Hauswirtschaft

28.07.2026

Haushalt im Sommer: Praktische Tipps für heiße Tage

Im Sommer erfordern Hygiene und Hitzeschutz besondere Aufmerksamkeit im Haushalt. Im Fokus stehen der richtige Umgang mit Lebensmitteln, den Schädlingsbefall in der Küche zu vermeiden, eine angepasste Textilpflege und wirkungsvolle Maßnahmen, die Wohnung vor Hitze und Schimmel zu schützen. Der VerbraucherService Bayern gibt praktische Tipps.

Kühlbox im Kofferraum, Frau legt Milchprodukte hineinKI generiert
Bringen Sie empfindliche Lebensmittel im Sommer am besten in Kühltaschen und Kühlelementen nach Hause.

Lebensmittelhygiene und Lagerung

Bei hohen Temperaturen verderben Lebensmittel durch die schnelle Vermehrung von Mikroorganismen deutlich schneller. Um dem entgegenzuwirken, gilt es, folgende Punkte zu beachten:

  • Kühlkette einhalten: Unterbrechen Sie die Kühlkette beim Einkauf oder Picknick nicht. Bringen Sie empfindliche Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Milchprodukte) im Sommer am besten in Kühltaschen und Kühlelementen nach Hause.
  • Kühlschrank-Check: Prüfen Sie die Temperatur. Der Kühlschrank sollte im Sommer auf ca. fünf bis sieben Grad eingestellt sein. Bei warmen Temperaturen verderben empfindliche Lebensmittel deutlich schneller. Ältere Waren zuerst verbrauchen, Lebensmittel mit längerem Mindesthaltbarkeitsdatum nach hinten stellen. Übersicht bewahren.

Öffnen Sie den Kühlschrank nur kurz. Warme Raumluft, die in das Gerät eindringt, erhöht den Stromverbrauch.

  • Schnell verzehren: Empfindliche Lebensmittel wie Hackfleisch, Geflügel, Fisch, Mayonnaise oder rohe Eier sollten im Sommer am besten sofort zubereitet und gegessen werden, keinesfalls Speisen ungekühlt stehen lassen.
  • Hygienische Zubereitung: Halten Sie Arbeitsflächen und Messer sauber. Waschen Sie Gemüse, Salat und Obst gründlich und verarbeiten Sie es zeitnah.
  • Reste richtig kühlen: Gekochte Speisen rasch abkühlen lassen und umgehend abgedeckt im Kühlschrank lagern.
  • Vorsicht bei Aluminium: Decken Sie säurehaltige Lebensmittel oder Obstkuchen nicht mit Alufolie ab, da sich das Aluminium durch die Säure lösen und auf das Essen übergehen kann.
  • Müllentsorgung: Bioabfälle locken bei Wärme schnell Schädlinge an. Mülleimer sollten im Sommer öfter geleert sowie der Biomüll fest verschlossen werden.

Tipp: Um Frucht- und Schmeißfliegen zu vermeiden, die Biomüllbehälter nach dem Entleeren regelmäßig mit heißem Wasser auswaschen. Essensreste ziehen bei hohen Temperaturen Ungeziefer an.

Textilpflege und Keimschutz

Wenn Wäsche im Sommer muffig riecht, liegt es häufig daran, dass diese zu lange feucht in der Maschine, im Wäschekorb, im Sportbeutel oder auf einem engen Ständer ohne Luft liegt. Wärme und Feuchtigkeit sind eine sehr zuverlässige Geruchskombination.

  • Wäsche nach dem Waschen zeitnah aufhängen.
  • Nicht zu dicht hängen, je mehr Luft zwischen den Teilen, desto schneller trocknen diese.
  • Sportwäsche und Handtücher nicht feucht sammeln sondern erst trocknen lassen.

Wäsche natürlich trocknen: Verzichten Sie im Sommer auf den Wäschetrockner. Trocknen Sie Textilien auf dem Balkon oder im Garten – die Sonne bleicht Flecken auf natürliche Weise aus, und die Kleidung riecht frisch. Aber Vorsicht: Die Sonne trocknet die Wäsche zwar schnell, direkte Sonne kann Farben aber ausbleichen und empfindliche Stoffe stressen. Dunkle Shirts oder feine Stoffe deshalb besser halbschattig trocknen. Bei Pollenflug oder viel Straßenstaub ist die Trocknung im Innenbereich vorteilhafter. Wenn Wäsche drinnen trocknet, geht Feuchtigkeit in die Raumluft. Deshalb braucht der Raum Luftaustausch. Besonders in kleinen Wohnungen und Bädern ohne Fenster kann das sonst unangenehm werden.

Wäschewechsel: Durch vermehrtes Schwitzen sollten Handtücher, Bettwäsche und Sportkleidung im Sommer häufiger gewechselt werden.

Waschtemperaturen: Kochfeste Textilien und Handtücher bei 60 Grad waschen, um Bakterien und Keimen den Nährboden zu entziehen. Nutzen Sie dabei ein bleichmittelhaltiges Vollwaschmittel.

Lappen-Hygiene: Feuchte Putz- und Spüllappen bieten bei Wärme einen idealen Nährboden für Keime. Trocknen oder wechseln Sie diese ggf. täglich und waschen Sie diese ebenfalls regelmäßig bei 60 Grad.

Maschinenhygiene: Manchmal riecht nicht die Wäsche, sondern die Maschine, deshalb Tür offen lassen, Waschmittelfach trocknen, Dichtungen sauber halten. Weitere Tipps zur Pflege der Waschmaschine:

https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/hauswirtschaft/waschmaschinen-richtig-pflegen-so-gehts

Flecken von Sonnencreme entfernen

Sonnencremeflecken sind keine reinen Fettflecken: Neben Ölen und Wachsen enthalten Sonnenschutzprodukte auch UV-Filter und Zusatzstoffe, die mit Wasser, Waschmittel oder Mineralien reagieren können. Deshalb werden die Flecken beim Waschen manchmal gelblich sichtbar, statt zu verschwinden. Entscheidend ist, den Fleck nicht durch Hitze zu fixieren, sondern diesen möglichst schnell, gezielt und materialschonend mit Spülmittel vorzubehandeln und möglichst bald das Kleidungsstück bei mittlerer bis niedriger Temperatur und mit Waschmittel ohne Bleichmittel waschen.

Richtig Lüften und Hitze aussperren

Sommerluft trägt viel Feuchtigkeit, was sich in kühlen Räumen, Kellern oder hinter Möbeln problematisch auswirken kann. Dauerlüften ist nicht immer gut, besonders wenn warme feuchte Luft in kühle Räume strömt, kann es zu Kondenswasser und in der Folge zu Schimmelbildung kommen. Besser gezielt lüften, wenn es draußen kühler und trockener ist.

  • Strategisch lüften: Öffnen Sie die Fenster nur in den kühlen Morgenstunden oder nachts. Tagsüber sollten Fenster und Rollläden geschlossen und verdunkelt bleiben, um die Hitze auszusperren.
  • Feuchtigkeit regulieren: Hängen Sie keine feuchten Tücher in unbelüfteten Räumen auf, um Verdunstungskälte zu erzeugen – dies kann bei Sommerwetter schnell die Luftfeuchtigkeit zu stark ansteigen lassen und das Schimmelrisiko erhöhen.
  • Sonnenschutz möglichst früh einsetzen: Außenliegender Sonnenschutz wirkt am besten, weil er die Hitze schon vor der Scheibe abfängt. Aber auch innen können helle Rollos, Vorhänge oder Plissees deutlich helfen. Wichtig ist vor allem die Konsequenz. Nicht erst abdunkeln, wenn der Raum schon glüht.
  • Wärmequellen reduzieren: Nutzen Sie den Backofen seltener und schalten Sie Standby-Geräte konsequent ab, da diese zusätzliche Wärme abgeben.

Quellen:

https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/hauswirtschaft/kuehlschrank-sinnvolle-temperatur-und-richtige-befuellung
https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/bakterien-gefahr-aus-der-kueche
https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/hauswirtschaft/waschmaschinen-richtig-pflegen-so-gehts
https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/hauswirtschaft/tipps-zur-effektiven-fleckenentfernung
https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/hauswirtschaft/lueften-im-sommer-so-gehts
https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/umwelt/clever-heizen-effektiv-lueften-schimmel-vermeiden
https://www.stmelf.bayern.de/bildung/hauswirtschaft/kompetenzzentrum-hauswirtschaft/index.html
Umweltbundesamt – Schimmel in Innenräumen