Hauswirtschaft

21.08.2018, Tipps für den Haushalt

Haushaltsmythen - Sinn oder Unsinn?

Tötet Seife Bakterien ab und werden Sie Flecken wirklich nur mit heißem Wasser los? Sind Schneidebretter Bakterienschleudern und ist es sinnvoll, rohes Hühnerfleisch vor dem Verzehr zu waschen? Sterben Bakterien in der Tiefkühltruhe und woher kommt eigentlich der ganze Staub in unseren Wohnräumen? Wir beantworten Ihre Fragen und klären Haushaltsmythen auf.


© VSB

„Seife tötet Bakterien“

Seife tötet die Bakterien zwar nicht, sie hilft aber diese von der Haut abzulösen, sodass sie mit Wasser abgespült werden können. Aus diesem Grund sind auch antibakterielle Seifen nicht nur hinfällig, sondern auch umweltschädlich. 30 Sekunden Händewaschen mit normaler Seife und richtigem Reiben entfernt zu 99,9 Prozent fast alle Keime und Bakterien.

„Flecken wird man nur mit heißem Wasser los“

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher folgen beim Putzen dem Mantra: Je heißer, desto besser – denn nur so verschwinden Flecken und Bakterien. Ein großer Irrtum, denn die meisten Reinigungsmittel sind Kaltwasserreiniger. Beim Geschirrspülen hingegen macht warmes Wasser Sinn, damit sich das Fett besser löst.

„Schneidebretter sind Bakterienschleudern“

Wenn Sie die Schneidebretter intensiv reinigen, können Sie sowohl Holz- als auch Plastikbretter ohne Bedenken nutzen. Holz hat wegen der Harze und der ätherischen Ölen keimtötende Eigenschaften, bestimmte Holzarten enthalten außerdem die keimtötende Gerbsäure. Holz trocknet schnell, was Bakterien zusätzlich abtötet. Plastikbretter sind für die Spülmaschine geeignet. Bei 60°C töten Sie die Bakterien ab.

„Rohes Hühnerfleisch stets vor dem Verzehr waschen“

Hühnerfleisch vor der Verarbeitung zu waschen um Salmonellen oder Keime abzutöten ist kontraproduktiv. Durch den Wasserstrahl und die herumfliegenden Tröpfchen verbreiten sich die Salmonellen erst recht. Stattdessen reicht es aus, das Fleisch direkt in die Pfanne zu geben und durchzugaren, um alle Krankheitserreger zu töten.

„In der Tiefkühltruhe sterben Bakterien“

Bei -18° C stellen Bakterien die eigenen Lebensprozesse ein und vermehren sich nicht mehr. Tot sind sie allerdings nicht. Sobald das Lebensmittel auftaut, fangen Bakterien wieder an zu arbeiten. Bei Zimmertemperatur verdoppelt sich dann die Anzahl der Bakterien alle 20 Minuten.

„Schmutz taucht aus dem Nichts auf“

Haben Sie sich auch schon des Öfteren gefragt, wo der ganze Staub in Ihrer Wohnung eigentlich herkommt? Den Großteil des Drecks verursachen wir selbst. Denn wer Staub  einmal genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt vor allem Hautschuppen, Haare und Textilfasern. Und bei ca. 40.000 Hautzellen, die ein Mensch pro Minute verliert, wundert einen auch der ganze Staub nicht mehr. Das erklärt auch, warum es nach Besuch besonders dreckig ist: Mehr Menschen produzieren mehr Staub.

 

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