jedem Waschvorgang Mikroplastik ab. Ihr geringes Gewicht ist ein Vorteil für Menschen, die viel Reisen.

Materialien und ihre Eigenschaften - Leinen

Leinentücher sind sehr glatt, nehmen viel Feuchtigkeit auf, sind sehr langlebig, sehen elegant aus aber fühlen sich nicht flauschig an. Damit sie ihr edles Aussehen behalten, müssen sie gebügelt werden. Leinentücher empfehlen sich eher als kleine Gästetücher, Hamamtücher oder mit Baumwolle gemischt. Im Sommer sind Leinenhandtücher sehr angenehm.

Waschen und Pflege

Die Farbe oder das Muster spielen bei der Kaufentscheidung eine besonders große Rolle. Damit die Farben möglichst viele Wäschen gut überstehen, sollten Handtücher bis 60 Grad waschbar sein, auch wenn es im Haushalt aus hygienischer Sicht meistens reicht, wenn bis maximal 40 Grad Celsius gewaschen wird. Badetücher, die nicht selten Sonnenschutzmittel oder andere Flecken abbekommen, sollten auf jeden Fall bis 60 Grad waschbar sein. Nur dann ist davon auszugehen, dass sie farbstabil sind.

Beachten Sie immer die Pflegehinweise der Hersteller. Bunte Handtücher waschen Sie am besten mit Colorwaschmitteln. Bei weißen oder hellen Handtüchern ist ein Vollwaschmittel die bessere Wahl.

Weichspüler und zu viel Waschmittel verkleben die Faser und reduzieren die Saugfähigkeit.

Tipp: Eine volle Waschmaschinentrommel schützt die Fasern vor Reibung und vorzeitigem Verschleiß. Auch Wäscheteile mit Knöpfen, Hacken oder Reißverschlüssen tun der Frottierware nicht gut. Diese zum Schutz der anderen Textilien am besten in ein Wäschesäckchen geben. Schleudern Sie Handtücher bei hoher Drehzahl und hängen sie diese anschließend sofort an einem gut belüfteten Ort auf. Damit behalten die Schlingen ihre Flauschigkeit. Legen Sie die Handtücher zum Trocknen nicht direkt in die Sonne – das macht Fasern bretthart. Bügeln von Handtüchern ist völlig unnötig.

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