Hauswirtschaft

21.08.2025, VSB klärt auf

Haushaltsmythen - Sinn oder Unsinn?

Tötet Seife Bakterien ab und werden Sie Verschmutzungen wirklich nur mit heißem Wasser los? Sind Schneidebretter Bakterienschleudern und ist es sinnvoll, rohes Hühnerfleisch vor dem Verzehr zu waschen? Sterben Bakterien in der Tiefkühltruhe und woher kommt eigentlich der ganze Staub in unseren Wohnräumen? Wir beantworten Ihre Fragen und klären über Haushaltsmythen auf.

Eine Frau in weiß-blauer Schürze wäscht sich an einer Küchenspüle die Hände.© taka - stock.adobe.com
30 Sekunden gründliches Händewaschen mit normaler Seife entfernt verlässlich Bakterien und Keime.

„Seife tötet Bakterien“

Seife tötet die Bakterien zwar nicht, sie hilft aber diese von der Haut abzulösen, so dass sie mit Wasser abgespült werden können. Aus diesem Grund sind auch antibakterielle Seifen nicht nur hinfällig, sondern auch umweltschädlich. 30 Sekunden Händewaschen mit normaler Seife und richtigem Reiben entfernt zu 99,9 Prozent fast alle Keime und Bakterien.

„Verschmutzungen wird man nur mit heißem Wasser los“

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher folgen beim Putzen dem Mantra: Je heißer, desto besser – denn nur so verschwinden Schmutz und Bakterien. Ein großer Irrtum, denn die meisten Reinigungsmittel sind Kaltwasserreiniger. Beim Geschirrspülen hingegen macht warmes Wasser Sinn, damit sich das Fett besser löst.

„Schneidebretter sind Bakterienschleudern“

Wenn Sie die Schneidebretter intensiv reinigen, können Sie sowohl Holz- als auch Plastikbretter ohne Bedenken nutzen. Holz hat wegen der Harze und ätherischen Öle keimtötende Eigenschaften, bestimmte Holzarten enthalten außerdem die keimtötende Gerbsäure. Plastikbretter sind für die Spülmaschine geeignet. Bei 60°C töten Sie die Bakterien ab. Alle Bretter nach dem Spülen stets beidseitig gut trocknen lassen, so wird den Bakterien das Wasser als Lebensgrundlage entzogen und Sie vermeiden auch die Schimmelbildung. Tauschen Sie Bretter mit vielen Schnitten und Kerben rechtzeitig aus. Generell sollten Sie für unterschiedliche Lebensmittel auch unterschiedliche Schneidebretter benutzen.

„Rohes Hühnerfleisch stets vor dem Verzehr waschen“

Das Fleisch vor der Verarbeitung zu waschen, um Salmonellen oder andere Keime zu verringern, ist kontraproduktiv. Durch den Wasserstrahl und die herumfliegenden Tröpfchen verbreiten sich die Bakterien erst recht. Stattdessen reicht es aus, das Fleisch gegebenenfalls abzutupfen, um den Fleischsaft zu entfernen und um unnötiges Spritzen beim Braten zu vermeiden. Anschließend direkt in die Pfanne geben und durchgaren, um alle eventuell vorhandenen Krankheitserreger abzutöten.

Das gleiche gilt auch für alle anderen Fleischsorten ohne Knochen.

Fleisch wird nicht gewaschen. Lediglich bei sichtbaren Knochenfragmenten sollten diese im Vorfeld abgespült, und das Fleisch wieder trockengetupft werden.

Bei ganzen Fischen kann man den Bauchraum überprüfen, ob alle Innereien entfernt wurden. Ansonsten diese entfernen und nur den Bauchraum ausspülen. Dann wie gewohnt verarbeiten.

„In der Tiefkühltruhe sterben Bakterien“

Bei -18° C stellen Bakterien die eigenen Lebensprozesse ein und vermehren sich nicht mehr. Tot sind sie allerdings nicht. Sobald das Lebensmittel auftaut, fangen Bakterien wieder an, sich zu vermehren. Bei Zimmertemperatur verdoppelt sich dann die Anzahl der Bakterien alle 20 Minuten.

„Schmutz taucht aus dem Nichts auf“

Haben Sie sich auch schon des Öfteren gefragt, wo der ganze Staub in Ihrer Wohnung eigentlich herkommt? Den Großteil des Drecks verursachen wir selbst. Denn wer Staub einmal genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt vor allem Hautschuppen, Haare und Textilfasern. Und bei ca. 40.000 Hautzellen, die ein Mensch pro Minute verliert, wundert einen auch der ganze Staub nicht mehr. Das erklärt auch, warum es nach Besuch besonders dreckig ist: Mehr Menschen produzieren auch mehr Staub.